Masken sind zu unseren täglichen Begleitern in der Coronakrise geworden. Sie helfen allerdings nur, wenn man sie richtig verwendet. Die wichtigsten Antworten zum Mund-Nasen-Schutz.

Mehr aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie hier

Die wichtigsten Fragen im Überblick:

  • Warum die Maske unbedingt die Nase abdecken muss
  • Welches Material bietet den besten Schutz?
  • Wie transportiere, lagere und reinige ich die Maske?
  • Meine Brille beschlägt: Was hilft?
  • Maske sitzt beim Kind nicht richtig, was tun?
  • Kann ich den Schutz beim Autofahren tragen?

Viele Menschen ziehen die Maske nur über den Mund, nicht über die Nase. Erfüllt das den Zweck?

"Natürlich nicht", sagt der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit. Die Mund-Nasen-Bedeckung - die Bezeichnung sagt es schon - soll kleine Tröpfchenpartikel abfangen, die ihr Träger beim Sprechen, Husten oder Niesen abgibt. So sollen andere Menschen vor einer möglichen Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus geschützt werden - ein Stück weit aber auch den Träger selbst. "Ist die Nase frei, haben Tröpfchen freie Bahn", laute die einfache Erklärung. Dann könnte man die Maske auch gleich weglassen.

Maske unterwegs um den Hals tragen: Ist das in Ordnung?

Nein, die Maske sollte man nicht um den Hals baumeln lassen, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Entsprechend heißt es beim Robert-Koch-Institut in einem FAQ zur Mund-Nasen-Bedeckung: "Die Bedeckung muss durchgehend eng anliegend über Mund und Nase getragen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden; sie darf während des Tragens nicht (auch nicht unbewusst) zurechtgezupft werden und auch nicht um den Hals getragen werden."

Die Maske könnte dabei von innen verunreinigt werden, erklärt die Wiener Mikrobiologin Birgit Willinger im Gespräch mit der Austria Presse Agentur.

Was muss ich noch beim Tragen beachten?

Hier noch einmal die wichtigsten Regeln laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

  • Vor dem Aufsetzen der Maske die Hände 20 bis 30 Sekunden mit Seife waschen, denn die Innenseite der Maske muss sauber bleiben. Nach dem Absetzen ebenfalls - denn an der Außenseite des Gesichtsschutzes könnten sich Erreger tummeln.
  • Die Maske nur an den Tragebändern anfassen.
  • Sie muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen. Die Maske darf keine Öffnungen bilden.
  • Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die Maske genügend Luft durchlässt, damit normal geatmet werden kann.
  • Wegen der möglichen Erreger auf der Außenseite solle diese nicht berührt werden! Das heißt: Einmal aufgesetzt, sollte der Träger die Maske nicht mehr anfassen.
  • Abstand halten! Denn die Bedeckung dient vor allem dem Schutz der anderen - der Abstand aber auch dem eigenen Schutz.
  • Auch die Hygienestandards gelten mit Maske: Es ist weiterhin darauf zu achten, in die Armbeuge zu husten oder zu niesen. Außerdem sollte gründlich und regelmäßig gelüftet werden.
  • Eine durchfeuchtete Maske sollte umgehend abgenommen werden.

Schützen Alltagsmasken vor Aerosolen?

In medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken sind Vliese verarbeitet, die aufgrund ihrer Faserstruktur besonders gut filtern.

Alltagsmasken, also der nicht-medizinische Mund-Nasen-Schutz, haben Grenzen, betont der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit. Sie bremsen den Ausstoß und halten größere Tröpfchen von anderen Menschen von den eigenen Mund- und Nasenschleimhäuten fern. Doch bei Aerosolen - das sind kleinste Schwebeteilchen in der Luft - helfen sie nur bedingt, weil sie oft nicht eng genug anliegen. Aerosole können dann an den Seiten aus- und eintreten.

Welches Material eignet sich am besten für Masken?

Ein guter Mund-Nasen-Schutz muss feine Partikel aus der Atemluft des Trägers auffangen, dem Träger aber auch das Atmen ermöglichen. Der Forscher Frank Drewnick erklärt die Problemstellung so: "Naiv gesagt, geht durch Plastikfolie kein Partikel durch, aber auch keine Luft. Bei einem Sieb ist es umgekehrt - ich muss also etwas finden, wo die offene Fläche möglichst groß ist, die einzelnen Poren aber relativ klein sind."

Drewnick leitet am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz eine Forschungsgruppe, die bei Dutzende Materialien die sogenannte Abscheideeffizienz untersucht, also wie gut sie Partikel in der Größe der Coronaviren stoppen. Materialien, die tatsächlich zum Filtern gemacht sind, schneiden in den Messungen am besten ab - zum Beispiel die Vliese, die in OP-Masken verarbeitet sind. "Das sind in aller Regel nicht-gewebte Stoffe, auch Nonwovens genannt, wo die Fasern wild durcheinander liegen und die damit in aller Regel nicht so große Poren haben, durch welche die Partikel sonst durchkommen können", sagt Drewnick.

Atmen sei deshalb aber kein Problem: Die Gesamtfläche offener Poren ist relativ groß, so dass gut Luft durchkommt, dennoch werden Kleinstpartikel gut abgeschieden. Die Fasern in Materialien für OP- und sogenannte FFP-Masken seien zudem statisch aufgeladen, was die Abscheidung der Partikel verbessere.

Lesen Sie dazu auch: Neue Supermasken auf dem Markt, die laut Wissenschaftlern 99,9 Prozent der Coronaviren abtöten

Baumwolle als Masken-Material?

Die unterschiedlichen Kombinationen von Baumwollfasern landeten in den Testreihen des Max-Planck-Instituts alle im Mittelfeld, wie Drewnick sagt. "Wobei es hier unter anderem sehr darauf ankommt, wie dicht diese gewebt sind - denn das hat ja Einfluss auf die Größe der Löcher in den Stoffen." Partikel werden besser abgeschieden, je fester der Stoff gewebt ist.

Das gemeinnützige Portal #Maskezeigen rät jenen, die sich eine Maske nähen wollen, zu Webstoff oder Jerseygarn aus 100 Prozent Baumwolle, der möglichst dicht, aber noch durchlässig genug zum Atmen sein sollte. Zur Prüfung der Dichtheit empfiehlt das Portal, den Stoff gegen eine Lampe zu halten. Je weniger Lichtpunkte man sieht und je kleiner sie sind, desto dichter ist der Stoff - entsprechend soll er den Infos zufolge mehr Schutz bieten.

Wie viele Lagen sollte eine selbstgemachte Maske haben?

#Maskezeigen verweist in seiner Anleitung auf eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur idealen Zusammensetzung von Stoffmasken. Die WHO rät zu drei Lagen:

  • innen an Mund und Nase eine wasseraufnehmende (hydrophile) Schicht
  • in der Mitte eine wasserabweisende (hydrophobe) Schicht aus Nonwoven-Material wie Baumwolle oder Polypropylen, die Tröpfchen fängt
  • ganz außen eine weitere hydrophobe Lage zum Beispiel aus Polyester.

Meist ist es so, dass im Gegensatz zu medizinischen Gesichtsmasken oder partikelfilternden Halbmasken (FFP2/FFP3) die Schutzwirkung von Alltagsmasken nicht nachgewiesen ist - dennoch kann die textile Barriere die Geschwindigkeit des Atemstroms und der Tröpfchen beim Niesen und Husten reduzieren und Partikel teils abfangen. Außerdem schützt sie - zumindest ein Stück - auch ihren Träger.

Für Kinder erklärt: So gehst du richtig mit Masken um

"Wenn wir das alle beachten, kann ich ganz bald wieder in die Schule gehen": Ein Video der Johanniter-Unfall-Hilfe erklärt Kindern den richtigen Umgang mit Masken. Es lohnt sich auch für Erwachsene. © YouTube

Wie bewahre ich die Maske auf?

Die Maske sollte laut BfArM nach dem Abnehmen in einem Beutel oder ähnlichem luftdicht verschlossen aufbewahrt oder sofort gewaschen werden. Die Aufbewahrung sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um vor allem Schimmelbildung zu vermeiden.

Wie transportiere ich meine Maske?

Wer seinen Mund-Nasen-Schutz erst vor dem Supermarkt aufsetzen möchte, sollte ihn im Plastikbeutel statt in der Hosentasche tragen - oder zumindest in einer Tasche, in die man nicht üblicherweise hineinfasst, rät Peter Walger. Der Vorstandssprecher von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene betont: "Die Innenseite muss geschützt sein."

Wie oft kann ich einen selbst genähten Schutz tragen?

Eine selbst hergestellte Maske könne problemlos öfter getragen werden, sagt der Infektiologe Bernd Salzberger. Sie muss allerdings regelmäßig gewaschen werden.

Wie wasche ich meine Maske?

Bei 60 Grad mit einem Vollwaschmittel. Eine Alternative zur Waschmaschine: Statt die Maske alleine in der Trommel drehen zu lassen, rät Philipp Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Alltagsmasken kann man auch ohne Waschmaschine reinigen - etwa mit einem Stab in dem für Hände zu heißen Wasser mit 60 Grad drehen und drücken. Sobald es etwas ausgekühlt ist, richtig mit der Hand kneten und wringen. "Die Hitze und die Tenside der Waschmittel reichen schon, um das Coronavirus zu deaktivieren", so Heldt. "Die Zugabe von zum Beispiel Alkohol ist nicht nötig."

Kann ich Viren in der Maske auch in der Mikrowelle oder im Backofen abtöten?

Das ist nur bedingt ratsam. "Backofen, Mikrowelle, Bügeln - das ist nur dann eine Idee, wenn man die Maske nicht waschen kann", sagt Walger. "Es ist unsicher, ob überall die gleiche Temperatur wirkt", fügt er an. Die Masken könnten im Backofen oder in der Mikrowelle nicht frei hängen, lägen vielleicht auf einem Backblech. "Und was besonders wichtig ist: Gereinigt werden die Masken dadurch nicht."

Von der Reinigung in der Mikrowelle rät die Feuerwehr ab: Masken mit Drahtbügeln gehören dort auf gar keinen Fall hinein - hier droht Brandgefahr. Die Feuerwehr in München musste zu Beginn der Maskenpflicht mehrfach wegen derartiger Brände ausrücken.

Was tun, wenn die Maske beim Kind nicht sitzt?

Familien erleben es bereits: Die meisten Masken sind für Erwachsene konzipiert und für Kindergesichter viel zu groß. Die Maske schlackert vor dem Gesicht herum, dichtet nicht richtig ab und verfehlt so ihre eigentliche Schutzfunktion.

  • Tipp: Ein Knoten in den Gummibändern kann helfen, damit der Mund-Nasen-Schutz besser sitzt.

Im Netz oder in Drogeriemärkten finden sich inzwischen auch Kinder-Schutzmasken. Wer seinem Kind eine Maske selber nähen will, sollte das Schnittmuster dementsprechend verkleinern, heißt es online bei "Öko-Test". Zahlreiche Anleitungen (etwa auf YouTube) finden sich dazu im Internet.

Wie stelle ich sicher, dass mein Kind richtig mit dem Schutz umgeht?

Den richtigen Umgang mit der Maske erklärt die Johanniter-Unfall-Hilfe Kindern in einem Video:

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rät Eltern, ihre Kinder unbedingt immer wieder daran zu erinnern, dass sie die Maske nicht mehr berühren dürfen, sobald sie einmal aufgesetzt ist. Je jünger das Kind, desto öfter müsse dieser Hinweis kommen. Beim Toben an der frischen Luft könne die Maske allerdings gefährlich sein. Die Kinder könnten mit dem Gummizug der Maske an Hindernissen und Spielgeräten hängen bleiben.

Wie vermeide ich, dass die Brillengläser beim Tragen der Maske beschlagen?

"Die Maske sollte so eng wie möglich anliegen - insbesondere der obere Teil direkt unter der Brille", erklärt Timm Koedel, Apotheker aus Potsdam. So ströme weniger Atemluft an die Gläser. Seine weiteren Tipps:

  • Biegbaren Metallbügel in die Maske einnähen, der den Stoff enger an die Haut presst
  • Die Brille auf den Mund- und Nasenschutz setzen, sodass der Stoff unterhalb des Brillengestells liegt. Dann strömt die warme Atemluft mit etwas mehr Abstand an den Gläsern vorbei
  • Milde Flüssigseife ohne Alkohol in geringer Menge mit einem feinen Tuch auf den Gläsern verteilen. Nach kurzer Einwirkzeit werden die Gläser nicht abgespült, sondern nur trocken poliert. Durch den dünnen Seifenfilm kann sich das Wasser in der Atemluft nicht mehr auf dem Glas absetzen

Darf ich die Maske beim Autofahren tragen?

Keinesfalls darf die Sicht des Fahrers beeinträchtigt sein. Besonders für Brillenträger ist hier Vorsicht geboten, da die Brillengläser beschlagen könnten.

ADAC-Juristen weisen zudem darauf hin, dass der Fahrer erkennbar bleiben müsse: "Bei den handelsüblichen Masken sollte das eigentlich kein Problem sein, da das Gesicht damit im Normalfall noch zu erkennen ist. Bei den selbstgemachten Masken kann es jedoch vorkommen, dass diese das Gesicht zu weit verdecken", heißt es.

Wo der Mundschutz der Gesundheit dient, würde die Polizei zwar von Ahndungen absehen, allerdings liege die Entscheidung im Einzelfall immer im Ermessen des Polizeibeamten.

Außerdem zu beachten: "Wird mit einem Mundschutz eine Ordnungswidrigkeit begangen, läuft das normale Bußgeldverfahren durch." Kann der Fahrer nicht ermittelt werden, könnte der Fahrer verpflichtet werden, ein Fahrtenbuch zu führen. Mit einer solchen Fahrtenbuchauflage wäre bei künftigen Verstößen nachvollziehbar, wer wann sein Auto fuhr. Wie die Polizei seien aber auch die Bußgeldbehörden hier derzeit großzügiger, erklärt der ADAC weiter. (af)

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • Max-Planck-Institut
  • Robert-Koch-Institut
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • APA
  • Bundesgesundheitsministerium
  • ADAC
Teaserbild: © Getty Images/iStockphoto