Stuttgart - Vor fast zwei Jahren konnte man sich erstmals gegen das Coronavirus impfen lassen. Damals baute das Land für viel Geld eine eigene Impf-Infrastruktur auf - nun zieht es sich wieder zurück und überlässt das Impfen vor allem den Haus- und Fachärzten.

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Zum Jahresende werden die verbliebenen Impfstützpunkte geschlossen, die die großen Impfzentren ersetzt hatten, teilte Sozialminister Manne Lucha (Grüne) am Freitag in Stuttgart mit. Auch die mobilen Impfteams, die sich vor allem um Pflegeheime gekümmert haben, würden nicht mehr gebraucht. "Wir befinden uns in einer deutlich anderen Situation als in den beiden letzten Corona-Wintern", sagte Lucha.

Ärztinnen und Ärzte könnten den Bedarf abdecken. Zudem böten auch noch Apotheken und Zahnärzte Impfungen an. "Damit ist sichergestellt, dass alle Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg an eine Impfung kommen", erklärte der Minister. Auch der Nachbar Rheinland-Pfalz hatte vor kurzem mitgeteilt, die Impfzentren würden geschlossen. Knapp drei Viertel aller Menschen in Baden-Württemberg haben sich zweimal gegen das Virus impfen lassen, das sind 8,3 Millionen. Eine erste Auffrischungsimpfung haben 6,8 Millionen Baden-Württemberger machen lassen, einen zweiten Booster nur noch 1,2 Millionen.

Lucha warb erneut fürs Impfen, dass weiter ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen Corona sei. "Denn die Impfung bietet jedem Einzelnen den größtmöglichen Schutz vor schweren Verläufen bei einer Corona-Erkrankung." Um die Lage gut im Auge zu behalten, sollen die vom Land finanzierten Impfkoordinatoren in den Kreisen noch bis 31. März nächsten Jahres weiter tätigt sein. So könnten sie schnell reagieren, sollte der Bedarf an Impfungen wieder anziehen.

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