Gareth Bale hat mit einem spektakulären Fallrückzieher-Tor für die Vorentscheidung im CL-Finale gegen Liverpool gesorgt. Danach deutete er an, Real Madrid verlassen zu wollen - weil er zu wenig spiele. Nun berichtet der "Telegraph", dass Bale zum FC Bayern will. Ist das realistisch?

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Mit seinem Traumtor zum 2:1 gegen Liverpool hat Gareth Bale Real Madrid im Champions-League-Finale auf die Siegerstraße gebracht. Auch wenn er über sein Tor natürlich überglücklich war, hat sich der 28-jährige Waliser nach dem Spiel unzufrieden gezeigt.

"Ich war enttäuscht, nicht von Beginn an spielen zu dürfen. Darüber war ich enttäuscht, aber das ist eine Trainerentscheidung. Ich wollte dem Spiel meinen Stempel aufdrücken, das habe ich geschafft", sagte er.

Gareth Bale deutet Wechsel an

Zudem deutete Bale einen Wechsel an: "Ich muss jede Woche spielen, aber das war diese Saison nicht der Fall. Ich will mehr Minuten haben und wenn ich sie nicht bei Real bekomme, dann muss ich sie woanders suchen", so Bale. "Ich muss mich jetzt im Sommer mit meinem Berater hinsetzen und die Dinge analysieren."

Nun berichtet der britische "Telegraph", dass der Flügelstürmer einen Wunschverein hat: den FC Bayern. Die Zeitung beruft sich dabei auf das nähere Umfeld des Spielers. Demnach sei München eine "faszinierende Möglichkeit".

Bereits im April hatte Bale im Gespräch mit der "Sport Bild" einen Wechsel zu den Bayern nicht ausgeschlossen.

Damals sagte er: "Der FC Bayern hat eine fantastische Mannschaft und war auch in der Vergangenheit schon immer einer der erfolgreichsten Vereine Europas. Mit diesem Klub in Verbindung gebracht zu werden, ist für jeden eine Ehre. Stand jetzt bin ich aber Spieler von Real Madrid."

Wie realistisch ist ein Wechsel von Bale zum FC Bayern?

Trotz der Berichte und Aussagen von Bale spricht manches gegen einen Wechsel an die Isar.

Bale hat bei den Königlichen einen Vertrag bis 2022 - mit einer immens hohen Ausstiegsklausel in Höhe von einer Milliarde Euro. Das wird Bayern definitiv nicht zahlen (können), also müsste Real den Spieler für weniger abgeben wollen.

Aber auch eine hohe zwei- oder sogar dreistellige Ablösesumme - Real hatte Bale selbst für knapp 100 Millionen Euro im Jahr 2013 von Tottenham geholt - dürfte Bayern nicht zahlen.

Das hat Uli Hoeneß zuletzt zumindest für diesen Sommer ausgeschlossen, nachdem Karl-Heinz Rummenigge noch gesagt hatte, dass der FCB irgendwann durchaus so viel für einen Spieler zahlen werde.

Auf der anderen Seite hat die bayerische Führungsriege ein gutes Verhältnis zu den Real-Verantwortlichen. Im vergangenen Sommer hatten die Münchner James Rodriguez aus Madrid geholt - erst einmal auf Leihbasis, aber mit einer Kauf-Option über 42 Millionen Euro. Für den 26-Jährigen hätten die "Königlichen" aber wohl durchaus mehr verlangen können.

Flügelstürmer gegen Stürmer?

In den vergangenen Monaten war zudem immer wieder über einen Wechsel von Robert Lewandowski nach Madrid spekuliert worden.

Zwar erteilte Rummenigge dem eine klare Absage. Doch nachdem Lewy durchaus mit einem Wechsel kokettiert und weder im CL-Halbfinale noch im DFB-Pokalendspiel besonders stark gespielt hatte, ist der Stürmer gerade bei den Fans aktuell nicht mehr unumstritten.

So könnte es auch zu einem Tausch kommen - wenn Real denn wirklich an Lewandowski interessiert ist und die Münchner neben Ribery, Robben, Coman und Gnabry überhaupt noch einen Flügelstürmer wollen.

Oder geht Bale doch zu Manchester United?

Zu all den offenen Fragen, Mutmaßungen und Gerüchten kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: Ein Bericht des ebenfalls britischen "Independent" von vor dem CL-Finale, wonach Bale auch zu Manchester United wechseln könnte.

Bereits vor einem Jahr hatte United-Coach Jose Mourinho gesagt: "Wenn er in den Plänen des Klubs keine Rolle spielt und es sich erhärtet, dass ein Spieler wie Bale auf dem Sprung ist, dann werde ich da sein."

Nach den Aussagen vom Wochenende ist zumindest klar, dass der Waliser bei Real nicht mehr glücklich ist. (cai)