Viele Fans und Experten hatten bei der Halbzeitshow des Super Bowl 2019 auf eine Protestaktion im Zuge der Diskussion um Colin Kaepernick gehofft. Der Auftritt von Maroon 5 in Atlanta enttäuschte diese Hoffnungen.

Die New England Patriots um Star-Quarterback Tom Brady haben mit einem 13:3-Erfolg beim 53. Super Bowl in Atlanta Geschichte geschrieben und sind nun mit sechs Triumphen Rekord-Titelträger. Jared Goff und seine Los Angeles Rams enttäuschten. Das große Finale der NFL hier bei uns in der Ticker-Nachlese.

Ohne Protestaktionen oder sonstige Zwischenfälle ist die Popband Maroon 5 in der Halbzeitshow beim Super Bowl in den USA aufgetreten.

Die Gruppe aus Los Angeles spielte bei dem Football-Endspiel in Atlanta zunächst "Harder to Breathe" und dann weitere Klassiker wie "This Love" und "She Will Be Loved". Drei ihrer sechs Titel im Medley über etwa 15 Minuten stammten aus dem erfolgreichen Debütalbum "Songs About Jane" von 2002.

Fans am Bühnenrand schienen begeistert von Frontmann Adam Levine, der im Lauf des Auftritts immer mehr Kleidungsstücke ablegte und gegen Ende seinen nackten und tätowierten Oberkörper zeigte.

Protestaktion wegen Kaepernick bleibt aus

Levines Outfit und das der Bandmitglieder schien aber eher beliebig und nicht so gezielt gewählt wie bei früheren Super-Bowl-Auftritten anderer Künstler. Die Bühne glich aus der Luft einem großen "M", immer wieder explodierte Pyrotechnik und Lichtstrahler leuchteten durch die Arena.

Der aus Houston stammende Rapper Travis Scott brachte die Fans mit seinen Titeln "Sicko Mode" und "Like a Light" zum Wippen. Einen Heimvorteil schien Rapper Big Boi von Outkast zu genießen, der "The Way You Move" rappte: Er stammt aus Savannah, das wie Atlanta im US-Bundesstaat Georgia liegt.

Angesichts der Kontroverse um Quarterback Colin Kaepernick und Proteste innerhalb der Liga gegen Polizeigewalt und Unterdrückung von Schwarzen hatten viele Zuschauer auf eine Protestaktion oder ein Zeichen der Solidarität gehofft.

Beides blieb jedoch aus. Zuvor hatte es Forderungen gegeben, dass Maroon 5 den Auftritt absagen oder aus Solidarität mit Kaepernick, der seit zwei Jahren von keinem Team mehr unter Vertrag genommen wurde, niederknien sollten.

Mit dieser Geste hatte Kaepernick eine landesweite Debatte losgetreten. US-Präsident Donald Trump forderte die NFL-Clubs sogar auf, alle "Hurensöhne" zu feuern, die nicht für die Nationalhymne aufstünden. (dpa/fte)

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