Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Der Urlaub war schön, doch jetzt gilt es, eine anschließende Quarantäne zu vermeiden - besonders bei der Ankunft von außerhalb der EU oder einem als Risikogebiet eingestuften Abflugort.

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In der laufenden Ferienzeit führt der Weg zahlreicher Urlaubsrückkehrer derzeit am Frankfurter Flughafen erstmals zum Testzentrum im Übergangsbereich zwischen Terminal und Fernbahnhof. Ende Juni wurde das kommerzielle Zentrum eröffnet - es soll nicht das einzige bleiben.

Bisher hätten sich mehr als 40 000 Menschen auf Covid-19 testen lassen, sagte Volkmar Weckesser, Vorstandsmitglied des Unternehmens Centogene, das das Zentrum in Kooperation mit Lufthansa und dem Flughafenbetreiber Fraport betreibt. Mittlerweile liege die Zahl der täglichen Testungen bei knapp 2000. Die Tests kosten zwischen 59 und 139 Euro, die Ergebnisse liegen entweder nach fünf bis sechs Stunden oder im Fall des teureren Tests nach etwa drei Stunden vor.

Es seien auch schon Rückkehrer aus Risikogebieten getestet worden. "Wir verzeichnen kontinuierlich steigende Zahlen", sagte Weckesser zur Nachfrage nach den Tests. Die Schlange der Menschen, die mit Rollkoffer oder Urlaubsgepäck auf ihre Registrierung und Testung warten, kann mittlerweile ziemlich lang werden.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir auch unsere Fläche hier in den nächsten Tagen weiter ausbauen können, um die Testmöglichkeiten in unserem Abstrichzentrum noch einmal zusätzlich anzuheben", sagte Weckesser. Wie groß die Zahl der zusätzlichen Plätze ist, müssten die Gespräche der kommenden Tage ergeben. "Aber von der Summe her ist es sicherlich so, dass wir dann noch einmal mehrere tausend Gäste pro Tag zusätzlich testen können."

Einige Kunden, vermutlich Geschäftsreisende, haben sich mittlerweile schon regelmäßig testen lassen, ihren Anteil schätzte Weckesser auf etwa 15 Prozent - mit steigender Tendenz. "Die goldene oder schwarze Karte für Vielflieger haben wir bei uns noch nicht etabliert", scherzte er.

Zudem ist am Frankfurter Flughafen ein Zentrum für kostenlose Tests auf das Coronavirus im Aufbau. Wann es zum Einsatz kommt, hängt von einer Anordnung ab, die vom Bundesgesundheitsministerium erwartet wird. Die kostenlosen Tests würden allerdings nur für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gelten, die sich dann auch im kommerziellen Testzentrum kostenlos testen lassen könnten, sagte Weckesser.

Die Abläufe für Passagiere und Mitarbeiter zwischen Check-In und Gepäckausgabe müssen nach Einschätzung des Flughafenbetreibers Fraport derzeit nicht nachgesteuert werden. Mit Maskenpflicht im Terminal, Abstandsmarkierungen oder Plexiglaswänden an den Schaltern hatte der Flughafen bereits vor längerer Zeit die Voraussetzungen für Fliegen in Corona-Zeiten erstellt.

Auch in der aktuellen Ferien- und Urlaubszeit gebe es keine Probleme, ausreichend Abstand zu halten, sagte ein Fraport-Sprecher. "Wir haben da durchaus noch ein bisschen Puffer, um sogar noch mehr Passagiere bewältigen zu können." Die Maskenpflicht werde sehr gut eingehalten. "Uns ist kein einziger Fall bekannt, wo die Polizei eingreifen musste um eine Maskentragepflicht durchzusetzen." Anfangs, als der Flugverkehr langsam wieder in Gang kam, habe es teilweise noch ein Problem mit der Versorgung mit Masken gegeben. "Aber mittlerweile bietet fast jeder Shop Masken an."

Auch die Steuerung der Abläufe ist in Zusammenarbeit mit den Airlines auf die andauernde Pandemie angepasst, denn es soll möglichst wenig Durchmischung ankommender Passagiere geben. Daher werden Flugzeuge nur abschnittweise, nach Reihen, entladen. Auch die Gepäckbänder werden nur jeweils einem Flug zugewiesen, damit nicht Reisende aus Kopenhagen, Rom oder Warschau gleichzeitig nebeneinander auf ihre Koffer warten.

Derzeit kommen nach Fraport-Angaben wöchentlich rund 16 000 Passagiere aus Risikogebieten nach Frankfurt, vor allem aus den USA, Indien, Brasilien, Russland und der Türkei.  © dpa

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