Welche Kaffee-Mythen stimmen wirklich?

Wie viel Kaffee darf man am Tag trinken? Und hilft Kaffee wirklich gegen einen Kater? Das ist an den Mythen über das beliebte Heißgetränk wirklich dran.

Viele Menschen trinken Kaffee, um wach zu werden. Bei den meisten wirkt Koffein durchaus belebend. Allerdings hält der Kick nicht sehr lange an. Bei denjenigen, die viel Kaffee trinken, lässt sogar die kurzfristige Wirkung nach, denn es stellt sich ein Gewöhnungseffekt ein.
Macht Kaffee süchtig? Hier kann man Entwarnung geben: Kaffee ist definitiv keine Droge und aktiviert nicht die Gehirnzentren, die typischerweise bei einer Sucht betroffen sind. Dennoch können Gewohnheits-Kaffeetrinker Kopfschmerzen bekommen, wenn sie plötzlich auf das Getränk verzichten.
Entzieht Kaffee dem Körper Wasser? Nein. Das in Kaffee enthaltene Koffein wirkt zwar harntreibend, doch mit dem Kaffee wird gleichzeitig Flüssigkeit zugeführt.
Hilft Kaffee gegen Kopfschmerzen? Ja, denn das Koffein gelangt mit dem Blut in den Kopf und dort sorgt es für eine Weitung der zusammengezogenen Blutgefäße. Die Kopfschmerzen, die auf mangelnde Blutversorgung zurückzuführen sind, können so verringert werden.
Ein Mythos über Kaffee besagt: Kaffeebohnen lagert man am besten im Kühlschrank. Doch das ist keine gute Idee. Die Kaffeebohnen haben eine poröse Oberfläche und nehmen daher schnell Gerüche aus der Umgebung an. Der Kühlschrank ist daher nicht sehr geeignet für eine angebrochene Packung Kaffeebohnen.
Sind mehr als zwei Tassen Kaffee am Tag schädlich? Kaffee-Fans müssen keine Angst haben: Das stimmt nicht. Nach einer Einschätzung der EFSA, der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, sind bis zu 400 mg Koffein pro Tag gesundheitlich unbedenklich. Da eine Tasse Filterkaffee (200 ml) etwa 90 mg Koffein enthält, dürfen Kaffeeliebhaber also fast einen Liter täglich trinken, ohne sich Sorgen machen zu müssen.
In Italien wird am meisten Kaffee getrunken, heißt es oft - zu unrecht. Die Italiener gelten zwar als Kaffee-Nation, haben aber nur einen Pro-Kopf-Absatz von 4,9 Kilogramm pro Jahr. Deutschland reiht sich direkt dahinter mit 4,8 Kilogramm im Jahr 2018 ein. Am meisten Röstkaffee tranken die Finnen mit 8,8 Kilogramm pro Kopf.
Vor dem Sport Kaffee zu trinken ist keine gute Idee? Das kommt darauf an. Denn Koffein steigert die Leistung, indem es Fett freisetzt, das dem Körper dann als zusätzliche Energie zur Verfügung steht. Sportler setzen daher oft auf Koffeintabletten. Allerdings steht Kaffee im Verdacht, die leistungssteigernden Effekte durch andere Inhaltsstoffe zu hemmen.
Schwangere sollten keinen Kaffee trinken? Das Gerücht, Koffein könnte dem ungeborenen Kind schaden, kursiert seit Jahrzehnten. Zahlreiche Studien kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass Kaffee - in Maßen genossen - keinen negativen Einfluss hat, sofern die werdende Mutter nicht ohnehin Probleme mit dem Blutdruck hat.
Hilft Kaffee nach einer durchzechten Nacht beim Ausnüchtern? Nein. Alkohol kann die Wirkung von Koffein abschwächen, umgekehrt funktioniert das aber nicht. Am besten allerdings greift man bei einem Kater nicht ausschließlich zum schwarzen Heißgetränk, sondern trinkt vor allem viel Wasser.