Der Deutsche Olympische Sportbund will den Aufbau des im Koalitionsvertrag von SPD, FDP und Grünen verankerten unabhängigen Zentrums für Safe Sport aktiv und inhaltlich mitgestalten. Dies geht aus einem Positionspapier hervor, das der DOSB am Mittwoch nach einem monatelangen Dialogprozess zu Schutz vor Gewalt im Sport zusammen mit der Deutschen Sportjugend und seinen Mitgliedsorganisationen veröffentlichte.

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"Wir, der organisierte Sport, begrüßen ausdrücklich den im Koalitionsvertrag verankerten Aufbau eines Zentrums für Safe Sport", sagte Torsten Burmester, Vorstandsvorsitzender des DOSB. "Das Zentrum kann und soll dabei helfen, Schutzlücken im Sport zu schließen sowie die bereits bestehenden Maßnahmen und Aktivitäten der Sportverbände und -vereine sinnvoll zu ergänzen und zu unterstützen." Gleichzeitig sehe der Dachverband weiterhin "die originäre Verantwortung" zur Sicherstellung von Schutz vor Gewalt bei den Verbänden und Vereinen.

Zwischen April und Juli sei bei dem Dialogprozess gemeinsam erarbeitet worden, wie aus Sicht des organisierten Sports ein Zentrum für Safe Sport aussehen solle, hieß es in der Mitteilung. Details über Inhalt, Finanzierung, Struktur oder den rechtlichen Rahmen wurden nicht benannt. Der DOSB machte aber klar: "Das unabhängige Zentrum für Safe Sport erfordert eine vollumfängliche Finanzierung durch den Bund mit neu zur Verfügung gestellten Finanzmitteln."

In dem Positionspapier wird zudem die Absicht angekündigt, einen Zukunftsplan Safe Sport zu entwickeln, der sich mit Qualitätsstandards, Professionalisierung von Beratung und einem verbindlichen Rechtsrahmen befassen soll. Außerdem habe der DOSB erste Projekte und Maßnahmen zur Aufarbeitung von zurückliegenden Fällen in Sportverbänden und -vereinen angestoßen.

"Der Dialogprozess war für uns erst der Anfang, ein erster Meilenstein auf dem Weg zu einer langfristigen Gesamtstrategie mit einem klaren Zukunftsplan", sagte Christina Gassner, Vorstand Jugendsport und Geschäftsführerin der Deutschen Sportjugend.  © dpa