Die ersten Wettkampftage der Olympischen Spiele in Pyeongchang waren von eisigen Temperaturen und kräftigem Wind geprägt. Die Abfahrt der Herren sowie der Riesenslalom der Damen mussten verschoben werden. Für die Athleten können die kalten Temperaturen gesundheitlich gefährlich werden. Doch müssen Wettkämpfe abgesagt werden? Und wenn ja, wann?

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Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang haben bereits an den ersten Wettkampftagen für viel Spannung gesorgt.

Zu schaffen macht den Organisatoren allerdings der eisige Wind und die kalten Temperaturen.

Nachts sinken die Werte weit in den zweistelligen Minusbereich und auch tagsüber bewegen sich die Temperaturen nicht über den Gefrierpunkt. Für die Sportler stellen diese Bedingungen eine Gefahr für die Gesundheit dar.

Starker Wind führt zu Verschiebungen und schweren Stürzen

Die Abfahrt der Herren und der Riesenslalom der Damen mussten aufgrund des starken Windes auf Donnerstag verschoben werden.

Der Wettbewerb im Slopestyle der Damen wurde dagegen durchgeführt. Die Folge: Zahlreiche Stürze und scharfe Kritik der Sportlerinnen an den Organisatoren.

Kalte Temperaturen gefährden die Gesundheit

Durch die starken Windböen wird die ohnehin bereits kalte Luft gefühlt noch kälter. Für Ausdauersportler wie Langläufer, Biathleten und Nordische Kombinierer können sich diese Bedingungen negativ auf die Gesundheit auswirken.

Bei extrem kalten Temperaturen werden die Lunge, Bronchien und Schleimhäute gereizt, was die Gesundheit der Sportler gefährdet. In der Vergangenheit wurden bereits Wettbewerbe wegen extremer Kälte abgesagt.

Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln erklärt in einem "Bild"-Interview: "Bei minus zehn bis minus zwölf Grad kommt es oft zu Reizhusten. An solch kalten Tagen ist es besser, auf den Sport im Freien ganz zu verzichten. Denn die sehr kalte Luft reizt die Lungenbläschen zu stark."

Die Athleten in Pyeongchang sind während ihrer Wettkämpfe teilweise deutlich kälteren Temperaturen ausgesetzt.

Biathletin Laura Dahlmeier klagte nach ihrem zweiten Olympia-Gold über Kälte-Schmerzen. "Ich war körperlich schon echt kaputt", sagte Dahlmeier nach der Verfolgung.

Als Vorsichtsmaßnahme ließ sie den Besuch im ZDF-Studio ausfallen, um sich für das Einzel am Mittwoch vollständig zu erholen.

Um das kräftezehrende Einzel durchzuhalten, wird es für die DSV-Athleten wieder ein spezielles Getränk geben. "Wir haben einen Tee mit Kohlehydraten angereichert. Ich denke, das wird es diesmal auch wieder geben", so die 24-Jährige.

Wettbewerbe können wegen Kälte verschoben werden

Die Wettbewerbe im Biathlon, Langlauf sowie Skispringen können ab einer Temperatur von minus 20 Grad abgesagt werden. Gleiches gilt auch für die Nordische Kombination.

Dieser Wert ist jedoch lediglich ein Richtwert und kein Grenzwert. Die Entscheidung, ob der Wettkampf durchgeführt wird oder nicht, fällt die jeweilige Jury.

Die Skispringer litten bei ihrem Wettkampf von der Normalschanze am Samstag bereits unter den widrigen Verhältnissen. Besonders hart traf es den Schweizer Simon Ammann, der gleich siebenmal auf den Balken rutschen musste, bis er nach zehn Minuten endlich grünes Licht für seinen Sprung bekam.

Doch die Jury wollte den Wettkampf trotz schwieriger Bedingungen durchziehen, um jedem Springer zwei Versuche zu gewährleisten. Die Polen reagierten darauf mit Unverständnis.

Wind lässt in den kommenden Tagen nach

Der Wind soll sich laut den Organisatoren ab Mittwoch beruhigen, kalt wird es in Pyeongchang weiterhin bleiben. Für die Athleten bleiben die Bedingungen bei den Olympischen Spielen damit weiter schwierig.


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