Zwölf interessante Fakten aus dem Privatleben von Angela Merkel

Angela Merkel feiert am 17. Juli ihren 65. Geburtstag. Schon seit 14 Jahren ist sie die "Mutter der Nation". Über ihr Privatleben macht die Bundeskanzlerin nur wenig publik – sie erzählt nur ungern davon. Einige Fakten sind jedoch bekannt. © spot on news

Seit 1998 ist Angela Merkel mit Joachim Sauer verheiratet. Aus seiner ersten Ehe brachte der renommierte Quantenchemiker zwei Söhne mit in die Beziehung. Auch für die Kanzlerin ist Sauer nicht der erste Ehepartner. Von 1977 bis 1982 war sie mit dem Dresdner Physiker Ulrich Merkel verheiratet. Den Namen aus erster Ehe behielt die 65-Jährige.
Die deutsche Bundeskanzlerin kennt man eigentlich nur in ihren Hosenanzügen – zu besonderen Anlässen wirft sich Angela Merkel jedoch besonders in Schale. Bei der Eröffnung der Osloer Oper 2008 zeigte sie sich in einem tief ausgeschnittenen Kleid. Ästhetik bereite ihr Freude, sagte sie in einem Gespräch mit "Brigitte" – auch in anderen Bereichen als ihrer Kleiderwahl. "Wenn ich mal Gäste einlade, dann halte ich die Gläser auch ins Licht und gucke, ob sie angestaubt sind oder ich lege die Serviette gerade. Ich versuche auch, ordentlich zu kochen."
"Das Internet ist für uns alle Neuland", waren Merkels berühmte Worte im Jahr 2013. Mittlerweile nutzt sie das Web aber auch selbst fleißig. Schuhe sichte die Kanzlerin erst einmal im Internet, verriet sie einmal. "Da kann man schon mal vorgucken." Doch es gibt noch einen weiteren Grund: "Mir sehen ziemlich viele Leute zu. Aber manchmal setze ich mich auch hin und probiere an." Auch an ihren Handys ist sie oft zu sehen. 2017 sagte die Kanzlerin, sie kommuniziere ausschließlich per SMS. "Daher werde ich immer einsamer", fügte sie grinsend hinzu.
Angela Merkel gehört auf den Bayreuther Richard-Wagner-Festspielen zu den Stammgästen. Als Kind hat sie auch selbst Musik gemacht. "Ich habe Flötespielen gelernt und dann auch etwas Klavier. Aber ich habe mich nicht als sehr begabt herausgestellt, und irgendwann ist das dann eingestellt worden." Sie ist ein großer Klassik-Fan, doch auch für volkstümliche Musik kann sich die Kanzlerin begeistern: "Wann immer eine Möglichkeit ist, auch mal Volkslieder zu singen oder Ähnliches, tue ich das gerne."
Apropos Kultur: Merkels Lieblingsfilm ist "Die Legende von Paul und Paula" (1973) aus der DDR. Am häufigsten gesehen hat sie laut eigener Aussage jedoch "Jenseits von Afrika" (1985) mit Robert Redford als Großwildjäger Denys Finch Hatton (Bild). Für den schwärmt sie ganz besonders. Diese Zuneigung scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Redford erzählte erst im März dieses Jahres: "Ich bin ein Fan von Angela Merkel." Getroffen haben sich die beiden ebenfalls schon einmal: 2017 war der Schauspieler zu Gast im Kanzleramt.
Angela Merkel scheint immer auf Achse zu sein, doch manchmal braucht auch die Bundeskanzlerin eine Auszeit. Im Frühling verbringt sie den Urlaub mit Ehemann Joachim Sauer meist auf der italienischen Mittelmeer-Insel Ischia. Dort ist sie auch immer im gleichen Hotel. Sie schlafe wenig und lache viel, trinke gerne mal einen Campari Soda mit grüner Olive, während ihr Mann ein Bier bevorzuge. Das erzählte der Hoteldirektor der italienischen Ausgabe der "Vanity Fair" im Jahr 2013.
Im Sommer geht es für die Kanzlerin dann meistens nach Südtirol zum Wandern. "Sechs Stunden am Stück bergauf, ohne auch nur eine Essenspause" laufe Angela Merkel laut Bergsteiger Reinhold Messner (r.). Die Wahl der abzulaufenden Routen überlasse sie hingegen ihrem Mann Joachim Sauer, erzählte Messner im Interview mit der "Vanity Fair" 2013 weiter. "Ich wandere sehr gerne", bestätigte Merkel gegenüber "Brigitte". "Weil man da den Kopf frei kriegt und nicht immer die gleichen Gedanken hat, sondern sich einfach auf sich und das Wandern konzentrieren kann."
Angela Merkel kann ihre Gefühle schlecht verstecken – man sieht ihr meist an, was sie von gewissen Sachen hält. Ihre fehlende Fähigkeit zum Pokerface ist eine ihrer Schwächen. "Ich hab' das aufgegeben. Ich kann's nicht. Das ist bitter, aber ich kann's nicht", sagte sie 2017. "Man muss mit seinen Schwächen leben." Ihre Grimassen seien ihr auch bewusst. "Wenn ich nicht spreche, gucke ich schnell gelangweilt."
Emotionen zeigt die Kanzlerin nicht oft, doch es gibt eine Ausnahme: Im Fußballstadion kann Angela Merkel sich nicht zurückhalten. Da geht sie aus sich heraus, steht auf, jubelt und ist emotional – so wie hier bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Nach dem zweiten Tor von Mats Hummels gegen Portugal konnte sich Merkel nicht mehr auf ihrem Stuhl halten.
Apropos Fußball: Ex-Mannschafts-Kapitän Philipp Lahm wollte einmal von Angela Merkel wissen, welches das größte Opfer sei, das die Kanzlerin für die Nation bringe: "Ich muss darauf verzichten, unerkannt einkaufen zu gehen." In einem Supermarkt in Berlin-Mitte gilt sie als Stammkundin. "Frau Merkel trägt ihre Einkaufstüten übrigens immer selbst, nicht die Sicherheitsbeamten", verriet der Supermarkt-Eigentümer 2018 in einem Interview mit dem "Tagesspiegel". Vier Jahre zuvor war sie dort mit dem chinesischen Premierminister Li Keqiang einkaufen und zeigte ihm unter anderem die Fleischtheke (Foto).
Man mag es fast nicht glauben, aber die Bundeskanzlerin isst gerne Döner. Einmal pro Woche soll sie als CDU-Vorsitzende ins "Café Motiv" in die Berliner Wilhelmstraße gefahren sein, um sich einen Döner zu holen. "Ohne Soße, nur mit Fleisch, Salat, Zwiebeln, Tomaten und Weiß- und Rotkraut", verriet der Besitzer des Cafés 2004. Ihre absolute Leibspeise ist jedoch Kartoffelsuppe. Die Kanzlerin verriet gegenüber "Bunte" sogar ihr Rezept. Wichtig sei vor allem, die Kartoffeln zu zerstampfen und nicht zu pürieren. "So bleiben in der Konsistenz noch immer kleine Stückchen übrig."
Auch ihre Gesundheit ist Merkels Privatsache. In der letzten Zeit hatte sie wegen drei Zitteranfällen weltweit Schlagzeilen gemacht und große Sorge ausgelöst. Vor wenigen Tagen hatte sie gemeinsam mit der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen die Nationalhymnen dann im Sitzen gehört. Laut Merkel müsse man sich um ihre Gesundheit jedoch keine Sorgen machen. Man dürfe "davon ausgehen, dass ich auch als Mensch ein großes persönliches Interesse daran habe, dass ich gesund bin und auf meine Gesundheit achte".