Die Torjubel der Fußball-Stars und was sie bedeuten

Cristiano Ronaldo, Anthony Modeste, Miroslav Klose. Wenn Sie diese Namen lesen, haben Sie wahrscheinlich ganz bestimmte Jubel-Posen im Kopf. Wir zeigen Ihnen die bekanntesten und erklären, was sie bedeuten.

Miroslav Klose, der bei der WM 2014 nicht nur mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister wurde, sondern auch zum WM-Rekordtorschützen (16 Treffer), feierte seine Tore gerne mit einem Salto. Auslöser hierfür war eine Wette mit einem Freund, dem er sagte, er würde mit einem Salto jubeln, falls er mal in der Bundesliga spielen sollte.
Da das Jubeln per Salto mit dem Alter langsam zum Risiko wurde, wechselte Klose gegen Ende seiner Karriere zu einem neuem Torjubel. Die drei gespreizten Finger stehen dabei für seine beiden Kinder und seine Frau. Der Kreis aus Daumen und Zeigefinger symbolisiert den Zusammenhalt in der Familie.
Auch Pierre-Emerick Aubameyang (l.) packt nach einem Tor hin und wieder mal einen Salto aus. Noch bekannter ist der ehemalige Dortmunder und heutige Arsenal-Kapitän aber für sein Jubeln mit Masken von Comic-Helden. Neben Batman (hier zusammen mit Marco Reus alias Robin, r.) jubelte er bisher unter anderem auch als Spiderman und Black Panther.
Das Markenzeichen des zweifachen Weltfußballers Ronaldinho, der seine meisten Spiele für den FC Barcelona bestritt, war der Surfergruß, mit dem er seine zahlreichen Tore feierte.
Im Oktober 2019 ging der Jubel einiger Spieler der türkischen Nationalmannschaft durch die Presse und sorgte für Aufregung. Dabei salutierten die Spieler in Anlehnung an den begonnenen Militäreinsatz der Türkei in Syrien.
Was auf den ersten Blick aussieht wie der Militärjubel der Türken, bedeutet etwas ganz anderes. Der Jubel des Köln-Stürmers Simon Terodde hat einen simplen Grund: "Mit Union haben wir mal gegen Duisburg gespielt, ich habe ein Tor gemacht. Meine Eltern saßen auf der Tribüne, da habe ich sie mit dieser Geste gesucht. Das hat mir immer Glück gebracht".
Luis Suarez vom FC Barcelona feiert seine Tore mit seinem Dreifinger-Jubel. Der Jubel, bei dem er Daumen, Zeige- und Mittelfinger küsst, ist seiner Familie gewidmt. Seine berühmte Tor-Geste hat sich der Uruguayer sogar auf den Hals tätowieren lassen.
In letzter Zeit sieht man Mario Gomez, der seit knapp zwei Jahren bei seinem Jugendklub VfB Stuttgart spielt, zwar nicht mehr so oft jubeln wie zu seinen Hochzeiten bei Bayern München. Trotzdem ist er nach wie vor für seinen Torero-Jubel bekannt. Dabei feiert der Stürmer mit spanischen Wurzeln seine Tore im Stile eine Stierkämpfers.
Paul Pogba (hier nach dem WM-Sieg 2018) von Manchester United feiert seine Tore häufig mit dem sogenannten "Dab". Der 26-jährige Mittelfeldspieler hat aktiv dazu beigetragen, dass überall auf der Welt – egal ob auf Schulhöfen, auf Fußballplätzen oder zu Hause bei der Familie und Freunden – gedabbt wird.
Robert Lewandowski bejubelt seine wie am Fließband produzierten Tore mit zu einem X gekreuzten Armen vor der Brust. Ursprünglich kam der Jubel intuitiv. Mittlerweile ist es ein Gruß an seine Frau Anna und seine Tochter Klara. Es soll ein X-Chromosom symbolisieren.
Der nächste Schwabe unter den Jubel-Experten: 1994 wechselte Jürgen Klinsmann zu Tottenham Hotspur. In England hatte der Stürmer den Ruf eines Schwalbenkönigs. Klinsmann, der von einigen Fans deshalb spöttisch "Diver" ("Schwalbenkönig", eigentlich "Taucher") genannt wurde, nahm es mit Humor, rutschte nach seinen Treffern bäuchlings wie ein Taucher über den Rasen und wurde so schnell zum Publikumsliebling.
Der "Ohrenschrauber" von Luca Toni hat sich in das Gedächtnis der meisten Fußballfans eingebrannt. Allein in seiner Debütsaison beim FC Bayern 2007/08 schraubte er sich so 24-mal "das Ohr ab" und wurde Torschützenkönig. Die Geste soll heißen "Avete capito?" (Habt ihr das verstanden?).
In der Saison 2010/11 mischten die drei Mainzer Adam Szalai (l.), Lewis Holtby (Mi.) und André Schürrle (r.) unter Coach Thomas Tuchel die Bundesliga auf. Sieben Siege in den ersten sieben Spielen feierten die "Bruchweg Boys" damals. Bis heute ist der Jubel im Stile einer Boyband den Fans in Erinnerung geblieben.
Der Pariser Shooting Star Kylian Mbappé posiert nach einem Tor gerne mit verschränkten Armen. Der "L'Equipe" verriet der Franzose die Herkunft des Jubels: "Eigentlich habe nicht ich ihn erfunden, sondern mein kleiner Bruder. Er macht das immer, wenn wir auf der Playstation gegeneinander spielen."
Robbie Keane (hier bei einem Tottenham-Legenden-Spiel zur Eröffnung des neuen Stadions), der seine Fußballschuhe 2018 an den Nagel hing, feierte seine Tore mit einer ausgeklügelten artistischen Einlage. Dabei legte er zuerst einen Handstandüberschlag hin, gefolgt von einem Purzelbaum...
..., um anschließend im Stile eines Revolverhelden seine imaginären Pistolenschüsse abzufeuern.
Serge Gnabry vom FC Bayern hat sich die Geste, bei der er in einem imaginären Topf rührt, bei NBA-Basketballer James Harden abgeschaut. Für den großen Basketball-Fan ist der US-Star ein Vorbild: "Das ist Cooking. Wenn James Harden übertrieben viele Punkte macht, läuft er heiß." So wie Gnabry, wenn er – wie hier gegen Tottenham – vier Tore schießt.
Den "Masken-Jubel" erklärte der Argentinier Paulo Dybala von Juventus Turin auf Facebook wie folgt: "Es ist die Maske eines Gladiators. Wenn wir kämpfen, müssen wir manchmal unsere Kriegsmasken tragen, um stärker zu sein", erzählte er dort.
Der italienische Skandalfußballer Mario Balotelli ist vor allem den deutschen Fußballfans noch in schmerzhafter Erinnerung. Im Halbfinale der EM 2012, das Italien mit 2:1 gegen die DFB-Elf gewinnt, schießt der Stürmer zwei Tore. Balotellis Jubel war die sarkastische Antwort auf eine Karikatur, die ihn als King Kong darstellte – worin er einen rassistischen Unterton sah.
Der "Bomber" Gerd Müller feiert seinen 2:1-Siegtreffer im WM-Finale 1974 gegen die Niederlande auf eine ehrliche Art und Weise, wie man sie heute kaum mehr sieht. Nach einem klassischen Müller-Tor aus der Drehung macht er auf dem Weg zurück Richtung Mittelkreis – so wie man es oft von ihm gesehen hat – drei Luftsprünge und reckt die Arme in die Höhe.