Bangladesch: Tausende Rohingya durch Monsun in Gefahr

Tausende Rohingya-Kinder sind in den Flüchtlingscamps in Bangladesch durch den Monsun in Gefahr. Der erste heftige Sturm hat die Flüchtlingslager und Notunterkünfte getroffen.

Die ersten schweren Monsun-Regenfälle haben die Flüchtlingscamps der Rohingya in Bangladesch getroffen. Hunderte Unterkünfte, Wasserstellen und Straßen stehen seitdem unter Wasser.
Und das war erst der Anfang der monatelangen Monsunzeit, die sich für die Rohingya schnell zur Katastrophe entwickeln könnte. Die Sicherheit und Gesundheit von Tausenden Kindern ist laut UNICEF in Gefahr.
UNICEF schätzt, dass 200.000 Rohingya von Erdrutschen und Überschwemmungen besonders bedroht sind. Die Hälfte von ihnen sind Kinder.
Einige Teile der Flüchtlingscamps sind in Hanglage. Durch den Regen besteht die Gefahr von Erdrutschen und Erosionen. Deshalb hat UNICEF schon Tausende Menschen innerhalb der Lager an sicherere Orte umgesiedelt.
Der anhaltende Regen führt in den Flüchtlingscamps zu starken Überschwemmungen. Durch überflutete Toiletten kann das Trinkwasser verseucht werden. Dadurch käme es sehr leicht zum Ausbruch von gefährlichen Krankheiten wie Cholera.
Durch den Regen wurden bereits etwa 900 Unterkünfte zerstört.
Auch Wasserstellen und Toiletten-Anlagen sind beschädigt. Die Helfer vor Ort arbeiten mit Hochdruck an Reparaturen.
Viele der Zugangsstraßen zu den Camps stehen unter Wasser. Manche der Notschulen und kinderfreundliche Zentren mussten geschlossen werden, weil sie überschwemmt wurden.
"Tausende Kinder und ihre Familien leben in Unterkünften auf Hügeln ohne Bäume, Felsen oder Sträucher, die Erdrutsche verhindern könnten. Ein Großteil des sandigen Bodens ist zu Schlamm geworden, während es weiter regnet und der Wasserpegel steigt", sagt der Leiter von UNICEF Bangladesch, Edouard Beigbeder.
"Mit der Monsun-Zeit steigen auch die Gefahren für Kinder: Ihnen drohen nicht nur Verletzungen, Trennungen von Angehörigen oder sogar Tod als Folge von Erdrutschen und Überschwemmungen“, sagt Beigbeder. "Sie sind auch durch Krankheiten und fehlenden Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung gefährdet."