Das lief alles andere als glatt. Eric Frenzel musste ein zweites Mal zum Siegerfoto antreten, der erste Versuch schlug fehl. Das war aber auch der einzige Schönheitsfehler eines perfekten Wettkampftags in der Nordischen Kombination.

Mehr aktuelle News zu Olympia 2018 in Pyeongchang

Panne nach Olympia-Sieg: Weil das obligatorische Siegerfoto der drei Gewinner noch nicht geschossen war, mussten Olympiasieger Eric Frenzel, Akito Watabe und Lukas Klapfer noch einmal zurück auf das Podest stapfen.

Das erfolgreiche Trio aus Deutschland, Japan und Österreich war nach dem Kombinierer-Wettkampf von der Normalschanze schon davongezogen, bis sie noch einmal zum Treppchen beordert wurden. Als alle auf der höchsten Podeststufe standen und freundlich lächelten, klickten die Kameras. Nun durften Frenzel und Co. wirklich gehen.

"Mein großes Ziel war es, hier erfolgreich zu sein, dafür habe ich alles andere hinten anstehen lassen", sagte der überwältigte Kombinierer nach seinem Gold-Coup in Pyeongchang. Die Tränen in seinen Augen waren verständlich.

"Ich habe alles in die Waagschale geworfen. Ich bin am letzten Berg All-in gegangen", sagte Frenzel, nachdem er den Japaner Akito Watabe und Lukas Klapfer aus Österreich auf die Plätze vertröstete. Mit seinem unwiderstehlichen Antritt sprang der 29-Jährige wenige Meter vor dem Ziel davon und war nicht mehr einzuholen.

Von seinen Trainern habe er die Anweisung bekommen, dass er in der Spitzengruppe heute der "Boss" sein solle, erzählte der strahlende und erleichterte Frenzel. Seine Frau Laura sah gemeinsam mit dem ältesten Sohn Philip bei dem Sieg zu.

Weinbuch: "Im Kopf ist er brutal stark"

"Es ist unglaublich, was für eine Energie er hat. Im Kopf vor allem, da ist er brutal stark", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. "Er ist kein normaler Mensch."

In seinem Sport ist Frenzel nach seiner zweiten Goldmedaille endgültig zur Legende geworden. Aber der 29-Jährige hat noch nicht genug.

Dieses Mal soll es - anders als in Sotschi vor vier Jahren - weitergehen für ihn bei Olympia. Damals wurde er krank, die Topform aus dem ersten Rennen war weg. Die weiteren Wettkämpfe konnte er nicht mehr nach seinen Wünschen gestalten.

"Ich habe aus meinem Fehler von Sotschi gelernt und werde jetzt nicht krank. Aber Händeschütteln werde ich, ich werde gut desinfizieren", erklärte Frenzel auf seine Erfahrung angesprochen.

Der Goldmedaillen-Gewinner von der Normalschanze will auch am 20. Februar von der Großschanze und dann zwei Tage später im Teamwettbewerb voll da sein.

Vor allem Staffel-Gold scheint zum Greifen nah. Schließlich präsentierte sich von der Normalschanze nicht nur Frenzel in hervorragender Verfassung: Alle Deutschen landeten tatsächlich unter den ersten Zehn. (dpa/ska/ms)  © dpa

Bildergalerie starten

Olympia 2018: 15-Jährige verzaubert Olympia wie einst Kati Witt - Bilder aus Pyeongchang

Dramatisch, spektakulär, emotional: Olympische Spiele hinterlassen immer bleibende Eindrücke. Bilder aus Pyeongchang.