Halle/Erfurt (dpa/th) - Wann sich der Arbeitsmarkt in Thüringen von der Corona-Krise wieder erholt haben wird, ist nach Ansicht von Experten noch nicht absehbar.

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"Es wird sich nach den Sommerferien zeigen, wie sich das Infektionsgeschehen weiter gestaltet und inwieweit junge Menschen eine Ausbildung beginnen oder eine Beschäftigung danach haben", sagte Markus Behrens, Geschäftsführer der in Halle ansässigen Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit.

"Ein großer Unsicherheitsfaktor ist vor allem bei Unternehmen im gewerblichen Bereich, ob sie aus der Kurzarbeit wieder herauskommen, ob die Lieferketten wieder funktionieren", sagte Behrens.

In Thüringen hatten Unternehmen seit März Anzeigen auf Kurzarbeit für rund 307 700 Menschen bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt. Damit wäre in Thüringen mehr als jeder dritte Beschäftigte davon betroffen. Erste Hochrechnungen zeigen laut Behrens die Dimension der umgesetzten Kurzarbeit. So gab es im März im Freistaat 67 700 Kurzarbeiter in 10 200 Betrieben, im April bereits 137 000 Kurzarbeiter in 16 700 Betrieben.

In Thüringen haben sich den Angaben nach seit März etwa 14 000 Menschen wegen der Corona-Krise arbeitslos gemeldet. Sie haben ihren Job verloren, konnten nicht vermittelt werden oder keine Qualifizierung antreten. In diesem Ausmaß habe es das seit 1990 nicht gegeben. "Wir sind in Thüringen bei der Zahl der Arbeitslosen über Nacht um Jahre zurückgefallen, auf das Niveau von 2016, 2017", sagte Behrens.

Angesichts der Hilfspakete des Bundes zur Überwindung der Corona-Krise setzen Arbeitsmarktexperten darauf, dass Investoren an ihren Vorhaben festhalten. Damit würden auch wieder mehr Menschen in Sachsen-Anhalt eine Beschäftigung finden, erklärte Behrens. Zugleich werde für Arbeitgeber eine passgenaue Qualifikation der Mitarbeiter immer wichtiger. Vom Jobverlust seien in Krisenzeiten vor allem Menschen mit geringer Qualifikation, jüngere Mitarbeiter und Ausländer mit Helferjobs betroffen. In Thüringen waren im Juli rund 70 300 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug 6,3 Prozent - wie bundesweit auch.  © dpa

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