Es ist die Fußball-Sensation des Jahres, des Jahrzehnts, vielleicht sogar des Jahrhunderts: Leicester City hat die Meisterschaft in England gewonnen und damit der versammelten Premier-League-Elite eine Lektion erteilt. Kein Wunder, dass die Spieler und die Stadt nach dem Titelgewinn völlig ausgerastet sind. Nur einer hat gefehlt - und musste sich alleine freuen.

Das kann man mal getrost eine Freudenexplosion nennen. Arm in Arm standen Leicester Citys neue Fußball-Helden im Haus von Torjäger Jamie Vardy vor dem Bildschirm. Als Schiedsrichter Marc Clattenburg die Partie zwischen dem FC Chelsea und Tottenham Hotspur (2:2) am Montagabend abpfiff, stand fest: Leicester City ist englischer Meister.

Die Spieler der "Foxes" hatten gerade eine der größten Sensationen im Weltfußball geschafft - und rasteten völlig aus. Wie kleine Kinder fielen der deutsche Abwehrspieler Robert Huth und Co. übereinander her, schrien, kreischten und sprangen wild durcheinander.

Der Ex-Schalker Christian Fuchs zeigte die Jubelszenen, sein Video ist in kürzester Zeit zu einem großen Renner im Netz geworden. "CHAMPIONS!!!", schrieb der österreichische Nationalspieler dazu.

"Ein unglaubliches Gefühl", schilderte Torjäger und Englands Nationalstürmer Vardy seine Emotionen nach dem Titelgewinn. "Ich habe so etwas bislang noch nicht gekannt. Wir haben letztes Jahr gerade so die Klasse gehalten und werden am Samstag die Trophäe hochhalten. Es ist der größte Erfolg in der Geschichte eines großen Vereins und wir alle haben einen Teil dazu beigetragen."

Vor der Villa des Superstars versammelten sich Hunderte Fans und huldigten ihren Idolen. Auch rund um das King Power Stadium in Leicester und in den Pubs der Stadt feierten die Anhänger die erste Meisterschaft in der Vereinsgeschichte.

Einer feierte hingegen ganz alleine: Trainer Claudio Ranieri. Der Coach war zum Zeitpunkt des Titelgewinns in Flugzeug. Weil seine Mutter 96 Jahre alt wurde, weilte er bis zum Abend in seiner italienischen Heimat. (cai/dpa)