Uschi Disl wird 50: Die bekanntesten deutschen Biathletinnen

Sie war eine der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen: Am 15. November feiert Uschi Disl ihren 50. Geburtstag. Ihren zahlreichen Goldmedaillen und Weltcupsiegen verdankt die Biathletin den Spitznamen "Turbo-Disl". Inzwischen haben einige Athletinnen an ihren Erfolg angeknüpft - ein Überblick. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Sie war eine der ersten deutschen Biathletinnen, die auch international Erfolge verbuchen konnten. "Uschi" Disl, die im November 1970 im bayerischen Bad Tölz zur Welt kam, feierte ihr Weltcupdebüt 1989, zuvor hatte sie vom Langlauf zum Biathlon gewechselt. Das Foto zeigt sie im Jahr 1993.
Ihr erstes Weltcuprennen gewann Disl 1990/91 mit dem Sprint, die erste WM-Medaille folgte 1991 im finnischen Lahti (Bronze). Und auch bei den Deutschen Meisterschaften war sie siegreich - im Einzelwettbewerb über 15 km.
1992 war Damenbiathlon zum ersten Mal eine olympische Disziplin und Uschi Disl war mit der deutschen Staffel sofort erfolgreich. Gemeinsam holte das Team Silber. In Lillehammer kam 1994 eine weitere olympische Silbermedaille sowie eine in Bronze hinzu. Aber Disl wollte auch Gold.
Das gelang ihr 1998 in Nagano im Staffelrennen gemeinsam mit Martina Zellner, Katrin Apel und Petra Behle (v.l.n.r.). Zuvor hatte sie auch Bronze (Einzelrennen) und Silber (Sprintrennen) geholt. Insgesamt ist Disl eine der erfolgreichsten Biathletinnen bei Olympia aller Zeiten. Sie qualifizierte sich fünfmal und gewann neun Medaillen - mindestens eine bei jedem Turnier.
Petra Behle ist eine wahre Pionierin des Biathlonsports für Frauen. 1987 gab sie ihr Debüt im Weltcup und wurde ein Jahr später mit 19 jüngste deutsche Weltmeisterin im Biathlon, damals wurden in Deutschland noch keine Wettkämpfe für Frauen ausgetragen. Behle beendete ihre Laufbahn als Biathletin 1998 mit einem Olympiasieg im Team mit Uschi Disl, Katrin Apel und Martina Zellner.
Bereits mit sechs Jahren machte Martina Zellner erste Versuche auf Langlaufskiern. Als Frauenbiathlon in den 1980er Jahren populärer wurde, startete die gebürtige Traunsteinerin ihre ersten Versuche am Gewehr. 1990 feierte sie schließlich ihr Debüt im Juniorenbereich. 1998 gewann sie mit Uschi Disl, Katrin Apel und Petra Behle in Nagano Gold in der Staffel.
Zunächst trat Katrin Apel als Langläuferin an, 1994 entschied sie sich dann für den Biathlonsport - und das erfolgreich. Vor ihrem Rücktritt 2007 gewann sie zweimal Olympia-Gold und je einmal Silber und Bronze. Zusätzlich holte sie vier goldene und fünf silberne WM-Medaillen und eine in Bronze.
16 Jahre lang begeisterte Verena Bentele als blinde Biathletin. Sie ist von Geburt an erblindet und gewann insgesamt zwölf paralympische Goldmedaillen, allein 2010 in Vancouver siegte sie fünfmal. Nach ihrer sportlichen Karriere bestieg sie den Kilimandscharo und als erster blinder Mensch den Mount Meru.
Mit 46 Weltcupsiegen, acht Weltmeisterschaftstiteln und zwei Olympiasiegen zählt Andrea Henkel zu den erfolgreichsten deutschen Biathletinnen. 2002 holte sie den ersten Platz im Einzel in Salt Lake City und in der Staffel. Nach der Saison 2013/14 beendete sie ihre Karriere.
In Salt Lake City holte Kati Wilhelm 2002 zweimal Gold und einmal Silber, vier Jahre später folgten in Turin noch einmal Gold und zweimal Silber, in Vancouver nochmal Bronze. Damit ist sie bis heute eine der erfolgreichsten deutschen Olympia-Biathletinnen. Auch im Weltcup feierte der Rotschopf große Erfolge. Seit ihrem Rücktritt 2010 ist sie in der ARD als Biathlonexpertin zu sehen.
Sie feierte als Jugendliche im slowenischen Pokljuka als Zweite im Massenstart ihren großen internationalen Durchbruch. In der Saison 2002/03 gewann die Mittenwalderin als erste Deutsche den Gesamtweltcup. Nach 24 Weltcupsiegen, vier Olympia-Medaillen (dreimal Silber, einmal Bronze) und dreifachem WM-Gold beendete die Polizeihauptmeisterin Martina Beck (geb. Glagow) 2010 ihre Karriere.
Simone Hauswald gab ihr Debüt in der Saison 2002/03 und schaffte es regelmäßig unter die Top 20. Von einer Schienbeinverletzung zurückgeworfen, musste die Halbkoreanerin noch sechs weitere Jahre auf ihren ersten Triumph im Weltcup warten. Im Dezember 2008 gelang ihr dann in Pyeongchang ein besonderer Erfolg: In der Heimat ihrer Mutter holte sie 2009 gleich zwei WM-Medaillen, die erste goldene folgte ein Jahr später in Chanty-Mansijsk.
Sie ist Deutschlands Biathlon-Königin. Magdalena Neuner gewann in ihrer Karriere zwischen 2006 und 2012 alles, was eine Biathletin gewinnen kann: zwei olympische Goldmedaillen, zwölf WM-Titel, dreimal die Weltcup-Gesamtwertung und 34 Einzelrennen. Insgesamt lief sie 63 Mal aufs Podium, bevor sie mit 25 in "Rente" ging.
Schon früh zog es Franziska Hildebrand auf die Bretter, wo sie lange Zeit von ihrem Vater Wolfgang Hildebrand trainiert wurde. Ihr Weltcupdebüt gab sie 2010/11 in Östersund, wo sie den sechsten Platz belegte. In der Saison 2012/13 gewann sie zusammen mit Tina Bachmann, Miriam Gössner und Nadine Horchler mit einem dritten Platz ihren ersten Podestplatz im Weltcup. Hildebrand hat eine sehr gute Bilanz vorzuweisen: Sie holte sich bisher zweimal WM-Gold, je einmal WM-Silber und WM-Bronze, sowie einmal EM-Gold und drei EM-Bronze-Medaillen.
Maren Hammerschmidt entdeckte ihre Liebe zum Biathlon bereits in der ersten Klasse bei einem Schnupperkurs. Ihr Europacupdebüt feierte sie 2010, bevor sie 2012 erstmals im Weltcup antrat. 2017 holte sie WM-Gold mit der Staffel.
Laura Dahlmeier legte eine beispiellose Biathlonkarriere hin – nicht umsonst wird sie bis heute oft mit Magdalena Neuner verglichen. Nach ihrem Abitur 2011 wurde sie in den Nationalkader aufgenommen. Sie holte sieben Weltmeistertitel, den Sieg des Gesamtweltcups 2016/17 und zwei Goldmedaillen bei Olympia 2018. Im Mai 2019 erklärte die damals 25-Jährige ihren Rücktritt.
Nach 14 erfolgreichen Jahren als Langläuferin, wandte sich Evi Sachenbacher-Stehle 2012 dem Biathlon zu. Bereits bei ihrem ersten Wettkampf holte sie sich Gold bei der deutschen Meisterschaft. Allerdings wurden ihre Erfolge von einem Dopingskandal überschattet: Bei den Olympischen Spiele 2014 wurden Spuren von Methylhexanamin in ihrem Urin gefunden. Sie erklärte im November 2014 ihren Rücktritt.
Auch Vanessa Hinz (l.) begann ihre Skikarriere im Langlauf, bevor sie 2012 zum Biathlon wechselte. Der heute 28-Jährigen gelang 2014 zusammen mit ihren Kolleginnen Luise Kummer, Franziska Hildebrand und Franziska Preuß ihr erster Weltcupsieg. Mittlerweile nennt sie sechs WM-Medaillen (je dreimal Gold und Silber) ihr Eigen.
Eigentlich gehörte Franziska Preuß' Herz lange Zeit der Leichtathletik, bis sie mit 15 Jahren ein Trainingscamp für Biathlon besuchte. 2014 feierte die gebürtige Wasserburgerin ihr Weltcupdebüt, bei der WM 2015 holte sie im finnischen Kontiolahti Gold mit der Staffel.
Schon im Skilanglauf erzielte Denise Herrmann große Erfolge. Kein Wunder, denn bereits im Alter von acht Jahren nahm sie an ersten Wettkämpfen teil. 2016 wechselte sie dann zum Biathlon und war dort nicht minder erfolgreich. Ihren wohl größten bisherigen Sieg durfte sie bei der Biathlon-WM 2019 in Östersund feiern, wo sie Weltmeisterin in der Verfolgung wurde.