Hamburg (dpa/lno) - Gut eine Woche vor der Bürgerschaftswahl hat Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow die Bedeutung der Linken als Opposition in Hamburg unterstrichen.

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"Hier in Hamburg ist Die Linke die Stimme der Opposition, und das ist richtig so", sagte er am Freitag bei einem Wahlkampftermin mit Spitzenkandidatin Cansu Özedemir in der Honigfabrik in Wilhelmsburg. Als Beispiel nannte er die "Cum-Ex"-Affäre der Hamburger Warburg Bank, wo noch nicht klar sei, wer im Senat da was mit wem gemacht habe. "Da ist Aufklärung zu leisten und da braucht es eine Opposition, die sagt, es geht nicht um die persönlichen Beziehungen, sondern es geht darum, ob Steuern eingenommen wurden oder nicht."

Deshalb sei er froh "über eine Linke, die in Hamburg stabil bei acht Prozent steht. Und ich denke, da ist noch Luft nach oben." Ebenso freue er sich für die guten Zustimmungswerte für die Spitzenkandidatin. "Es ist doch klasse, dass eine Frau mit dem Linken-Parteibuch und einer eben nicht klassisch hanseatischen Abstammung auf einmal für die Vielfalt dieser Stadt steht." Dadurch werde deutlich, "dass da andere Gesichter Die Linke sind. Das ist doch nicht die alte Ostpartei".

Er habe immer davon geträumt, "eine gute kraftvolle linke Partei gesamtdeutsch zu haben, die eben deutlich macht, wir stehen auf der Seite derjenigen, die eine kraftvolle Stimme im Parlament brauchen und die die Alltagsthemen anspricht." Genau das mache Özdemir. "Und das Ganze mit acht Prozent gutgeschrieben zu kriegen ist erst mal für westdeutsche Verhältnisse sehr gut. Und wenn's dann ein Schnaps mehr wird, freue ich mich noch mehr."  © dpa

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