Mosambik: Die Situation nach den Zyklonen

Durch die verheerenden Auswirkungen der Zyklone Idai und Kenneth sind in Mosambik über 1,8 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Hinzu kommen 270.000 Menschen in Simbabwe sowie 868.000 Menschen in Malawi. Viele Familien haben alles verloren. Die Überschwemmungen sind zwar zurückgegangen, doch ist die Situation noch immer herausfordernd.

Im März verwüstet der Zyklon Idai Zentral-Mosambik. Nur sechs Wochen später wurde der Norden des Landes von Wirbelsturm Kenneth getroffen. Gewaltige Überschwemmungen und eine Spur der Zerstörung waren die Folge.
Über 1,8 Millionen Menschen sind seither auf humanitäre Hilfe angewiesen. Sie werden von der Regierung, nationalen und internationalen Hilfsorganisationen mit Essen, Trinkwasser und Unterkünften versorgt und medizinisch betreut.
Die Menschen in Mosambik werden die Auswirkungen der Wirbelstürme noch die nächsten Monate und Jahre spüren. Dabei ist die Ernährungssituation in Mosambik eine der großen Herausforderungen, der sich die Hilfsorganisationen gegenüber sehen.
Die Wirbelstürme haben rund 800.000 Hektar Ernte zerstört - eine Fläche dreimal so groß wie das Saarland. Durch die Fluten standen die Felder der Familien und Landwirte teilweise Wochen unter Wasser und haben die Lebensgrundlage vernichtet.
Durch die zerstörte Ernte können die Familien weder ihre Kinder ernähren, noch mit dem Überschuss zusätzliches Geld verdienen. Bis zur nächsten Ernte im März sind die Menschen vor Ort daher auf die Unterstützung mit Lebensmitteln angewiesen.
Doch die Wirbelstürme und Fluten haben nicht nur die Ernte zerstört. Rund 285.000 Häuser sind beschädigt oder gänzlich unbewohnbar. Die Betroffenen kamen zunächst in provisorischen Camps unter.
Mittlerweile sind viele Kinder und ihre Familien in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt. Das Wasser hat sich zurückgezogen, doch bleiben Schlamm und Verwüstung zurück. Den Familien fehlt meist das Geld, ihr Häuser komplett selbst zu reparieren - die Spendengelder kommen hier an ihre Grenzen.
Neben den zerstörten Wohnhäusern, verwüsteten Idai und Kenneth fast 4.000 Klassenzimmer, wodurch Hunderttausende Kinder nicht zur Schule gehen können.
Gerade für Kinder ist nach solchen Katastrophen ein sicherer Ort zum Spielen und Lernen wichtig. Provisorische Lernzelte bieten für einen Teil der Kinder Abhilfe und Unterstützung, das Erlebte zu verarbeiten.
Insofern es die Beschädigung der Schulen zulässt, findet bereits wieder Unterricht statt. Viele Ehrenamtliche unterstützen die Arbeit der Hilfsorganisationen in der Kinderbetreuung oder als Lehrkräfte.
Eine weitere Herausforderung ist die flächendeckende Betreuung der Familien mit einer medizinischen Versorgung. Naturkatastrophen diesen Ausmaßes begünstigen den Ausbruch von Krankheiten wie Malaria, Cholera oder anderen Infektionskrankheiten.
Zusätzlich hat UNICEF Anfang Mai mehr als 700.000 Kinder in Mosambik gegen Polio und mehr als 650.000 Kinder gegen Masern und Röteln geimpft.
Die Stürme haben zudem die Trinkwasserquellen verschmutzt, wodurch ein idealer Nährboden für Cholera oder andere Durchfallerkrankungen geschaffen wurde. In Mosambik sichert die Stiftung United Internet for UNICEF gemeinsam mit UNICEF die Trinkwasserversorgung für mehr als 1,4 Millionen Menschen.