• Im Kellerduell der Liga hat die Alte Dame die Nase vor.
  • Hertha baut durch den Heimsieg den Vorsprung auf die Abstiegszone auf drei Punkte aus.
  • Nur kurz durfte Schalke auf wenigstens ein Unentschieden hoffen.

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Hertha-Stürmer Wilfried Kanga hat Schalke 04 mit seinem ersten Bundesliga-Tor ans Tabellenende geschossen. Hertha BSC schaffte den ersten Heimsieg der Saison und besiegte die von Interimstrainer Matthias Kreutzer betreuten Gelsenkirchener am Sonntagabend zum Abschluss des elften Bundesliga-Spieltags mit 2:1 (0:0). Vor 60.165 Zuschauern und Zuschauerinnen im Berliner Olympiastadion hatte Lucas Tousart (49. Minute) die Gastgeber in Führung gebracht. Kanga (88.) sicherte dem Hauptstadtclub den Sieg kurz vor Schluss unter riesigem Jubel.

Für die Schalker, für die Florent Mollet (85.) spät zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen hatte, war es die sechste Pflichtspielniederlage in Folge. Das Team rutschte nach dem Sieg des bisherigen Schlusslichts VfL Bochum gegen Spitzenreiter Union Berlin (2:1) auf den letzten Platz. Die Herthaner unter Sandro Schwarz fuhren dagegen nach fünf sieglosen Spielen wieder einen Dreier ein und sprangen auf Rang 13.

Der Aufsteiger aus Gelsenkirchen hatte sich nach schwachem Saisonstart und der deutlichen Pokal-Niederlage in Hoffenheim am Mittwoch nach nur vier Monaten von Kramer getrennt. Die Trainersuche dauert an. "Es ist ein Prozess", sagte Sportdirektor Rouven Schröder bei DAZN vor der Partie. In der neuen Woche soll ein neuer Chefcoach präsentiert werden.

Kreutzer sei sehr selbstbewusst aufgetreten, habe alle wichtigen Dinge sehr direkt angesprochen, lobte Schröder. Der 39-Jährige, der nach eigener Aussage keine Ambitionen auf den Chefposten hat, veränderte die Mannschaft auf fünf Positionen im Vergleich zum Pokalspiel. Besonders in der Defensive hat Schalke viele Ausfälle zu beklagen.

Bei den Berlinern gab es einen besonderen Rückkehrer: Jean-Paul Boëtius stand nur wenige Wochen nach seiner Hodenkrebs-Operation erstmals wieder im Kader, begann aber nicht. Schwarz setzte auf eine Aufstellung mit zwei Stürmern. Neben Stevan Jovetic lief auch Wilfried Kanga von Beginn an auf.

Die neuen Offensivkräfte machten auf sich aufmerksam. Schalkes Marius Bülter, einer der fünf Neuen, erzielte in der 15. Minute mit einer tollen Direktabnahme die vermeintliche Führung für die Knappen. Doch das Tor zählte nach einer Überprüfung durch den Video-Schiedsrichter wegen einer Abseitsstellung nicht. Sechs Minuten schoss der 29 Jahre alte Ex-Unioner den Ball erneut ins Tor, doch wieder war es Abseits.

Schnelle Torfolge kurz vor dem Abpfiff

Bei Hertha hatte Kanga früh gute Gelegenheiten (2. und 5.), doch der 24-Jährige blieb wie in den Wochen zuvor zunächst noch glücklos im Abschluss. Jovetic wurde in der 26. Minute von Flügelspieler Dodi Lukebakio in perfekte Abschlussposition gebracht, brachte den Ball aber vom Fünf-Meter-Raum nicht auf das Tor.

Beide Teams spielten nach vorne, es war eine offene Begegnung. Kurz nach der Halbzeitpause versuchte es Tousart nach einer schönen Brustannahme mit einem Distanzschuss aus rund 25 Metern. Hertha-Leihgabe Alexander Schwolow, der schon in den vergangenen Wochen nicht immer glücklich aussah, wehrte den stramm, aber zentral geschossenen Ball nicht richtig ab. Er prallte von seinem Körper ins Tor.

In der Folge spielten beide Teams ihre Angriffe oft nicht konsequent genug zu Ende. Der eingewechselte Marco Richter vergab für Hertha aus spitzem Winkel (70.), bevor es turbulent wurde. Der eingewechselte Franzose Mollet ließ die Schalker Fans durch seinen Treffer aus 16 Metern jubeln und auf einen Punktgewinn hoffen. Nur drei Minuten später schloss Kanga einen Konter erfolgreich ab. (best/dpa)

André Breitenreiter sorgt nach seiner Mesterschaft in Zürich auch mit Hoffenheim für Aufsehen.

Breitenreiter will mit Hoffenheim die Bayern ärgern: "Wir haben große Qualität"

Die TSG 1899 Hoffenheim zöge mit einem Dreier daheim gegen den FC Bayern am deutschen Meister in der Tabelle vorbei. Nach den beiden überzeugenden Siegen über Schalke in Meisterschaft und Pokal geht TSG-Trainer Andre Breitenreiter voller Selbstbewusstsein in das Topspiel des elften Spieltags. "Wir haben eine Mannschaft von großer Qualität und tolle Einzelspieler." Es sei keine Option, den Bus vor dem eigenen Tor zu parken und "zu warten, bis der Ball irgendwann drin ist." Wer gegen die Bayern etwas holen wolle, müsse mutig auftreten. Es gebe, so Breitenreiter, gegen jede Mannschaft der Welt Lösungsansätze: "Wir sind auf Bayern vorbereitet, wollen aber auch uns glauben. Wir können es jeder Mannschaft sehr schwer machen."