Die siebenmalige Weltmeisterin Laura Dahlmeier hat sich in Form gekämpft. In der letzten Biathlon-Verfolgung vor Olympia feierte Deutschlands Sportlerin des Jahres den zweiten Saisonsieg. Und Franziska Preuß holte sich die Olympia-Norm.

In überragender Manier hat die siebenmalige Biathlon-Weltmeisterin Laura Dahlmeier beim Weltcup in Antholz ihren zweiten Saisonsieg gefeiert. Bei der Olympia-Generalprobe in der Verfolgung setzte sich die 24-Jährige zwei Tage nach ihrem zweiten Platz im Sprint mit einem Schießfehlern und einem Vorsprung von 17,3 Sekunden Vorsprung vor der Italienerin Dorothea Wierer und der dreimaligen Olympiasiegerin Darja Domratschewa aus Weißrussland durch.

Für die Bayerin war es am Samstag knapp drei Wochen vor der Eröffnung der Winterspiele in Pyeongchang der 19. Weltcupsieg ihrer Karriere. "Ich bin richtig, richtig happy, dass das bei mir so gut geklappt hat. Den Zieleinlauf habe ich richtig genießen können, schöner kann ein Biathlon-Rennen nicht laufen", sagte sie in der ARD. "Sie hat es von Anfang bis zum Ende perfekt gemacht", lobte Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner

Zwölf Sekunden hinter Sprint-Siegerin Tiril Eckhoff aus Norwegen gestartet, übernahm Dahlmeier nach dem zweiten Schießen erstmals die Führung. Beim ersten Stehendschießen dann blieben Eckhoff, Domratschewa und Dahlmeier fehlerfrei - die Entscheidung fiel somit beim finalen Auftritt am Schießstand. Und da zeigte Dahlmeier keine Nerven, während die Konkurrenz patzte. "Der Verfolger ist immer ein richtiger Krimi. Da gewinnt nur, wer die Gedanken am besten im Zaum hält. Beim dritten und vierten Schießen war es unheimlich spannend und da muss man ganz bei sich bleiben."

Unterdessen rückte die von Position 20 gestartete Franziska Preuß Platz für Platz vor. Bis zum letzten Schießen hatte sie sogar auf Podestchancen, doch dann musste sie zweimal in die Strafrunde - Platz zehn brachte aber die Olympia-Qualifikation. Die zweimalige Saison-Siegerin Denise Herrmann wurde Zwölfte - trotz fünf Strafrunden. Als 18. beendete Franziska Hildebrand (3 Strafrunden) das letzte Jagdrennen vor Olympia, Vanesa Hinz (4) kam auf Rang 20. Maren Hammerschmidt (4) auf Platz 24.

Gut drei Wochen vor dem ersten Olympia-Rennen in Südkorea zeigt Dahlmeier weiter aufsteigende Form. Nach ihren beiden zweiten Plätzen im Massenstart am vergangenen Sonntag in Ruhpolding und am Donnerstag im Sprint von Antholz holte sie sich über die zehn Kilometer ihren ersten Einzel-Sieg im Olympia-Jahr.

Deutschlands Sportlerin des Jahres, die zuletzt von zwei Krankheitspausen gebremst wurde, scheint wieder voll da zu sein. Im Vorjahr hatte sich Dahlmeier bei ihren Lieblings-Strecken auf 1642 Metern Höhe im Antholzer Tal mit Siegen im Einzel und der deutschen Staffel, sowie einem zweiten Platz in der Verfolgung viel Selbstvertrauen geholt. Kurz darauf gewann die Bayerin bei der WM in Hochfilzen in sechs Rennen fünfmal Gold und einmal Silber.© dpa