An diesem Sonntag nehmen US-Präsident Joe Biden und First Lady Jill eine besondere Einladung wahr – bei der Queen. Kritisch wird dann beobachtet, wie gut sie das Hofprotokoll befolgen, denn das ist kompliziert. Ein Überblick.

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Sein Vorgänger trat gleich in mehrere Fettnäpfchen und ließ die Queen sogar warten. Nun kann US-Präsident Joe Biden zeigen, ob er die Hof-Etikette besser beherrscht als Donald Trump: Nach den Beratungen beim G7-Gipfel im englischen Cornwall ist Biden mit First Lady Jill am Sonntag bei der britischen Königin Elizabeth II. auf Schloss Windsor eingeladen. Eins steht jetzt schon fest: Bei dem Treffen wird sehr genau beäugt werden, ob und welche Fauxpas sich die Bidens leisten. Das höfische Protokoll sieht ein paar klare Regeln vor:

Verbeugen: Sobald der wohl mächtigste Regierungschef der Welt auf die Queen trifft, geht es schon los. Als Mann hat sich Biden vor der Queen zu verbeugen. Ein tiefer Diener muss aber nicht sein, ein Senken des Kopfes genügt. Von Jill Biden hingegen wird ein leichter Knicks erwartet.

Hello, Queen? Egal wie freundlich das gemeint sein mag, ein »So nice to meet you, Elizabeth«, wäre ungehobelt. Besucherinnen und Besucher müssen die Queen zunächst mit »Eure Majestät« ansprechen. Danach genügt »Ma'am«.

Tabu: Der Queen zur Begrüßung die Hand schütteln oder sie gar herzlich umarmen, wäre ein No-Go. Sie darf nicht berührt werden. Die frühere First Lady Michelle Obama leistete sich hier im April 2009 mal einen Fehltritt, weil sie der deutlich kleineren Königin die Hand auf die Schulter legte.

Ladys first: Vorgehen und die Queen hinter sich herlaufen lassen, wie dies der ehemalige US-Präsident Donald Trump tat, verstößt klar gegen das Protokoll. Von wegen Trump first. Richtig ist: Die Königin geht voran, der Gast hinterher. Trump hingegen war beim Abschreiten der Ehrengarde bei seinem Besuch 2018 einige Schritte vor Elizabeth II. gegangen. Verbeugt hatte er sich auch nicht.

Hinterher die Klappe halten: Wenn Normalsterblichen schon die Gelegenheit eingeräumt wird, die Queen persönlich zu treffen, sollen sie damit später zumindest nicht angeben. Vielleicht steckt dies hinter der protokollarischen Regel, nach einem Treffen mit der Königin Vertraulichkeit zu bewahren. Oder es sollen schlicht keine privaten Details ans Licht kommen. Jedenfalls gilt: Diskretion bitte.

So oder so, Trump hielt sich auch an diese Vorgabe nicht. 2018 plauderte der damalige US-Präsident Inhalte seines Gesprächs mit der Monarchin aus. Thema des Gesprächs war demnach der schwierige EU-Austritt Großbritanniens.

Bei seinem Staatsbesuch in Großbritannien im Juni 2019 hielt er sich etwas bedeckter. Trump und einige seine Kinder ließen es sich aber nicht nehmen, ihre Einladung zum Staatsbankett bei der Queen in Online-Netzwerken ausgiebig mit eindrucksvollen Fotos zu feiern.  © DER SPIEGEL

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