Halle (dpa/sa) - Die Zahl der finanziell geförderten Kinderwunschbehandlungen ist im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt zurückgegangen.

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Nachdem 2019 für insgesamt 480 Behandlungen Fördermittel bewilligt wurden, seien es nun 433 gewesen, teilte das Landesverwaltungsamt in Halle auf Nachfrage mit. Bis Ende April seien im laufenden Jahr 124 Bewilligungen erteilt worden.

"Ein Trend lässt sich derzeit nicht ablesen", erklärte eine Sprecherin. "Zwar wurden durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr teilweise keine oder weniger Behandlungen durchgeführt, es ist jedoch nicht absehbar, ob diese in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt werden."

Im Kalenderjahr 2019 seien für die Förderung der Kinderwunschbehandlungen insgesamt knapp 292 400 Euro aus Bundes- und Landesmitteln gezahlt worden. Im vergangenen Jahr lag die Summe den Angaben zufolge bei rund 274 700 Euro. Für das laufende Jahr stünden im Landeshaushalt 501 600 Euro zur Verfügung.

Nicht alle Anträge werden genehmigt. 2019 waren den Angaben zufolge 514 Anträge auf eine Förderung eingegangen, davon 88 von nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Im vergangenen Jahr seien es in der Summe 488 Anträge gewesen, davon 64 von unverheirateten Paaren. Ein gleichgeschlechtliches Paar sei darunter gewesen. Die Mehrzahl der Ablehnungen ergebe sich daraus, dass die Paare eine Behandlung in einer Klinik außerhalb Sachsen-Anhalts wünschten, obwohl aus Sicht des Landesverwaltungsamts keine sachlichen Gründe dafür vorliegen, hieß es.

Das Deutsche IVF-Register hatte für 2020 ein Plus von 9,3 Prozent bei der Anzahl der Behandlungen berichtet. Bei insgesamt 113 Zentren der Reproduktionsmedizin seien 108 000 Behandlungen begonnen worden nach gut 99 000 im Jahr zuvor. Damit sei 2020 ein Rekordjahr gewesen. Die Auswertung zeigte aber auch sehr deutliche regionale Unterschiede.

Unterstützt werden Behandlungen nach Art der In-vitro-Fertilisation (IVF) und der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI). Beides sind Methoden, bei denen Eizellen außerhalb des Körpers befruchtet und danach in die Gebärmutter eingesetzt werden. Die Chancen, auf diese Weise schwanger zu werden, sind unter anderem abhängig vom Alter der Frau sowie der Anzahl und Qualität der übertragenen Embryonen.

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