Hildburghausen (dpa) - In Hildburghausen hat die Polizei am Donnerstagabend erneut einen unangemeldeten Corona-Protest aufgelöst.

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Auf dem Marktplatz hatten sich nach Polizeiangaben bis zu 70 Menschen versammelt. In Thüringen sind derzeit nur Kundgebungen mit bis zu 35 Teilnehmern erlaubt.

Es wurden keine Masken getragen und keine Mindestabstände eingehalten, sagte Polizei-Einsatzleiter Frank Haspel der Deutschen Presse-Agentur. "Es wurde praktisch gegen alle rechtlichen Regeln verstoßen." Als sich die Demonstranten zu einem Aufzug durch die Innenstadt formierten, löste die Polizei die Kundgebung nach 20 Minuten auf. Dabei sei es zu Rangeleien zwischen Teilnehmern und Polizisten gekommen. Mehrere Strafanzeigen sowie Personalien wurden aufgenommen. Hampel sprach von einem "unfriedlichen Verlauf".

Auch ein dpa-Fotoreporter beschrieb die Stimmung als aggressiv. Es ertönten Rufe wie "Frieden, Freiheit, keine Diktatur" und "Wir gehen spazieren". Erst am Montag hatte die Polizei in der Südthüringer Stadt eine nicht angemeldete Corona-Demo mit rund 60 Teilnehmern aufgelöst.

Genau vor einem Jahr machte der damalige Corona-Hotspot Hildburghausen bundesweit Schlagzeilen, als trotz eines strengen Lockdowns hunderte Menschen singend durch die Innenstadt gezogen waren. Auch in der jetzigen vierten Corona-Welle weist die Region extrem hohe Infektionszahlen aus.

Die Sieben Tage-Inzidenz im Kreis Hildburghausen lag am Donnerstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei 1377,4. Eine höhere Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche wies in Thüringen nur noch der Landkreis Sonneberg (1470,8) aus.

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