Diese Trainer verließen Borussia Dortmund vorzeitig

Lucien Favre ist nicht länger Trainer von Borussia Dortmund. In seiner dritten Saison für die Schwarz-Gelben ist für den Schweizer Schluss. Wir zeigen prominente Dortmunder Trainer-Kollegen, die den Verein ebenfalls vorzeitig verlassen haben.

Etwas überraschend landete im Sommer 1979 der ehemalige Münchner und Gladbacher Erfolgstrainer Udo Lattek auf der BVB-Bank. Knapp zwei Jahre später verließ er Dortmund auf eigenen Wunsch: Am 10. Mai 1981 bat er Präsident Reinhard Rauball um die vorzeitige Freigabe, um zum FC Barcelona wechseln zu können.
Im Sommer 1985 wurde der ehemalige Meistertrainer des FC Bayern Pal Csernai (l.) Trainer bei Borussia Dortmund. Nach einem 0:4 am 32. Spieltag gegen den VfB Stuttgart wurde er allerdings nach weniger als einem Jahr wieder entlassen. Sein langjähriger Assistent Reinhard Saftig (M.) übernahm.
In der Mitte seiner zweiten Saison wurde Michael Skibbe beim BVB entlassen. Der spätere Co-Trainer von Rudi Völler bei der deutschen Nationalmannschaft musste im Februar 2000 nach einer 0:1-Niederlage zum Rückrundenauftakt gegen den 1. FC Kaiserslautern gehen. Heute trainiert Skibbe die A-Jugend von Borussia Dortmund.
Bert van Marwijk folgte im Sommer 2004 auf den erfolgreichen Matthias Sammer. Der spätere Bondscoach der Niederlande führte den BVB durch die beiden schwierigen Jahre der drohenden Insolvenz. Am 18. Dezember 2006 wurde er zum Ende der Hinrunde nach einer 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen entlassen.
Van Marwijks Nachfolger wurde Jürgen Röber. Dessen Amtszeit war allerdings ein kurzes Unterfangen. Nach nur drei Monaten wurde er im März 2007 nach einer 0:2-Niederlage gegen den VfL Bochum entlassen. In den acht Spielen unter Röber gewann Dortmund nur zwei Partien und ging sechs Mal als Verlierer vom Platz.
Auf Röber folgte Thomas Doll. Dieser bekam einen Vertrag bis zum Saisonende 2010, bot dem Klub aber nach Platz zehn zum Ende der Saison 2007/08 und dem verlorenen DFB-Pokal-Finale seinen Rücktritt an. Somit wurde der Weg frei für Jürgen Klopp. Kürzlich wurde Doll vom zyprischen Europa-League-Teilnehmer APOEL Nikosia gefeuert.
Jürgen Klopp kam im Juli 2008 zum BVB, wo er in der Folge zweimal die deutsche Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal gewann. 2013 verlor er mit Dortmund das Champions-League-Finale gegen den FC Bayern. Im gegenseitigen Einvernehmen verließ Klopp den BVB am Ende der Saison 2014/15, wo Dortmund nur Siebter wurde. Seit Oktober 2015 trainiert er den FC Liverpool.
Thomas Tuchel, der nach Klopp auf der Bank der Dortmunder Platz nahm, konnte zwar sportlich überzeugen. Auf menschlicher Ebene passte es zwischen dem heutigen Trainer von Paris St. Germain und den BVB-Bossen allerdings nicht. So kam es, dass Tuchel trotz des Pokalsieges und der Champions-League-Qualifikation zum Saisonende 2016/17 freigestellt wurde.
Als Nachfolger von Tuchel kam Peter Bosz von Ajax Amsterdam. Unter dem neuen Trainer legte der BVB einen fulminanten Start mit 19 von 21 möglichen Punkten nach sieben Spieltagen hin. Nach weiteren acht Spieltagen mit nur noch drei Punkten wurde Bosz aber schließlich am 9. Dezember 2017 entlassen. Seit dem Sommer 2019 trainiert er Bayer 04 Leverkusen.
Zur Saison 2018/19 wurde Lucien Favre Trainer in Dortmund. Nach zwei Vizemeisterschaften und jeweils zweimaligen Scheitern in den Achtelfinals sowohl der Champions League als auch des DFB-Pokals ist für den Schweizer nach einer 1:5-Klatsche gegen den VfB Stuttgart am 12. Dezember 2020 Schluss.