Wie hat eigentlich der frisch ins Team zurückgekehrte Kapitän die Diskussionen um Mesut Özil und Ilkay Gündogan erlebt? Kurz vor dem ersten Deutschland-Spiel meldet sich Manuel Neuer zu Wort.

Mehr aktuelle News zur WM 2018 finden Sie hier

Kapitän Manuel Neuer hat kurz vor dem Auftaktspiel gegen Mexiko eingeräumt, dass der Wirbel um Mesut Özil und Ilkay Gündogan die Fußball-Nationalmannschaft in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft beeinträchtigt hat.

"Am Anfang hat das schon ein bisschen gestört in der Mannschaft, war sogar belastend", sagte der 32 Jahre alte Nationaltorhüter im Interview der "Bild am Sonntag".

Das Treffen und die Fotos von Özil und Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sorgen in Deutschland nach wie vor für kontroverse Diskussionen.

Gegen die beiden Spieler mit türkischen Wurzeln gab es auch Pfiffe bei den Länderspielen im Vorfeld der WM-Endrunde in Russland. In der Mannschaft sei das Thema auch besprochen worden, "auch in Einzelgesprächen", berichtete Neuer.

Neuer: "Es gab Gespräche in Südtirol"

"Wenn jemanden etwas belastet, dann spricht man eben. Es gab auch mit Ilkay und Mesut Gespräche im Südtirol-Trainingslager. Das ist normal, wenn solche Dinge passieren", sagte Neuer. Er warb darum, mit dem Beginn der Spiele in Russland vorerst einen Schlussstrich zu ziehen.

"Grundsätzlich liegt das jetzt aber alles in der Vergangenheit, wir müssen nach vorne auf unser Ziel schauen. Jetzt ist WM! Wir haben das für uns aus der Welt geschafft und benötigen jetzt alle einen klaren Kopf", erklärte Neuer.

Der Kapitän hofft sogar auf einen positiven Effekt des Özil-Gündogan-Wirbels: "Vielleicht ziehen wir jetzt noch mehr an einem Strang und die Probleme der Vorbereitung werden am Ende in positive Energie umgewandelt."

Zuvor hatte Bundestrainer Joachim Löw Özil und Gündogan demonstrativ den Rücken gestärkt.

Er kenne die beiden Nationalspieler mit türkischen Wurzeln schon sehr lange und wisse, dass sie sich ganz mit den in Deutschland gelebten Werten identifizierten, sagte Löw dem "Spiegel".

"Und das ist für mich mal das Allerallerwesentliche. Diese beiden Spieler sind in Deutschland wirklich gut integriert. Das kann ich versichern." (ank/dpa)