Schleswig (dpa/lno) - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat sich am Samstag in Schleswig über emissionsfreie autonome Fähren informiert.

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"Die Logik dahinter ist unschlagbar: Wir verlagern Verkehre aufs Wasser", sagte Habeck am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Neben kleinen Fähren seien Transporte von Containern auf der Spree, der Elbe oder dem Rhein denkbar. Diese könnten den Straßenverkehr entlasten und beispielsweise auch Baumaterial zu seinem Bestimmungsort bringen.

Habeck schaute sich bei seinem Besuch den futuristisch erscheinenden ersten Prototyp "ZeroOne" des Start-ups Unleash Future Boats an. Zunächst sollen Ausflüger mit Fähren ab Frühjahr 2023 vom Stadthafen Schleswig zum Wikinger-Museum Haithabu fahren können. Die zwölf Meter langen "Schleiboote" werden mit Brennstoffzellen und grünem Wasserstoff elektrisch angetrieben. Von 2025/26 an sollen die "Schleiboote" auch autonom fahren.

Habeck sprach von einer möglichen Rückverlagerung von Verkehr von der Straße aufs Wasser. "Das ist mindestens mal ein sehr interessantes Konzept." Zumal die Technik dafür aus Norddeutschland stamme. Das Unternehmen aus Schleswig-Holstein suche nach Investoren, um aus einer ausgereiften Idee mit fertigem Prototypen ein Geschäft zu entwickeln. Als Bundeswirtschaftsminister werde er schauen, "ob wir die Suche unterstützen können".

Entwickelt wurde der Hightech-Katamaran von den gebürtigen Bayern Stefanie (37) und Lars Holger (38) Engelhard. Nach ihren Angaben können mit der Antriebstechnik auch Binnenschiffe umgerüstet werden. Unter anderem das Land Schleswig-Holstein, der Bund und der Duisburger Hafen unterstützten ihr Start-up. Die Engelhards hatten eine ehemalige Schnapsfabrik zur Werft umgebaut. Die "Schleiboote" können ein Dutzend Fahrgäste, Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen befördern.

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