Das "Debakel Dahoam" - Wie der FC Chelsea die Bayern schockte

Am Dienstag trifft der Rekordmeister auf den FC Chelsea. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Klubs hinterließ tiefe Spuren. Kann sich der FC Bayern nun von seinem Trauma befreien?

Am Dienstagabend ist es wieder soweit: Der FC Bayern München trifft im Achtlefinal-Hinspiel der Champions League auf den FC Chelsea. Das letzte Aufeinandertreffen in der Königsklasse dürfte bei den Bayern-Anhängern ein Trauma hinterlassen haben.
Am 19. Mai 2012 stieg das große "Finale dahoam". Nach der Finalpleite der vorangegangenen Saison wollte sich der FC Bayern nun, im eigenen Stadion, die europäische Fußballkrone aufsetzen.
In einer hart umkämpften Partie wirkten die Bayern dominant. Das Team von Jupp Heynckes schien das Spiel zunächst im Griff zu haben.
Lange taten sich die Bayern dennoch schwer, den Führungstreffer zu erzielen. Sie kreierten viele Chancen, ließen aber ebenso viele liegen. Eine ereignisreiche erste Hälfte endete schließlich mit 0:0.
Auch die zweite Hälfte begann ähnlich. Der FC Bayern dominierte das Spiel, nutze seine Chancen aber nicht. In der 83. Spielminute gelang dann jedoch der Durchbruch: Nach einer Hereingabe von Toni Kroos köpfte Thomas Müller den Ball über die Linie - die Allianz Arena bebte.
Noch war das Spiel jedoch nicht zu Ende. Der FC Chelsea warf alle Kraftreserven in das Spiel. Nur fünf Minuten nach dem 1:0, erkämpften sich die "Blues" aus London einen wichtigen Eckstoß.
Der Eckball in der 88. Spielminute dürfte sich ins Gedächtnis aller Bayern-Fans eingebrannt haben: Zum Entsetzen aller FCB-Anhänger stieg Didier Drogba im Strafraum in die Höhe und köpfte den Ball gekonnt in den Winkel. Die "Blues" hatten kurz vor Schluss das Spiel ausgeglichen.
Mit dem Kopfballtor zum 1:1 erzwang der FC Chelsea die Verlängerung.
Bereits in der dritten Minute der Verlängerung kam es dann zum Aufreger: Didier Drogba brachte Franck Ribery im Londoner Strafraum zu Fall. Der Schiedsrichter entschied sofort auf Elfmeter. Arjen Robben trat an, nahm Anlauf - und verschoss. Petr Cech hielt den Ball souverän.
Schließlich endete auch die Verlängerung. Es kam zum entscheidenden Elfmeterschießen.
Während der FC Bayern bisher jedes Elfmeterschießen in der Königsklasse für sich entscheiden konnte, war dies dem FC Chelsea noch nie vergönnt.
Nun lag es an den beiden Torhütern, Manuel Neuer und Petr Cech, den Champions-League-Titel für ihre Klubs festzuhalten.
Dann passierte es: Ausgerechnet der überragende Bastian Schweinsteiger setzte den entscheidenden Strafstoß an den Pfosten.
So kam es dann auch. Ausgerechnet Didier Drogba trat zum alles entscheidenden Elfmeter an. Er legte sich den Ball auf den Punkt, nahm Anlauf und platzierte den Schuss unerreichbar für Neuer im unteren Eck - Die Titelträume des FC Bayern waren geplatzt.
Sofort sanken die ersten Bayern-Spieler zu Boden - fassungslos über die vergebene Möglichkeit, vor heimischen Publikum den Champions-League-Pokal in den Nachthimmel zu stemmen.
Besonders hart traf es die Elfmeterschützen, Arjen Robben und Bastian Schweinsteiger.
Das "Finale Dahoam" wurde zum Albtraum. Versteinerte Mienen machren sich in den ungläubigen Gesichtern der Bayern breit.
Auch Trainer Jupp Heynckes war sichtlich niedergeschmettert. Nach dem Spiel sagte er: "Wir haben über weite Strecken ein wirklich gutes Spiel gemacht, hatten mehr Ballbesitz. Wir haben es aber nicht verstanden, die vielen Chancen zu verwerten. Die muss man nutzen, sonst wird man bestraft."
Bis heute sitzt der Stachel tief. Das "Debakel Dahoam" wird auch heute noch kein Spieler verdaut haben. Im diesjährigen Champions-League-Achtelfinale trifft der FC Bayern nun wieder auf die "Blues". Dieses Mal als Favorit - und aus Bayern-Sicht mit einem hoffentlich besseren Ende.