Donald Trump wird der 45. Präsident der USA. Die Aufregung um den Ausgang der US-Wahl hat sich ein wenig gelegt, nun beginnt das Hoffen, das Bangen - und das Bewerten der Chancen und Risiken, die ein Präsident Trump bringen könnte. So schätzt die Presse das Wahlergebnis am Tag danach ein:

US-Präsident Donald Trump: Ziele, Pläne, Ansichten


  • Spiegel Online: "Armee wütender Männer mobilisiert"

    Donald Trump hat eine Armee wütender Männer mobilisiert, die nun ihren neuen Oberbefehlshaber feiert. Wird die Demokratie das aushalten? Sie muss. (...) Vielleicht ist es dabei tatsächlich eine Art Sehschwäche des liberalen Blicks, die Gewalt und die Konflikte einer Gesellschaft nicht als solche zu erkennen und zu adressieren - vielleicht aber ist die Liberalität, also die Gleichheit der Menschen als Menschen, auch gerade die richtige Antwort auf diese Gewalt. Zum Artikel
  • Bild Online: "Das ist Demokratie"

    Der neue mächtigste Mann der freien Welt trägt den Namen Trump. Das ist Demokratie. Eine Demokratie, die weit älter ist als unsere. Und der gerade wir Deutsche so viel zu verdanken haben. (...) Möge Donald Trump der Patriot sein, der er vorgibt zu sein. Und die Geister einfangen, die er rief. Zum Artikel
  • Financial Times: "Ein Schlag gegen die liberale Ordnung"

    Nervös wartet die Welt darauf zu sehen, ob Trumps Politik ebenso aufwieglerisch sein wird wie seine Worte. Das Umschalten auf einen positiveren Ton nach dem Wahlsieg ist ein erster Schritt. Dennoch ist dies ein Moment großer Gefahr. Trumps Sieg erscheint nach dem Brexit-Votum in Großbritannien wie ein neuer schmerzlicher Schlag gegen die liberale internationale Ordnung. Zum Artikel (Abonnement)
  • Die Presse: "Die liberale Weltordnung könnte sich auflösen"

    Die Globalisierung, die weltweit Hunderte Millionen Menschen aus der Armut gehoben hat, ist offenbar an ihre politischen Grenzen gestoßen, weil eben nicht alle in gleichem Ausmaß davon profitieren. Als Gegenreaktion tobt nun ein grenzüberschreitender Volksaufstand gegen ökonomische, technologische und soziale Veränderungen, von denen sich viele überrollt und übervorteilt fühlen. Am Ende dieses Prozesses könnte sich die liberale Weltordnung, wie wir sie kennen, auflösen.
  • Der Standard: "Die Rolle der Nato muss neu definiert werden"

    Die Welt, wie wir sie kennen, wird eine andere werden. Es ist zu befürchten, dass Trump eine Allianz mit anderen autoritären Führern wie Russlands Präsident Wladimir Putin eingehen wird. Dass Putin auf gute Zusammenarbeit hofft, wie er in einer ersten Reaktion sagte, ist aus seiner Sicht verständlich: Trump würde ihn aus der Isolierung holen, in die ihn der bisherige US-Präsident Barack Obama und die Europäer gedrängt haben. Die Rolle der Nato wird auch deshalb neu definiert werden, weil Trump das Verteidigungsbündnis schon aus finanziellen Gründen infrage gestellt hat. Für die Europäer wird das heißen: Sie sind militärisch mehr auf sich selbst gestellt.
  • Neue Zürcher Zeitung: "Ein Schaden für die moralische Autorität der USA"

    Mit Donald John Trump haben die USA einen Demagogen ins Weiße Haus gewählt. Was seine Präsidentschaft bringen wird, ist völlig ungewiss. Die entscheidende Frage lautet nun, inwiefern sich Kandidat und Präsident voneinander unterscheiden werden – und ob die Republikaner Trump im Zaum halten können. (...) Niemand kann ihn daran hindern, das Verteidigungsversprechen gegenüber der Nato aufzukündigen oder mit Russlands Präsidenten anzubandeln.(...) Als wäre das nicht Bedrohung genug, waltet Trump künftig zudem über das Nuklearwaffenarsenal der USA. Zum Artikel
  • Tages-Anzeiger: "Abschied vom Konzept des Weltpolizisten"

    Außenpolitisch will Trump Abschied nehmen vom Konzept des globalen Weltpolizisten. Ein Konzept, das den USA Milliardenkosten und ein Heer von Kriegsveteranen bescherte. (...) Mit Hillary Clinton wäre es vielleicht noch schlimmer geworden. Sie schlug vor, China mit einem Raketenabwehrschirm einzukreisen, falls das Land nicht genug Druck auf Nordkorea wegen dessen Atomwaffen ausübe. Das ist mindestens so gefährlich wie Trumps Gerede davon, dass man Atomwaffen auch einsetzen könnte. Zum Artikel

(dpa/ank)