Düsseldorf - Klettern, spielen, sich verteidigen oder auch mal kratzen, wenn es juckt: Katzen nutzen ihre Krallen für vieles - und wetzen sie, um oberflächliches Horn zu entfernen und ihre Werkzeuge scharf und spitz zu halten.

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Helfen muss man ihnen dabei in der Regel nicht. Eine mögliche Ausnahme sind alte und kranke Katzen, die ihre Krallen nicht mehr selbst ausreichend abwetzen können. Darauf weist der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) hin.

Denn werden ihre Krallen zu lang, können sie etwa am Teppich oder anderen Textilien hängen bleiben, erklärt Tierärztin Katja Oelmann gegenüber dem IVH. Außerdem könnten die Krallen in die Ballenhaut einwachsen.

"Die Verletzungsgefahr steigt ebenfalls: Das Tier kann sich eine Kralle ausreißen, sich selbst bei der Pflege kratzen oder die Kralle kann splittern", so Oelmann. Ob eine Kralle zu lang ist, lässt sich mitunter an einem Klickern hören, wenn die Katze über harten Boden läuft.

Bei Kletterern nur die Spitzen kürzen

Wie man zu lange Krallen schonend kürzt und welche Länge passt, können Ihnen Tierärzte zeigen. Die richtige Länge kann auch vom Aktivitätslevel der Katze abhängen. "Wenn die Katze noch viel klettert, sollte man eher nur die Spitzen und dafür regelmäßig kürzen", so Oelmann. "Liegt die alte Katze hauptsächlich nur noch, kann auch etwas mehr gekürzt werden." Bis in die Lederhaut sollte man die Krallen aber nie abschneiden.

Ein No-Go: Nagelclipper für menschliche Fingernägel für die Krallen verwenden. Besser geeignet sind spezielle Krallenscheren. Sie sind abgerundet und quetschen beim Kürzen nicht.

Übrigens: Damit die Krallenkontrolle - und falls nötig das Kürzen - gut klappt, übt man am besten schon mit jungen Katzen, sich an den empfindlichen Pfoten berühren zu lassen. "Mit vielen Leckerlis und anderen Belohnungen kann man die Krallen durch leichten Druck auf Ballen und Zehen nach vorne verlagern", so Tierärztin Oelmann. "Man sollte dabei unbedingt darauf achten, dass das Tier keine Anzeichen von Panik zeigt. Im Zweifel lieber eine Pause einlegen."  © Deutsche Presse-Agentur

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