Berlin (dpa/bb) - Die langjährige Hamburger Gewerkschaftsvorsitzende Katja Karger führt nun den DGB-Bezirk Berlin-Brandenburg.

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Die 52-Jährige wurde am Samstag von einer Bezirkskonferenz mit 94,7 Prozent der Stimmen zur Vorsitzenden gewählt, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund mitteilte. Die Industriekauffrau und Kulturwissenschaftlerin folgt auf den Volkswirt Christian Hoßbach. Er hatte das Amt seit 2018 inne und kandidierte nicht wieder.

Die Gewerkschaften im DGB-Bezirk Berlin-Brandenburg haben gut 340 000 Mitglieder, davon rund 210 000 in Berlin. Grußworte an die Delegierten kamen von Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Beide warben für gute Arbeitsbedingungen, möglichst mit Tarifbindung. Dies sei wichtig, um Fachkräfte zu sichern und zu gewinnen, sagte der SPD-Politiker Woidke. Brandenburg entwickle sich zu einem neuen industriellen Zentrum in Deutschland.

Der Regierungschef nannte die neue DGB-Bezirkschefin eine "erfahrene Streiterin für Arbeitnehmerrechte". Am Sonntag sagte er: "Auch und gerade in Corona-Zeiten zeigt sich der Wert von guten Arbeitsbedingungen und sozialen Standards in den Unternehmen, kurz gesagt der Wert einer gelebten Sozialpartnerschaft."

Giffey kündigte eine enge Zusammenarbeit beider Länder an. "Berlin ist ja keine Insel mehr, Gott sei Dank!", sagte die SPD-Politikerin, die selbst aus Brandenburg stammt, am Samstag. Es gelte, den Industriestandort zu stärken und die Ausbildung zu fördern.

Die neue Bezirkschefin Karger hatte acht Jahre den Hamburger DGB-Bezirk geführt. Das habe ihr die nötige Erfahrung gebracht, um die Interessen der Beschäftigten in Berlin und Brandenburg zu vertreten, betonte sie nach ihrer Wahl. Vor ihrer Hamburger Zeit hatte sie in Berlin gelebt und dort etwa den Betriebsrat beim Internet-Dienstleister Pixelpark gegründet. Zur Vizechefin der regionalen DGB-Spitze wählte die weitgehend digital abgehaltene Konferenz die Betriebswirtin Nele Techen mit 97,8 Prozent der Stimmen.

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