Verhütung: Diese Methoden sind nicht nur unwirksam, sondern auch gefährlich

Vor über 50 Jahren wurde auf der Internationalen Konferenz für Menschenrechte beschlossen, dass Familienplanung ein Menschenrecht ist. Doch noch immer haben Hunderte Millionen Frauen und Männer keinen Zugang zu sicherer Verhütung. Der Bevölkerungsfond der Vereinten Nationen hat weltweit verzweifelte und gefährliche Versuche zur Verhütung dokumentiert.

Alleine in Entwicklungsländern können mehr als 200 Millionen Frauen keine modernen Mittel der Empfängnisverhütung nutzen. Deswegen greifen sie auf unsichere oder traditionelle Varianten zurück. Das Trinken von Jod mit Milch war in Kirgisistan verbreitet. Verbrennungen an der Speiseröhre sind nur eine der gefährlichen Folgen.
Aus Verzweiflung greifen viele Menschen zu ineffektiven oder sogar gefährlichen Methoden, um eine Schwangerschaft zu verhindern. So sind Essig oder auch Chemikalien wie Desinfektionsmittel ein verbreitetes Mittel in Ländern wie beispielsweise Syrien.
Auch heute noch erschweren Fehlinformationen, mangelnde Akzeptanz oder eingeschränkte Verfügbarkeit geeigneter Verhütungsmittel die eigenverantwortliche Familienplanung. Viele Frauen waschen sich deshalb nach dem Geschlechtsverkehr mit Seife und Wasser, um Sperma auszuspülen.
In Asien war es auch üblich, ein Stück Seife vaginal einzuführen. Die Lauge sollte eine Schwangerschaft verhindern. Das führte häufig zu Infektionen oder Geschwüren.
Sowohl in Kombination mit Aspirin getrunken als auch als Vaginaldusche genutzt, sollte Coca Cola angeblich ungewollte Schwangerschaften verhindern. Von Angola über Nordamerika bis Asien kam und kommt diese "Behandlung" zur Anwendung.
In Teilen von Bosnien und Herzegowina wurde vor allem in den 50ern und 60ern dokumentiert, dass der Obstbrand Rakia zur Empfängnisverhütung genutzt wurde. Es wird vermutet, dass diese Tradition bis heute anhält.
Zitronen sollen durch ihre Säure das Sperma abtöten - noch heute wird diese wirkungslose Praktik angewandt. Für Organisationen wie UNICEF ist Aufklärung daher ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit.
Damit soll erreicht werden, dass Frauen und Männer weltweit über wirksame Methoden der Schwangerschaftsverhütung aufgeklärt werden und selbstbestimmt ihre Familie planen können. Aber auch, dass wirkungslose Verhütungsmittel wie beispielsweise Kurkuma in Nepal der Vergangenheit angehören.
In Bürgerkriegsländern wie dem Jemen sind sichere Mittel nicht mehr verfügbar. Frauen greifen deshalb auf traditionelle, aber wirkungslose Methoden wie Mangosamen zurück.
In vielen Ländern verwendete pflanzliche Verhütungsmittel haben keine nachgewiesene empfängnisverhütende Wirkung. Zumindest sind Kurkuma, Ingwer oder Neem-Öl aber nicht so gesundheitsschädigend wie andere Methoden.
Aus Mangel an Kondomen ist die Nutzung von Plastiktüten, ...
... Haushaltsschwämmen, Luftballons oder Eisverpackungen verbreitet. Diese werden als "Barriere" verwendet, können aber verrutschen und im Körper verbleiben und so für Entzündungen sorgen. Diese Methoden sind also nicht nur unwirksam, sondern auch höchst gefährlich.
Auch nach über 50 Jahren bleibt selbstbestimmte Familienplanung ein wichtiges Thema. Aufklärung und ein Stärken der Frauenrechte sind daher essenzielle Bestandteile der Arbeit des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, von UNICEF und Partnern.