Die legendärsten Feindschaften im Fußball

Immer wieder kommt es vor, dass sich große Persönlichkeiten des Fußballs spinnefeind sind. Von Hoeneß vs. Lemke bis Lehmann gegen Kahn - wir haben die legendärsten Fehden des Fußballs gesammelt.

Zlatan Ibrahimovic' Ex-Mitspieler Michael Ciani hat im Gespräch mit "Radio Monte Carlo" unlängst verraten, dass Zlatan bei PSG einen Mitspieler regelrecht hasste: Edinson Cavani. "Wenn man Cavani nahe stand, mochte Ibra das nicht. Entweder man stand auf Ibras Seite – oder man war gegen ihn", erzählt Ciani. Nicht die erste und sicherlich nicht die letzte Fehde, die es jemals zwischen Fußballern gegeben hat. Wir haben die schönsten Feindschaften des Fußballs gesammelt - und Ibrahimovic kommt sogar noch einmal vor.
1999 trug Thomas Strunz Stefan Effenberg noch auf Händen. 2002 war es mit der Freundschaft vorbei, denn Effenberg hatte eine Affäre mit Strunz' Frau Claudia angefangen. In seinem Buch "Ich hab's allen gezeigt" beschreibt Effenberg die entscheidende Nacht. Strunz habe ihn angerufen: "Du Schwein hast mir meine Frau geklaut!", schrie er. "Wenn Du sie noch einmal anrufst, passiert was." Ihre Freundschaft erholte sich nie mehr.
"Guardiolas philosophische Ansprachen in der Kabine - das ist Scheiße für Fortgeschrittene" - und damit wäre eigentlich auch schon alles über die Beziehung von Zlatan Ibrahimovic zu seinem ehemaligen Trainer beim FC Barcelona, Pep Guardiola, gesagt. Wobei, ein Zitat geht vielleicht noch: "Diesen Philosophen (Guardiola) brauchen wir nicht. Der Zwerg (Messi) und ich reichen völlig aus."
Auch wenn die beiden sowohl beim FC Bayern als auch in der deutschen Nationalmannschaft äußerst erfolgreich zusammenspielten, so waren sich Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann in ihrer aktiven Zeit nie besonders gewogen. In Matthäus' 1997 in der "Bild" abgedrucktem Tagebuch stellte er noch recht harmlos fest: "Klinsmann und ich - wir werden keine Freunde." In der "Münchner Abendzeitung" charakterisierte er Klinsmann jedoch als "egoistisch, feige und vor allem aufs Geld aus". Klinsmann konterte, er könne Matthäus nicht mehr ernst nehmen und verließ die Bayern im Sommer.
Lange Zeit waren Pep Guardiola und José Mourinho die definierenden Trainer des europäischen Fußballs. Besonders grün waren sich die beiden jedoch nie, das Verhältnis galt zeitweise als vergiftet. Vor allem Mourinho ließ lange Zeit keine Gelegenheit aus, sich über den Katalanen lustig zu machen. Beispiel gefällig? "Wenn einer genießt, was er macht, verliert man seine Haare nicht. Er hat eine Glatze bekommen. Guardiola genießt den Fußball nicht."
Noch eine sehr junge Fehde herrscht zwischen Hertha-BSC-Manager Michael Preetz und Kurz-Hertha-Trainermissverständnis Jürgen Klinsmann. In seinem von der "SportBild" veröffentlichten Tagebuch hatte Klinsmann gefordert, die Geschäftsleitung müsse sofort komplett ausgetauscht werden und behauptet, bei Hertha herrsche eine "Lügenkultur". Preetz nannte Klinsmanns Ergüsse daraufhin "widerlich", "perfide" und "ungehörig".
Dass die Torhüter Uli Stein (re.) und Toni Schumacher bei der WM 1986 so gar nicht miteinander konnten, lag nur teilweise daran, dass sich Stammtorhüter Schumacher von Stein unter Druck gesetzt fühlte. Viel mehr sind sich die beiden wohl einfach auch ein bisschen zu ähnlich. In Schumachers Memoiren schreibt er, er habe 1986 darum gebeten, "außerhalb der Blick- und Giftzone des hasserfüllten Mitspielers Stein trainieren zu dürfen". Stein musste Mexiko frühzeitig verlassen, nachdem er Teamchef Franz Beckenbauer als "Suppenkasper" bezeichnet hatte.
Eine große Bundesligafeindschaft herrschte lange Zeit zwischen Uli Hoeneß und Willi Lemke. Zwei aufstrebende Manager - Lemke bei Bremen, Hoeneß bei den Bayern. Sie ließen keine Gelegenheit aus, sich gegenseitig zu diskreditieren. So polterte Hoeneß einst, Lemke sei ein "Volksverhetzer", den er hassen gelernt habe. Auch Lemke bestätigt später, man habe sich wirklich nicht gemocht. Inzwischen hat sich das Verhältnis der beiden jedoch entspannt.
Dass Christoph Daum (m.) und Uli Hoeneß (drüber) so nah beieinander sitzen, gab es in der Bundesligahistorie äußerst selten. Die beiden konnten sich nicht leiden. Dass Hoeneß aber am 26. September 2000 in einem Interview vom "verschnupften Herrn Daum" sprach, damit einen der größten Skandale der Bundesligageschichte auslöste und Daum den fast schon sicher geglaubten Bundestrainerjob kostete, war eindeutig der Höhepunkt der Feindschaft. Dass Hoeneß Daum als Kokser geoutet hat, nimmt ihm der heute nicht mehr übel: "Ich habe mich selbst um den Bundestrainerjob gebracht und niemand anders", erklärte er bei "Sport1".
Dass sich Dortmunder und Schalker nicht gut verstehen, überrascht nicht. Was Roman Weidenfeller Gerald Asamoah offenbar an den Kopf geworfen hatte, sprengte jedoch den Rahmen einer normalen Feindschaft. Nach seiner - laut Asamoahs Erinnerung - rassistischen Entgleisung wurde Weidenfeller für drei Spiele gesperrt. Mittlerweile würde Asamoah Weidenfeller wieder die Hand geben, wie er 2015 im Interview mit "Der Westen" erklärte.
Oliver Kahn hatte sich das Sommermärchen 2006 sicherlich anders vorgestellt: Kurz vor der WM im eigenen Land entschied sich Teamchef Jürgen Klinsmann für Jens Lehmann im Tor - nicht für Kahn, die langjährige Nummer eins. Schon zuvor hatten sich die beiden Platzhirsche nicht besonders gut vertragen, während der WM war das Verhältnis dann eine "Fünf", erklärte Lehmann später. Im Viertelfinale gegen Argentinien sprang Kahn dann über seinen Schatten und wünschte seinem Rivalen viel Glück im Elfmeterschießen. Ein großer Moment.