Erfurt (dpa/th) - In Thüringen sind nach jüngsten Angaben des Bildungsministeriums derzeit gut 900 Lehrer langzeitkrank.

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Das entspreche einer Quote von 5,3 Prozent, teilte die Pressestelle des Ministeriums auf Anfrage mit. Die Gründe dafür sind nach Meinung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hausgemacht: "Es sind die schlechten und auf Dauer krankmachenden Arbeitsbedingungen in den Thüringer Schulen", so die GEW. Dazu zählten zu große Klassen, zu hohe Unterrichtsverpflichtungen und zu viel Bürokratie.

Zudem sei der Mangel an Lehrern ein weiterer Grund dafür, dass Unterricht ausfalle. Das Bildungsministerium räumt ein, dass momentan 193 unbefristete und 100 befristete Stellen ausgeschrieben sind. "Dabei wird die Suche nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern immer aufwendiger", so ein Sprecher des Ministeriums.

Betroffen sei regional gesehen vor allem der ländliche Raum sowie mit Blick auf die Inhalte die mathematisch-naturwissenschaftlichen und künstlerisch-musischen Fächer. Man setze alles daran, jede offene Stelle zu besetzen. "Dazu gehört auch, dass befristete Stellen, soweit möglich, mit festen Perspektiven für den unbefristeten Verbleib des Stelleninhabers im Thüringer Schuldienst versehen werden."

Bis dahin müssen aus Mangel an Lehrkräften bereits Schulklassen zusammengelegt werden. Bei insgesamt 12 000 Schulklassen im Land sei es jedoch sehr schwierig zu sagen, wie viele insgesamt betroffen seien.  © dpa

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