Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat mit Äußerungen über das Tragen von Messern Irritationen ausgelöst - auch in der Koalition im Freistaat.

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Ministerkollegen von der CSU zeigten sich am Dienstag am Rande einer Kabinettssitzung irritiert. Direkte Kritik gab es in der Sitzung selber dem Vernehmen nach zwar nicht - wohl aber den Rat zu einer etwas vorsichtigeren Wortwahl.

"Ich bin überzeugt, Bayern und Deutschland wären sicherer, wenn jeder anständige Mann und jede anständige Frau ein Messer in der Tasche haben dürfte, und wir würden die Schwerkriminellen einsperren. Das wäre der richtige Weg", hatte Aiwanger in einer Rede vor Jägern gesagt, wie aus einem Mitschnitt des Bayerischen Rundfunks hervorgeht. Dafür war er von der Opposition heftig kritisiert worden.

CSU-Mann Herrmann: "Das muss er mit sich selbst ausmachen"

"Ich würde es doch eher bezweifeln, dass dieser Satz von Hubert Aiwanger einen Aufruf zur Bewaffnung darstellt", sagte dazu Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung. Er fügte aber auch hinzu: "Wie sich der Kollege Aiwanger äußert und welche Folgen das dann hat, das muss er mit sich selber ausmachen."

Aiwanger erklärte auf Nachfrage, die Interpretation, er habe zur Selbstbewaffnung aufgerufen, sei "böswillig absichtlich fehlinterpretiert". Es gehe schlichtweg darum, dass er gegen weitere Verschärfungen des ohnehin strengen deutschen Waffenrechts sei, "was vor allem legale Waffenbesitzer treffen würde, zum Beispiel Schützenvereine und Trachtengruppen".

Das diskutierte Messerverbot an öffentlichen Orten führe in die falsche Richtung und bringe gesetzestreue Bürger plötzlich in Schwierigkeiten. "Stattdessen müssen wir gegen Gewalttäter gezielter vorgehen", betonte Aiwanger. (dpa/jwo)  © dpa