Jemen: Wie lebt ein Kind im Krieg?

Zu Beginn des vierten Kriegsjahres sind nahezu alle Kinder im Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Akute Mangelernährung, die Gefahr eines erneuten Choleraausbruchs sowie der Zusammenbruch der Infrastruktur und des Schulsystems bedrohen das Leben von Millionen.

"Jemen ist momentan einer der schlimmsten Orte auf der Welt, um ein Kind zu sein", sagt Geert Cappelaere, UNICEF-Regionaldirektor im Jemen und den benachbarten Ländern.
Zu Beginn des vierten Kriegsjahres im Jemen haben die anhaltenden Konflikte dazu geführt, dass nahezu jedes Kind im Land humanitäre Hilfe benötigt.
Fünf Kinder werden im Jemen jeden Tag getötet oder verletzt – insgesamt sind es mehr als 5.000 Kinder seit Ausbruch der Gewalt im März 2015.
Der Mangel an sauberem Trinkwasser ist ein großer Risikofaktor bei der Verbreitung der Cholera. In vielen Regionen ist die Trinkwasserversorgung völlig zusammengebrochen.
Dank der UNICEF-Nothilfe haben sechs Millionen Jemeniten wieder Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Teams reparieren Leitungen, bauen Brunnen und warten Wasserwerke, um die Wasserversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen.
2,1 Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.
Umfassende Impfkampagnen, die von 6.000 Impfhelfern unterstützt werden, sowie ...
... Aufklärungskampagnen zu Hygiene helfen zusätzlich, die Verbreitung von Krankheiten einzudämmen.
Zusätzlich leiden 1,8 Millionen Kinder im Jemen an Mangelernährung und Hunger. 400.000 von ihnen sind sogar schwer mangelernährt und kämpfen um ihr Leben.
UNICEF warnt auch vor den mittelfristigen Folgen des Zusammenbruchs des Schulsystems für eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen.
Bis zu zwei Millionen Mädchen und Jungen im Jemen gehen nicht zur Schule. 2.500 Schulgebäude wurden zerstört oder werden militärisch genutzt.
"Eine ganze Generation von Kindern im Jemen blickt in eine düstere Zukunft, weil sie keine Chance haben zu lernen", sagt Merixtel Relano, Leiterin von UNICEF Jemen.
Gemeinsam mit Partnern wie United Internet for UNICEF kann UNICEF Kinder mit Schulmaterial versorgen, Schulgebäude reparieren und Lehrer bezahlen. Das schafft ein wenig Hoffnung.