Axel Schulz wird 50: Die Karriere des Kultboxers in Bildern

Axel Schulz, der Kultboxer: Am 9. November feiert er seinen 50. Geburtstag und hat allen Grund zum Feiern. Im Laufe seiner Karriere sah das aber oftmals anders aus. Auch Profis müssen einstecken können. © spot on news

Axel Schulz wird 1968 im Kreis Fürstenfeldwalde in der DDR geboren. Das Talent fürs Boxen entdeckt er schon früh. Mit gerade einmal elf Jahren tritt er der Abteilung Boxen der Fürstenwalder BSG Gaselan bei. Später fällt er bei einer Talentsichtung positiv auf und boxt schließlich seit 1982 für den ASK Frankfurt.
Im Oktober 1990 debütiert Axel Schulz als Schwergewichts-Profi, seine Erfolgssträhne hält weiter an. Von der Zeitschrift "Boxsport" wird er sogar zum Nachwuchssportler des Jahres gekürt, ehe er sich zwei Jahre später den deutschen Meisterschaftstitel im Schwergewicht sichert.
Wie es im Leben nun einmal so ist: Nach dem Höhenflug kommt der tiefe Fall. Axel Schulz kassiert im Jahr 1993 seine erste Niederlage als Profi-Boxer. Der nigerianisch-britische Boxer Henry Akinwande zwingt den damals 25-Jährigen beim Kampf um die Europameisterschaft in die Knie. Und das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Im September 1994 gewinnt Axel Schulz zwar gegen den 41-jährigen James "Bonecrusher" Smith, sein Gegner trägt aber nicht umsonst diesen Beinamen. Er bricht dem Deutschen die Nase. Ein Übel, das er für den Sieg vermutlich gerne in Kauf nimmt. Schulz steigt in die Top-12 der IBF-Rangliste auf. Die International Boxing Federation ist eine der vier größten Boxverbände im Profisport. Später stellt sich jedoch heraus, dass einiges an Bestechungsgeld geflossen ist, um Schulz in der Liste aufzuführen.
Im April 1995 fordert Axel Schulz den damals amtierenden IBF-Weltmeister George Foreman heraus. Endlich soll ihm der große internationale Durchbruch gelingen. An einen Sieg des deutschen Newcomers hat niemand geglaubt – und sie sollten Recht behalten. Dennoch kann Schulz seinem Gegner so eindrucksvoll die Stirn bieten, dass er über Nacht weltweiten Ruhm erlangt. Die Box-Szene kennt seinen Namen.
Berühmtheit bringt Axel Schulz in seinen Kämpfen aber nicht weit. Das muss der Sportler im Dezember 1995 am eigenen Leib erfahren. Als er gegen den Südafrikaner Francois Botha in den Ring steigt und eine klägliche Performance abliefert, fliegen Gläser und Flaschen. Seit diesem Tag dürfen in Deutschland keine Gläser und Glasflaschen mehr bei Boxkämpfen ausgegeben werden.
Es soll einfach nicht sein! Axel Schulz tritt im Juni 1996 zu seinem dritten WM-Kampf an - hoch motiviert, endlich einen internationalen Titel mit nach Hause zu bringen. Doch auch an den Fäusten seines US-Gegners Michael Moorer scheitert er nach zwölf Runden.
Schließlich zwingen Axel Schulz mehrere Verletzungen zu einer Zwangspause. Die sportfreie Zeit nutzt er, um sich neuen Leidenschaften hinzugeben. Er probiert sich Jahre später unter anderem als Schauspieler und steht für den Kinderfilm "Vier Freunde und vier Pfoten – Ein tierisches Abenteuer" vor der Kamera (Bild). Doch der Boxsport bleibt Leidenschaft Nummer eins.
Im März 1999 trifft Axel Schulz also eine Entscheidung: Entweder er misst sich nur noch mit internationalen Größen wie den Klitschko-Brüdern oder er hängt seine Karriere an den Nagel. Ein halbes Jahr später kämpft er gegen Wladimir Klitschko um die Europameisterschaft – und versagt kläglich. Von Anfang an ist er dem Ukrainer unterlegen, in Runde acht beendet der Ringrichter schließlich den Kampf. Noch im Ring verkündet Schulz sein Karriere-Aus.
Karriere-Aus? Von wegen! Axel Schulz versucht im November 2006 ein Comeback. Er steigt gegen den US-Amerikaner Brian Minto in den Ring – und steckt einen Haken nach dem nächsten ein. In der sechsten Runde verliert er nach technischem K.o. Nach dieser Niederlage und einem darauffolgenden Hirninfarkt hängt Schulz seine Boxhandschuhe endgültig an den Nagel.
Heute lässt es Axel Schulz deutlich ruhiger angehen. Seit 2006 ist er mit seiner Frau Patricia verheiratet, gemeinsam haben sie zwei Töchter und leben in Frankfurt an der Oder. Den Boxring betrachtet er sowieso nur noch von außen. Er ist als Sportmoderator und Kommentator tätig.
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