Unionsfraktionsvize Hans-Peter Friedrich glaubt, die US-Wahl könnte Auswirkungen auf die Politik hierzulande haben: Er sorgt sich, dass Donald Trumps Sieg den Populisten in Europa Auftrieb geben könnte.

US-Präsident Donald Trump: Ziele, Pläne, Ansichten

Hans-Peter Friedrich (CSU) hat vor einem "Trump-Effekt" in Deutschland gewarnt. Der Unionsfraktionsvize befürchtet nach dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA ein Erstarken von Populisten in Europa.

Der "Bild"-Zeitung sagte Friedrich: Trump ist der Ausdruck des Willens der Amerikaner, über ihr Land selbst zu bestimmen." Diesen Wunsch hätten "erkennbar auch immer mehr Menschen in Deutschland und Europa".

Viele Menschen fühlten sich fremdbestimmt, bemängelte Friedrich – etwa von der EZB, bei TTIP und der Zuwanderung. "Wenn sie von den Volksparteien keine Antworten bekommen, werden sie sich auch bei uns den Populisten zuwenden", glaubt der CSU-Politiker.

Schäuble kritisiert politischen Diskurs

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zeigte sich indes besorgt über die Art der politischen Auseinandersetzung - auch in Deutschland. In einem Beitrag für die "Bild"-Zeitung schreibt Schäuble: "Demagogischer Populismus ist nicht nur ein Problem Amerikas. Auch anderswo im Westen sind die politischen Debatten in einem besorgniserregenden Zustand."

Vor allem im Internet sei inzwischen "völlig egal, ob Behauptungen wahr sind – Hauptsache, der Empörungsgrad stimmt", urteilt der Finanzminister. "Vereinfachung hat eine Untergrenze."

Nach Ansicht des 74-Jährigen geben "die Eliten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht immer ein gutes Bild". Zudem seien Entscheidungsprozesse häufig kaum noch nachvollziehbar. Schäuble: "Jeder muss bereit sein dazuzulernen. Wenn wir für die Perspektive des anderen und fürs Umdenken offen sind, hat es der demagogische Populismus schwer." (ank)