Die Lethargie aus dem Champions-League-Auftakt in Rom ist abgelegt, ein Ausrutscher wie in Augsburg unwahrscheinlich. Eigentlich bringt Borussia Dortmund jetzt alles mit, um Samstag im Topspiel gegen Bayern München den Beweis anzutreten: Tabellenplatz 2 in der Bundesliga ist uns nicht genug.
Das 3:0 in der Champions League war jedenfalls beeindruckend. Gegner Brügge war schon mit drei Toren in der ersten halben Stunde erledigt, als wäre das Aufwärmprogramm gerade beendet worden. So will man den BVB sehen: angriffslustig und bestimmend.
Irgendwer muss Trainer
RB Salzburg hat ja unter der Woche vorgemacht, wie man Bayern München begegnen sollte. Die offensive, lauffreudige und leidenschaftliche Spielweise im Nachbarschaftsduell in der Champions League erinnerte an Dortmund. Nur dass Dortmund nicht am Ende einknickt und das Spiel 2:6 vergeigt.
Wer nach sechs Spieltagen punktgleich mit Bayern an der Tabellenspitze liegt, darf sich ein selbstbewusstes Auftreten im eigenen Stadion erlauben. Der BVB hat vermutlich die beste Mannschaft seit ewigen Zeiten auf dem Rasen. Zur Bayern-Dominanz fehlen eigentlich nur zwei Spielertypen.
Zum einen: Torwart Manuel Neuer. Von ihm sagt BVB-Boss Hans-Joachim Watzke seit Jahren, dass er 20 Prozent Unterschied zum Gegner ausmacht. Zum anderen: Tormaschine Robert Lewandowski. Der trifft, wie er will. Aber da kann Borussia Dortmund inzwischen ja mithalten.
Der eigene Torjäger
Die zwei Tore von Brügge genießen und dann Vollgas gegen Bayern: Das muss die Losung sein. Trainer Favre kann zeigen, dass er seine Lektionen aus den Bayern-Pleiten gelernt hat und die Mannschaft um Haaland so einsetzt, dass sie ihre Stärken ausspielt und nicht Schwächen kaschiert.