Für den Kölner Autobauer Ford waren es bewegte Wochen voller schlechten Nachrichten: Deutschlandchef Martin Sander geht völlig unerwartet zu VW, die deutsche Geschäftsführung wird neu strukturiert, und schließlich droht möglicherweise ein weiterer Stellenabbau.

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Da ist die Präsentation des neuen Capri im Kölner Werk am Mittwoch umso mehr ein Grund zur Freude. Pünktlich nach Plan wird das zweite E-Auto von Ford für Europa enthüllt.

Ford bedient sich historischer Wurzeln

Wie schon beim E-Ford Nummer eins, dem Explorer, hat sich der Konzern seiner historischen Wurzeln besonnen. Auf einem immer wettbewerbsintensiveren Markt mit neuen Playern nicht nur aus den USA, sondern mittlerweile auch aus China sieht Ford die Chance, durch die Anlehnung an ikonische Modelle ein Statement zu setzen, das einen Unterschied zur Konkurrenz macht.

Liegen die Bezüge des Explorer beim bulligen Vorbild in den USA, ist der Capri eine Reminiszenz an die europäische Modellgeschichte. Mit dem Capri wollte Ford 1969 den Erfolg, den das Unternehmen mit dem Ford Mustang in den USA erzielt hatte, in Europa wiederholen: sportlich, schnell und vor allem erschwinglich für jüngere Zielgruppen. Eine weitere Gemeinsamkeit: Wie schon der Ur-Capri, wird auch das neue Modell unter anderem in Köln gebaut. Das Original war seinerzeit ein Coup für den Konzern. Der Capri wurde zum Verkaufsschlager, erlangte unter seinen Fans schnell Kultstatus.

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Mit dem neuen Batteriemodell will Ford an den einstigen Erfolg anknüpfen und nach dem ohnehin späten Start ins E-Zeitalter endlich Boden gut machen. Dem Ford-Team ist zu wünschen, dass der neue Kölner Wagen die Kunden überzeugt und es schafft, eine ähnliche Leidenschaft zu entfachen, wie es einst der Ur-Capri geschafft hat. Verdient hätte es das neue Modell allemal.  © Kölner Stadt-Anzeiger

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