Jemens Lebensader im Visier

Der Angriff auf den zentralen Hafen im Jemen hat begonnen. Die Hafenstadt Hudaida ist die Lebensader des Landes. 70 bis 80 Prozent aller Hilfsgüter und Lebensmittel erreichen die 22 Millionen Menschen über dieses Nadelöhr.

Vor wenigen Tagen konnten UNICEF-Teams im Jemen noch mal Hilfsgüter verteilen, die im Hafen von Hudaida angekommen waren. Schon jetzt bezeichnen die Vereinten Nationen die Lage im Jemen als schlimmste humanitäre Katastrophe weltweit. Nun wird der Hafen bombardiert.
Über 40 UN-Mitarbeiter sind noch vor Ort und verteilen rund 70.000 Hilfspakete, die unter anderem Essen enthalten. Diese können eine Familie zwei Wochen lang versorgen.
Außerdem kam mit der Lieferung Nachschub von Antibiotika, Spritzen, Infusionen, therapeutischer Nahrung und Hygienesets.
Die Stadt Hudaida wird seit drei Jahren durch die Huthis kontrolliert. In und um die Hafenstadt leben nach Schätzungen von Hilfsorganisationen etwa 600.000 Menschen.
Etwa die Hälfte davon sind Kinder, die schon jetzt unter dem Bürgerkrieg leiden und auf die Hilfsgüter angewiesen sind, die die Hafenstadt erreichen.
Zu Beginn des vierten Kriegsjahres im Jemen haben die anhaltenden Konflikte dazu geführt, dass nahezu jedes Kind im Land humanitäre Hilfe benötigt.
Fünf Kinder werden im Jemen jeden Tag getötet oder verletzt – insgesamt sind es mehr als 5.000 Kinder seit Ausbruch der Gewalt im März 2015.
Der Mangel an sauberem Trinkwasser gefährdet Kinder und ihre Familien zusätzlich. Krankheiten wie Cholera können sich dadurch schneller ausbreiten.
Der UN-Sondergesandte Martin Griffiths hatte bis zuletzt versucht, den Angriff zu verhindern: "Ich kann nicht genug betonen, dass es keine militärische Lösung für diesen Konflikt gibt."