Nicht mehr lange bis zur US-Wahl: Am 3. November wählen die US-Amerikaner einen neuen Präsidenten. Für den demokratischen Kandidaten Joe Biden sah es zuletzt in Umfragen gut aus. Doch ob er seinen Vorsprung gegenüber Amtsinhaber Donald Trump (Republikaner) am Wahltag behaupten kann, hängt vor allem davon ab, wie sich die Swing States entscheiden. Hier finden Sie die aktuellen Umfragen.

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Aktuelle Umfragen zur US-Wahl 2020

FiveThirtyEightCNN Poll of Polls
Donald Trump 41,9 Prozent42 Prozent
Joe Biden52,2 Prozent53 Prozent
Daten vom21. Oktober20. Oktober

Weniger als zwei Wochen bis zur US-Wahl: Joe Biden von den Demokraten liegt in aktuellen Umfragen vor Amtsinhaber Donald Trump von den Republikanern - im Durchschnitt um etwa 8 bis 9 Prozentpunkte, wie "realclearpolitics.com" berichtet.

Allerdings wird der US-Präsident nicht direkt vom Volk gewählt, sondern durch sogenannte Wahlmänner aus den einzelnen Bundesstaaten. Der Sieger muss mindestens 270 der Wahlmänner-Stimmen auf sich vereinen. Der aktuelle Umfrage-Stand sieht derzeit so aus:

Dass die US-Wahl kompliziert ist und Umfragewerte allein nichts über den möglichen Ausgang der Wahl aussagen, zeigte sich in der Vergangenheit. Auch bei der Wahl vor vier Jahren hatte Hillary Clinton mehr Stimmen als Donald Trump erhalten und dennoch wurde er Präsident der Vereinigten Staaten.

Der US-Präsident wird nach dem Winner-takes-it-all-Prinzip gewählt: Wer die Mehrheit in einem Bundesstaat erreicht, bekommt alle Wahlmännerstimmen - und die bestimmen das Endergebnis.

Battleground States entscheiden über Schlacht ums Weiße Haus

Entschieden wird die US-Wahl meist in den Swing States. Dabei handelt es sich um besonders umkämpfte Bundesstaaten, die mal für einen Republikaner und mal für einen Demokraten stimmen. In den USA werden die Swing States auch Battleground States genannt, also die Staaten in denen - sprichwörtlich - die Schlacht ums Weiße Haus entschieden wird.

Laut der "New York Times" muss Donald Trump bei der Wahl 2020 einige der Staaten gewinnen, die aktuell Joe Biden wählen würden. Allerdings könnte er auch einige Staaten verlieren, die er vor vier Jahren noch gewonnen hatte und trotzdem die Wahl für sich entscheiden.

Vermutliche Swing States bei der Wahl 2020:

  • Texas - 38 Wahlmänner
  • Florida - 29 Wahlmänner
  • Pennsylvania - 20 Wahlmänner
  • Ohio - 18 Wahlmänner
  • Michigan - 16 Wahlmänner
  • Georgia - 16 Wahlmänner
  • North Carolina - 15 Wahlmänner
  • Virginia - 13 Wahlmänner
  • Arizona - 11 Wahlmänner
  • Wisconsin - 10 Wahlmänner
  • Minnesota - 10 Wahlmänner
  • Colorado - 9 Wahlmänner
  • Iowa - 6 Wahlmänner
  • Nevada - 6 Wahlmänner
  • New Mexico - 5 Wahlmänner
  • New Hampshire - 4 Wahlmänner
  • Maine - 4 Wahlmänner

Texas ist laut dem Umfrage-Aggregator realclearpolitics.com aktuell knapp in Trumps Hand. Ohio, Iowa und Georgia sind demzufolge unentschieden beziehungsweise sehr knapp. Der Rest tendiert, mal mehr, mal weniger deutlich zu Joe Biden (Stand: 21. Oktober).

Florida gilt als der Jackpot: In diesem Bundesstaat wird es bei fast jeder Wahl eng - Florida ist deswegen so wichtig, weil von dort besonders viele Wahlmänner (29) ins Electoral College geschickt werden.

Noch mehr Wahlmänner stellt Texas. Dass gerade die einstige Republikaner-Hochburg Texas möglicherweise zu einem Swing State werden könnte, spricht nicht unbedingt für Amtsinhaber Trump.

Auch Georgia wählte bislang eher den Republikaner. Doch je größer die Hauptstadt Atlanta wurde und mit ihr die Vororte, desto diverser wurde auch der Bundesstaat.

Maine ging 2016 an Hillary Clinton (Demokraten). North Carolina ist aktuell gespalten: Es gibt schwarze Wähler und College-Studenten auf der einen Seite, die demokratisch wählen, und weiße, eher ländliche Wähler, die republikanisch wählen.

Trump hat vor vier Jahren den Bundesstaat Michigan für sich entschieden, der traditionell eigentlich immer demokratisch gewählt hatte. Nebraska wählte meist republikanisch, gab auch 2008 dem Republikaner John McCain sein Kreuz.

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Verwendete Quellen:

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels wurde berichtet, dass der US-Bundesstaat Maine 2016 an Donald Trump ging und Nebraska 2008 an Barack Obama. Richtig ist: Maine ging an Hillary Clinton (Demokraten), Nebraska an John McCain (Republikaner).

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