Mit Vollgas die Piste herunter: Skifahren und Snowboarden macht Spaß, ist aber durchaus nicht ungefährlich. Hersteller versuchen deshalb, die Sicherheit am Berg zu gewährleisten. Die neuesten Ideen wurden nun auf der ISPO in München vorgestellt.

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Skifahren und Snowboarden sind Sportarten, die Spaß machen. Doch das Risiko fährt mit. Um die Verletzungsgefahr zu minimieren, finden die Hersteller immer neue Ansätze.

Auf der Sportartikelmesse Ispo in München haben die Hersteller nun ihre neuesten Errungenschaften präsentiert. Häufig geht es nicht nur um Schutz. Auch der Komfort spielt eine Rolle. Diese fünf neuen Sicherheitsprodukte sind besonder aufgefallen:

Protektor aus Schafwolle

Rückenpanzer schützen Wintersportlerinnen und Wintersportler bei Stürzen vor schweren Verletzungen an der Wirbelsäule. Die Protektoren sind in aller Regel aus Kunststoffen gefertigt. Alpina geht einen anderen Weg - und zeigt Schützer aus mehreren Schichten gepresster Schafwolle.

Die Prolan-Westen bestehen zu 97 Prozent aus dem Stoff und sollen nicht nur zuverlässig dämpfen, sondern auch besonders atmungsaktiv sein und Schweißgeruch eindämmen. Der Preis liegt bei 160 Euro.

Skibrille mit Solarzellen

Gute Sicht ist auf der Piste und im Gelände ein echter Sicherheitsfaktor. Skibrillenhersteller bieten häufig mehrere Gläser für unterschiedliche Bedingungen an, die der Sportler je nach Situation wechseln kann.

Die Cornea Solar Switch vom schwedischen Hersteller POC ändert die Tönung jetzt automatisch: Bei Sonnenschein machen die enthaltenen Flüssigkristalle das Glas dunkler, in schattigen Passagen oder wenn Wolken aufziehen, hellen sie das Glas auf, erläutert POC. Solarzellen auf der Brille liefern die dafür notwendige Energie. Einen Preis für das ab der kommenden Saison erhältliche Modell nannte POC noch nicht.

Helm aus dem Windkanal

Skifahren macht vor allem bei sonnigem Wetter Spaß. Für den Kopf ist das oft nicht sehr angenehm, denn unter dem Helm wird er immer wärmer und der Schweiß rinnt. Hersteller legen deshalb großes Augenmerk auf die Belüftung: Uvex hat einen neuen Helm entwickelt, der über drei große Öffnungen an der Vorderseite Luft ins Helminnere führt. Sie entweicht über Ausgänge seitlich und hinten am Helm, erklärt der bayerische Hersteller.

Wie stark die Luft rund um den Kopf zirkuliert, können Nutzerinnen und Nutzer des Legend Pro selbst per Schieber einstellen. Der in der mittleren Größe 400 Gramm schwere Helm wurde laut Uvex im Windkanal optimiert. Preis: 140 Euro.

Notfall-Sender erkennt kritische Situationen

Ein Unfall in den Bergen abseits aller Infrastrukturen. Wo befindet man sich, und lässt sich überhaupt ein Notruf absetzen? Der A*Live von ProteGear ist ein Sat-Com-Gerät, das durch Kommunikation über Satelliten auch in so einem Fall stets eine Verbindung herstellen kann, wie der Hersteller verspricht.

Das Gerät erkennt kritische Situationen automatisch, zum Beispiel schwere Stürze - und setzt je nach Einstellung selbst Nachrichten ab. Der Funktionsumfang dieses bei der Globalen Rettungsleitstelle (GEOS) registrierten Geräts ist groß, er hat mit knapp 500 Euro jedoch auch seinen Preis. Dazu kommen noch Datentarife ab 99 Euro pro Jahr. Der A*Live ist damit wohl eher nur für Sportlerinnen und Sportler interessant, die extreme Touren auf sich nehmen.

Rucksack mit Airbag

Ein herausschnellendes Luftkissen soll einen in einer Lawine über der Schneedecke halten. Rucksäcke mit integriertem Airbag gibt es schon länger. Der Line R.A.S. Protector Rucksack von EVOC verfügt neben dem Airbag über einen herausnehmbaren Wirbelsäulenschutz. Der steckt in einem aufklappbaren Extrafach.

Wird der Schutz bei einem Sturz beschädigt, kann man ihn kostenlos gegen einen neuen Panzer eintauschen, verspricht der Hersteller. Der ab Herbst 2020 erhältliche Rucksack kostet ab 270 Euro. (dpa/sob)

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