Kurkuma: Gelbes Gewürz und Wundermittel

Rezepte mit Kurkuma, egal ob süß oder herzhaft, schmecken einfach immer. Das gelbe Gewürz kann aber noch so einiges mehr als nur gut schmecken. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Kurkuma ist hierzulande vor allem als Gewürz bekannt, das indischen Curry-Gerichten die typisch gelbe Farbe verleiht. Frischer Kurkuma (links) sieht Ingwer sehr ähnlich, schließlich zählt die Wurzel zu den Ingwergewächsen. Allerdings ist die Kurkumawurzel innen charakteristisch gelb-orange. Die Kurkuma-Staude stammt aus Südostasien und kann bis zu einem Meter hoch wachsen.
Wegen der Verwandtschaft mit Ingwer wird Kurkuma oft Gelber Ingwer oder Gelbwurz genannt, aufgrund seiner kräftigen gelben Farbe und seinem Einsatz in der indischen Küche aber auch "indischer Safran". Der lateinische Name lautet "Curcuma longa".
Nicht umsonst gilt Kurkuma seit Jahrhunderten als beliebtes Heilmittel in der ayurvedischen und chinesischen Medizin. Seine Inhaltsstoffe können sich sehen lassen ...
Kurkuma enthält mehrere B-Vitamine, unter anderem das Vitamin B3 und Vitamin C, was unser Immunsystem schützt. Die Wurzel ist außerdem reich an Kalium, Magnesium und Zink. Doch der wichtigste Inhaltsstoff ist das Curcumin.
Curcumin ist ein sekundärer Pflanzenstoff und hat eine antioxidative Wirkung. Antioxidantien können freie Radikale neutralisieren. Das bewirkt, dass Ihr Körper gesund bleibt und im Gleichgewicht ist.
Außerdem wirkt Curcumin entzündungshemmend, antiviral, antibakteriell und leberschützend. Diesem wichtigen Bestandteil von Kurkuma werden viele Wirkungen zugeschrieben. So soll Curcumin Übelkeit und Völlegefühl unterdrücken, bei Blähungen und allgemein bei Verdauungsstörungen helfen, Fehlfunktionen der Galle regulieren und Appetitlosigkeit mindern.
Angeblich soll Kurkuma auch gegen Krebs ein wirksames Heilmittel sein. Belegt wurde das bislang allerdings nicht, daher sollten solche Aussagen grundsätzlich skeptisch gesehen werden. Es gibt Forscher, die davon ausgehen, dass Kurkuma das Wachstum von einigen Tumoren hemmen kann, doch ernstzunehmende Studien mit diesem Resultat gibt es momentan noch nicht.
Kurkuma soll außerdem bei Arthrose helfen und sogar gegen Herzinfarkte schützen. Weitere Wirkungen, die Kurkuma nachgesagt werden, sind die Verlangsamung von Alzheimer, Milderung von Diabetes-Symptomen sowie positive Auswirkungen auf unsere Blutgefäße.
Bevor Sie nun aber übermotiviert in die nächste Apotheke rennen, sollten Sie folgendes beachten: Curcumin lässt sich nicht gut in Wasser auflösen. Verzehren Sie Kurkuma immer mit einer fettigen Komponente, wie zum Beispiel Vollmilch. Auch Leinöl hilft bei der Aufnahme, ebenso Piperin, was in schwarzem Pfeffer enthalten ist.
Der VerbraucherService Bayern warnt jedoch, dass der höhere Verzehr von Kurkuma Magenschmerzen, Durchfall und Übelkeit auslösen kann. Wirklich gefährlich wird eine hohe Dosierung nicht, außer Sie leiden unter einer Gallenerkrankung.
Möchten Sie Kurkuma als Heilmittel einsetzen, sollten Sie pro Tag einen halben bis einen Teelöffel Pulver einnehmen. Wirklich schmecken wird das allerdings nicht, denn hochkonzentriert schmeckt Kurkuma einfach nur bitter. Versuchen Sie es lieber mit einem gesüßten Tee ...
Kaufen Sie eine frische Kurkumawurzel und bereiten Sie daraus einen Tee zu. Reiben Sie ein kleines Stück ab, circa eine Teelöffelmenge, oder schneiden Sie die Wurzel in dünne Scheiben. Sie brauchen dann nur noch einen Viertelliter kochendes Wasser und sechs Minuten Geduld, solange der Tee zieht. Kurkuma-Tee kann Ihnen bei Verdauungsbeschwerden Gutes tun.
Am besten schmeckt das goldene Pulver als Gewürz - in süßen als auch in herzhaften Gerichten. Kurkuma verleiht Reispfannen einen edlen Geschmack, aber auch in Smoothies oder im Müsli kann Kurkuma wunderbar als besondere Geschmacksnote eingesetzt werden.
Die gelbe Farbe von Kurkuma wird in der Lebensmittelindustrie häufig zum Einsatz gebracht. Unter dem Kürzel E100 finden Sie Curcumin als Farbstoff in Wurstwaren, Margarine oder sogar in Senf.
Die färbende Wirkung können Sie auch selbst beim Kochen nutzen: Für die Zubereitung eines veganen Tofu-Rühreis darf Kurkuma nicht fehlen. Sie benötigen für vier Portionen 800 Gramm weichen Naturtofu, zwei Esslöffel Olivenöl, einen Teelöffel Kurkuma, zwei Esslöffel stilles Wasser und drei Esslöffel weißes Mandelmus.
Zerdrücken Sie den Tofu mit einer Gabel in einer Schüssel und mischen Sie das Kurkumapulver unter. Braten Sie nun das Tofu-Hack drei Minuten in Öl an und geben Sie Wasser und Mandelmus hinzu. Schmecken Sie mit Salz, Pfeffer und frischen Kräutern nach Belieben ab. Servieren Sie das Tofu-Rührei auf einer Scheibe Vollkornbrot.
Als absoluter Trend-Drink gilt die Goldene Milch, die ihren Namen dem enthaltenen Kurkuma verdankt. Das ayurvedische Getränk schmeckt zum Frühstück und auch vor dem Schlafengehen. Dank der antioxidativen Wirkung von Curcumin und Ingwer soll es Ihre Haut zum Strahlen bringen und gegen Krankheitserreger schützen. Gleichzeitig unterstützt die Goldene Latte Ihre Verdauung.
Für die Zubereitung der Goldenen Milch benötigen Sie 300 Milliliter Milch, einen Esslöffel Kurkumapulver (am besten Bio-Qualität), ein zwei Zentimeter großes Stück Ingwer, einen Viertel-Teelöffel schwarzen Pfeffer, einen Viertel-Teelöffel Zimt, einen halben Teelöffel Kokosöl, eine Prise Muskatnuss und - je nach gewünschter Süße - einen Esslöffel Agavendicksaft oder Honig.
Mixen Sie die Zutaten so lange in einer Küchenmaschine, bis eine feine Konsistenz entsteht. Danach geben Sie alles in einen Topf und lassen es kurz aufkochen. Wenn Sie eine vegane Alternative bevorzugen, dann ersetzen Sie die Milch mit einem Pflanzendrink Ihrer Wahl. Allerdings sollten Sie dann einen Schuss Leinöl hinzugeben, da sich so die Aufnahme des Curcumin verbessert.
Falls Sie die Goldene Milch mit frischen Kurkumawurzeln zubereiten, sollten Sie besser Handschuhe tragen, da Curcumin wirklich sehr stark abfärbt. Merken Sie sich diesen Effekt für das nächste Osterfest, um Ostereier zu färben.