Wer einen Namen für sein Kind sucht, beachtet dabei meist gleich mehrere Faktoren: Was bedeutet der Name, wie klingt er und welche Rolle spielt die Tradition? Mit unseren sieben Tipps wird die Entscheidung für den perfekten Vornamen zum Kinderspiel.

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Bevor sich Eltern für den passenden Vornamen für ihr Kind entscheiden, haben sie nicht selten lange gesucht. Bevor aber dicke Namensbücher gewälzt oder Datenbanken durchgeklickt werden, ist entscheidend: "Machen Sie sich Gedanken darüber, was Sie mit dem Namen wollen." Das empfiehlt Nicola Schmidt, Autorin des Bestsellers "Artgerecht – das andere Baby-Buch".

Sie erklärt: "Ein Vorname kann integrieren oder abgrenzen, Traditionen oder Trends folgen, oder eine Geschichte erzählen". Die Namenswahl ist etwas sehr Persönliches.

Bei Nicola Schmidts Kind war der Urlaubs- und spätere Geburtsort auf Mallorca Inspiration für die Namensgebung: Sie gab ihrem Kind einen Namen, der an die Bucht angelehnt ist, in der sie Urlaub gemacht hatte. Der zweite Name erinnert an die spanische Königin Sofia. "Eine solche Namensgeschichte ist etwas, das über das Dasein der Eltern hinaus geht" erklärt Schmidt.

Mit diesen sieben Tipps finden Sie garantiert den richtigen Namen für Ihren Nachwuchs.

Tipp 1: Vornamen-Recherche kurz halten

Natürlich braucht jeder ein wenig Inspiration – und die gibt es reichlich. Tipp: Nicht zu viel Zeit mit Vornamensbüchern oder Namens-Datenbanken verschwenden. Am einfachsten gelingt das, wenn man sich beim Stöbern lediglich einen Überblick holt und ein Gefühl dafür entwickelt, ob der Name nun eher klassisch sein soll, oder vielleicht doch nordisch, modern, französisch oder englisch.

In diesem Schritt kann man sich auch gleich schon einen ersten Eindruck davon machen, ob man dem Baby einen einzelnen Namen geben möchte oder ob es ein Doppelname werden soll.

"Möchte man die Tradition leben, einen Namen aus der Familiengeschichte weiterzugeben, eignet sich dazu oft der zweite Name besser", erklärt Schmidt. "Nicht jeder steht auf alte Namen."

Es gibt allerdings eine gesetzliche Beschränkung bei der Namenszahl: Bei fünf Vornamen ist in Deutschland Schluss.

Tipp 2: Beliebtheit des Vornamens checken

Möchte ich, dass mein Kind wie jedes dritte seiner Altersklasse heißt? Falls nein, hilft ein Blick in die Liste der beliebtesten Vornamen der Gesellschaft für deutsche Sprache. Marie, Emma, Sofie sowie Max, Ben und Leon sind etwa in den vergangenen Jahren immer ganz vorn mit dabei. "Helfen kann auch ein Gespräch mit einer Kindergärtnerin oder einem Lehrer", rät Schmidt.

Zu ausgefallen sollte der Name aber am besten auch nicht sein – schließlich soll das Kind nicht ständig auf seinen Vornamen angesprochen oder sogar ausgelacht werden. Auch bei der Schreibweise empfiehlt es sich, keine Experimente zu machen. Sonst muss der Nachwuchs immer buchstabieren.

Gesetzlich gilt: Ortsnamen sind tabu und der Name muss bereits als solcher üblich sein. Den Nachweis dafür haben die Eltern zu erbringen.

Tipp 3: Bedeutung des Vornamens checken

Ist ein Vorname in der engeren Wahl, lohnt sich eine kurze Internet-Recherche, ob und welche Bedeutung der Name hat. Das kann manchmal überraschend sein: So bedeutet Amelie im Pathologischen etwa das Fehlen von Gliedmaßen.

Lilith war zudem nicht nur die erste Frau Adams, sie gilt auch als die Mutter der Dämonen des plötzlichen Kindstods. Unverfänglicher sind da für einige vielleicht Sophie als die "Weise" oder Flynn als "der Sohn des Rothaarigen".

Tipp 4: Unglückliche Kombinationen vermeiden

Wanja Cornelsen klingt für viele Menschen sicher nach einem schönen Namen. Die Initialen WC hingegen könnten andere Assoziationen wecken.

Mindestens genauso wichtig ist ein Blick auf die Kombination von Vor- und Nachnamen. "Freunde von uns nannten ihr Kind Peter. Der Familienname: Silie", erzählt Schmidt und nennt damit ein Beispiel dafür, wie ein Vorname in einer ungünstigen Kombination auch eine Belastung sein kann. Wortspiele sind dabei nur eine Möglichkeit, Reime eine weitere.

Tipps 5: Wie klingen Vor- und Nachname zusammen?

Faustregel: Kurzer Vorname, langer Nachname und umgekehrt. Viel wichtiger aber: Vor- und Nachnamen sollten miteinander harmonisch klingen. Das heißt konkret: Betonte und unbetonte Silben sollten sich abwechseln.

Tipp 6: Der perfekte Geschwistername

Kündigt sich das zweite Kind an, machen sich Eltern ganz andere Gedanken als beim ersten. Viele achten jetzt darauf, dass die Geschwisternamen zusammenpassen – sei es, indem sie mit demselben Buchstaben beginnen (Lukas und Leonie), sie aus demselben Kulturkreis stammen (Sarah und Judith) oder aus gleich vielen Silben bestehen (Nora und Sandra).

"Wichtig ist, dass der Name gefällt und unabhängig von den Vornamen anderer Kinder zum eigenen Ziel passt – ob er also einer Tradition oder einem Trend folgen, oder eine Geschichte erzählen soll", sagt Schmidt.

Tipp 7: Es gibt kein "schwieriger"

Egal ob Vorname für Junge oder Mädchen: Den richtigen Namen zu finden, ist für beide Geschlechter gleich schwer oder leicht.   © spot on news

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