Meer erleben: Traumstrände und malerische Küstenorte an Nord- und Ostsee

Schön ist es am Meer nur auf Sardinien oder Sansibar? Von wegen! Nordsee und Ostsee haben so manchen traumhaften Strand zu bieten. Reisetipps für Sandläufer und Wellenhüpfer. (Mit Material der dpa.)

Wer kann schon von sich behaupten, auf einer Sandbank zu leben? Die Juister können es. Im Gegensatz zu etwa Sylt oder Amrum besitzen die sieben ostfriesischen Inseln, zu denen Juist zählt, keinen sogenannten Geestkern. Töwerland nennen die Juister ihr 15 Kilometer langes und äußerst schmales Eiland: Zauberland. Dies gilt auch für den endlosen Strand.
Wer entlang der Brandung spaziert, in die Nordseewellen springt oder beim Sonnenbaden den feinen Sand durch die Hände rieseln lässt, wird von keinem Motorengeräusch gestört. Denn Juist ist autofrei. Stattdessen könnte ein Schnauben und Wiehern zu vernehmen sein, denn Juists typisches Transportmittel sind die Pferdekutschen.
Wie Perlen an einer Schnur glänzen die schmuckvollen Villen entlang der langgestreckten Ostsee-Promenade: Die Schwesterorte Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck nahe der polnischen Grenze bilden die legendären Kaiserbäder von Usedom. Mit Beginn des Badetourismus im 19. Jahrhundert entstanden hier die prächtigen Bauten im Bäderstil - allesamt Unikate.
Geprägt durch Jugendstil und Klassizismus, zieren Balkone, Säulen und florale und maritime Ornamente die pastellfarbenen Villen, meist Holzbauten, auf Usedom. Sie bilden eine einmalige Kulisse an diesem blütenweißen Ostseestrand, der sich ganze 40 Kilometer westwärts Richtung Peenemünde zieht. Kein Wunder, dass hier schon Leo Tolstoi und Johann Strauß das erholsame Küstenklima genossen.
Der zwölf Kilometer lange und bis zu zwei Kilometer breite feinpudrige Strand an der Westküste Schleswig-Holsteins bei St. Peter-Ording lockt zu ausgiebigen Strandspaziergängen und bietet mehr als genug Platz für alle. Kinder können sich auf mehreren Strandspielplätzen austoben.
St. Peter-Ordings Besonderheit sind außerdem die zahlreichen Pfahlbauten. Die Stelzenbauten beherbergen heute mehrere Restaurants. Die bis zu sieben Meter hohen Terrassen bieten phänomenale Ausblicke über Strand und Meer, in dessen Wellen zahlreiche Kitesurfer täglich Adrenalin tanken. Wohltuend sind auch Spaziergänge durch die angrenzenden Salzwiesen.
Wer zum ersten Mal durch den Darßwald wandert, vernimmt den Duft und das Rauschen des Meeres bereits von Weitem. Und versteht - sobald sich die Küste vor einem öffnet -, warum der wilde Darßer Weststrand wiederholt zu einem der schönsten Europas gewählt wurde. In bizarren Formationen beugen sich windgebeugte Kiefern über den Strand. Andere hat der Sturm ganz umgefegt. Betörend smaragdgrün schwappen Ostseewogen an den 13 Kilometer langen Strand, der Blick wechselt zwischen Kiefernwald und weitem Horizont.
Weit weniger überlaufen als der bekanntere Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein ist das fast gleichnamige Idyll Timmendorf auf der Ostseeinsel Poel in Mecklenburg-Vorpommern. Über einen Damm mit dem Festland verbunden, geht es auf dem Eiland in der Wismarer Bucht ruhig und familiär zu.
In Timmendorf wacht ein alter Leuchtturm über den Hafen, in dem Jachten schaukeln und sich Fischerboote wiegen. An ihn schließt ein breiter Sandstrand an, der die Insel über eine lange Strecke säumt. Besonders romantisch wird es hier, wenn zum Abend der tieforangene Feuerball im Meer versinkt.
Wer auf Höhe des Leuchtturms am westlichen Rand des Dünengürtels steht, überblickt den endlosen Strand Amrums, der sich kilometerweit bis zur Nordspitze der Insel zieht. An seiner breitesten Stelle erstreckt sich der goldgelbe sogenannte Kniepsand - genau genommen eine Sandbank - über anderthalb Kilometer. Ein besonders schöner Strandabschnitt liegt auf Höhe des verträumten Inseldorfs Nebel.