Wenn im Sommer reifes oder angeschnittenes Obst in der Küche liegt, schwirrt schnell eine Horde Fruchtfliegen um die süßen Lebensmittel. Wir erklären, was man dagegen tun kann und wie man den kleinen Fliegen am besten schon beim Einkauf vorbeugt.

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Fruchtfliegen sind nur wenige Millimeter groß und können im Sommer trotzdem schnell zur Plage in der Küche werden. Je wärmer es wird, desto häufiger tummeln sie sich um Obst und Gemüse.

Ein Weibchen kann an einem Tag bis zu 100 Eier legen. Herrschen dazu noch Temperaturen von etwa 25 Grad sind die Bedingungen für die Entwicklung der Fliegen-Embryos ideal. Denn dann sind die Fliegen bereits nach etwa 10 Tagen ausgewachsen und selbst in der Lage, sich wieder zu vermehren. In kurzer Zeit entstehen so tausende Fruchtfliegen.

Obst zieht Fruchtfliegen an

Auf reifem Obst oder Gemüse legen Fruchtfliegen am liebsten ihre Eier ab, denn hier steht den Larven nach dem Schlüpfen direkt Nahrung zur Verfügung. Die darauf befindlichen Hefepilze gelten als Hauptnahrungsquelle der Fruchtfliegen.

"Hefepilze sind dafür verantwortlich, dass ein Verfall von Obst stattfindet. Reifes Obst setzt Gase frei und dieser Geruch zieht Fruchtfliegen an, das Gleiche gilt für angeschnittenes Obst," sagt Daniela Krehl, Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bayern.

Wie die kleinen Tierchen überhaupt in die eigenen vier Wände gelangen? "Es gibt zwei Übertragungsarten, entweder bringt man sie tatsächlich unbemerkt selbst mit aus dem Supermarkt, weil sie dort auf dem Obst schon ihre Eier gelegt haben oder sie kommen aus der Umwelt und fliegen etwa direkt durchs geöffnete Küchenfenster", erklärt Krehl.

Auch wenn sie viele als unangenehm empfingen, Fruchtfliegen sind nicht gesundheitsgefährdend. Lebensmittel, auf denen sie schon gesessen sind, können nach gründlichem Abwaschen problemlos verzehrt werden.

"Im Gegensatz zu anderen Fliegen übertragen Fruchtfliegen keine Krankheiten. So können aber Hefepilze übertragen, die dann dazu führen, dass Obst schneller verdirbt", sagt die Lebensmittel-Expertin im Gespräch mit unserer Redaktion.

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Obst immer gut waschen

Vor allem im Sommer, wenn auch in der Wohnung oder im Haus Temperaturen um die 25 Grad herrschen, sollten Obst und Gemüse direkt nach dem Einkauf abgewaschen und dann erst in Küche oder Kühlschrank gelagert werden. Denn so werden Larven, die sich möglicherweise auf der Schale befinden, direkt abgewaschen und können sich nicht weiter entwickeln.

Wenn Lebensmittel bereits im Laden mit Fruchtfliegen übersät sind, lieber liegen lassen. Denn dann befinden sich vermutlich bereits Eier auf den Lebensmitteln - für das menschliche Auge sind sie aber nicht zu erkennen - und kommen so nach dem Einkauf unbemerkt mit nach Hause.

Eine Studie der Max-Planck-Gesellschaft fand heraus, dass sich Fruchtfliegen vor allem von Zitrusfrüchten angezogen fühlen und dort vermehrt ihre Eier ablegen. Deshalb Zitronen, Organen oder Limetten nach dem Einkauf zu Hause besonders gut reinigen.

Hausmittel gegen Fruchtfliegen im Sommer

Mit ein paar einfachen Hausmitteln ist es möglich, die Ausbreitung von Fruchtfliegen in den eigenen vier Wänden zu verhindern. Daniela Krehl rät zu folgender Methode: Eine Schale mit Wasser, Essig oder Fruchtsaft aufstellen, das lockt die kleinen Fliegen an. Zusätzlich noch etwas Spülmittel dazu geben, dadurch wird die Oberflächenspannung des Wassers heruntergesetzt, die Fliegen verlieren den Halt auf der Wasseroberfläche und gehen unter. "Auch fleischfressende Pflanzen neben die Obstschale zu stellen ist effektiv", sagt Krehl.

Wer Fruchtfliegen lebend fangen und wieder in die Natur entlassen möchte, legt Obstschalen oder -reste in eine Plastiktüte. Wenn sich die Fliegen über das Obst in der Tüte hermachen, die Tüte zuhalten und nach draußen tragen. Mit ausreichend Abstand zum Gebäude frei lassen.

So beugen Sie Fruchtfliegen vor

Um Fruchtfliegen keine Nistplätze zu bieten, Obst im Sommer nur in geringen Mengen einkaufen und je nach Sorte im Kühlschrank lagern oder auf dem Küchentisch mit einer Abdeckhaube schützen. Überreifes oder schon faulendes Obst sollte man schnell entsorgen. Auch den Mülleimer in der Küche regelmäßig leeren und die Spüle sauber halten. Denn Fruchtfliegen nehmen die gärenden Gase auch aus der Entfernung wahr. Auch Speisereste auf Tellern ziehen sie an.

"Den Obstteller regelmäßig aussortieren, dass kein überreifes Obst herumliegt. Außerdem sollte man regelmäßig Lüften, damit die gärenden Gase entweichen können", rät die Expertin.

Verwendete Quellen:

  • Interview mit Daniela Krehl, Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bayern
  • Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft: "Vorliebe für Orangen schützt Fruchtfliegen vor Parasiten"
  • Website der Max-Planck-Gesellschaft: "Warum erforschen Wissenschaftler Fliegen?"

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