Wer Kartoffeln falsch oder zu lange lagert, bemerkt an den Knollen eine optische Veränderung: sie haben gekeimt. Wir verraten Ihnen, was Sie in diesem Fall mit den Kartoffeln tun sollten - und wo sich noch Gefahren verstecken.

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Nicht nur Menschen finden Kartoffeln lecker - die Knolle hat auch viele andere "Fressfeinde" wie Würmer und Raupen. Und vor denen schützt sie sich mit Hilfe von Solanin. Dieser leicht giftige Bitterstoff steckt vor allem in der Schale und kann auch für Menschen unangenehm bis gefährlich werden. Die Gefahr lässt sich aber bei richtiger Zubereitung und Lagerung der Kartoffeln sehr einfach bannen.

Kartoffeln keimen: Das sollten Sie tun, wenn der Keim länger als zehn Zentimeter ist

Solanin kommt bei Kartoffeln, die eigentlich gesund sind, vor allem in der Schale, an grünen Stellen und an den Keimansätzen vor. Werden die Kartoffeln also vor oder - besser - nach dem Kochen geschält, wird dadurch schon ein Großteil des Solanins entfernt.

Die Keime sollten Sie großflächig heraus schneiden. Treiben die Kartoffeln aus und sind die Keime länger als zehn Zentimeter, sollten Sie die Kartoffel lieber wegwerfen, empfiehlt die Verbraucherzentrale Bayern. Ebenso, wenn die Kartoffel mehr grün als braun ist.

So lagern Sie Kartoffeln richtig

Die grünen Stellen entstehen, wenn Kartoffeln zu viel Licht abbekommen. Um das zu verhindern, sollten sie an einem dunklen Ort gelagert werden. Trocken sollte er auch sein, damit die Knollen nicht anfangen zu schimmeln.

Die ideale Temperatur zum Lagern liegt bei 4 bis 6 Grad Celsius. Ist es wärmer als 8 Grad, treiben Kartoffeln schnell aus. Ist es kälter, verändert sich der Geschmack: Nach Frost schmecken Kartoffeln süß.

Kann man an einer Solanin-Vergiftung sterben?

Solanin ist hitzebeständig und wird erst bei circa 240 Grad Celsius zersetzt. Kochen macht ihm also nichts aus. Demzufolge sollte auch das Kochwasser nicht weiterverwendet werden.

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Es gibt unterschiedliche Zahlen, ab wann Symptome einer Solanin-Vergiftung auftreten: Manche Quellen sprechen von einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, andere von mindestens zwei.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schreibt, dass Vergiftungsfälle prinzipiell eher selten auftreten - was aber auch daran liegen könnte, dass die Symptome einer leichten Vergiftung kaum von anderen Erkrankungen zu unterscheiden sind: Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, ein Brennen oder Kratzen im Hals hat wahrscheinlich jeder Mensch schon mal erlebt, ohne dabei direkt an Solanin zu denken. Todesfälle seien zumindest aus den letzten 50 Jahren nicht bekannt, so das BfR weiter.

Wissenschaftler haben unterdessen ausgerechnet, wie viel Solanin ein Mensch pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen müsste, um schlimme Symptome wie Krämpfe, Herzschwäche, Atemnot, eine Atemlähmung oder gar den Tod zu erleiden: nämlich drei bis sechs Milligramm.

Mindestens zehn Portionen Kartoffeln am Tag

Was aber heißt das in Kartoffeln? Laut dem BZfE müsste ein Erwachsener an einem Tag mindestens zehn Portionen Kartoffeln essen, um Vergiftungserscheinungen zu bekommen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht von 800 Gramm Kartoffeln mit Schale, für einen Menschen mit 60 Kilogramm Körpergewicht. Kinder reagierten möglicherweise empfindlicher.

Alles in allem ist die Gefahr, durch zu viel Solanin ernsthaft zu erkranken, gering. Vor allem, wenn man ein paar Regeln beachtet: Kartoffeln kühl und dunkel lagern, sie schälen, kleine Keime und grüne Stellen großzügig entfernen. Sind die Stellen groß, die Kartoffeln besser wegwerfen.

Verwendete Quellen:

  • Verbraucherzentrale Bayern: Gekeimte Kartoffeln noch essbar?
  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Kartoffeln: Verbraucherschutz und Kartoffeln: Zubereitung und Lagerung
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Solanin in Kartoffeln
  • Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) vom 23. April 2018 (PDF)
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