Der Freistaat Sachsen hat sich entschieden. Die CDU gewinnt die Landtagswahl vor der AfD. Alles Wichtige vom Wahlabend im Ticker zum Nachlesen.

  • Laut aktueller Hochrechnung liegt die CDU von Ministerpräsident Michael Kretschmer vorn.
  • Die AfD wird zweitstärkste Kraft, mit massiven Zugewinnen. Es ist das beste Ergebnis in der Geschichte der Partei bei einer Landtagswahl.
  • Die SPD fährt ein historisch schlechtes Ergebnis ein.

23:00 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker

Danke fürs Mitlesen und gute Nacht. Weitere Infos zur Landtagswahl in Sachsen finden Sie hier.

22:47 Uhr: AfD holt mindestens 33 Mandate

Die Präsenz der AfD im neuen Sächsischen Landtag bleibt nicht auf die 30 zugelassenen Listenkandidaten beschränkt. Da am Sonntagabend auch AfD-Politiker Direktwahlkreise gewannen, die nicht auf den ersten 30 Plätzen der Landesliste waren, kommt die Partei nun über die Erststimmen-Erfolge auf mindestens 33 Sitze im Parlament.

22:33 Uhr: Protestwähler bei AfD in Minderheit

Zwei Erhebungen der Forschungsgruppe Wahlen haben ergeben, dass es zu kurz greift, die AfD als reine Protestpartei zu sehen.

Auf die Frage nach der Motivation, für die AfD zu stimmen, nannten dort 28 Prozent "Denkzettel" als Grund. Dagegen entschieden sich 70 Prozent nach eigenen Angaben "wegen ihrer politischen Forderungen" für die Rechtspopulisten. Anders in Brandenburg: Dort nannten 43 Prozent Inhalte als Motiv, einen "Denkzettel" verpassen wollten 53 Prozent.

22:00 Uhr: Höcke fordert Neuwahl auf Bundesebene

Thüringens AfD-Partei- und Fraktionschef Björn Höcke hat nach den Wahlen in Brandenburg und Sachsen vorgezogene Neuwahlen im Bund gefordert. Nach dem Abschneiden von CDU und SPD fehlt es der großen Koalition auf Bundesebene an Legitimität, wie Höcke am Sonntag mitteilte. Die «Merkel-Ära» müsse so schnell wie möglich durch vorgezogene Neuwahlen zum Bundestag beendet werden. Die AfD legte in Brandenburg und Sachsen Hochrechnungen zufolge massiv zu, wurde aber in keinem der beiden Länder stärkste Kraft. Höcke bezeichnete die AfD nach diesen Wahlen als «neue Volkspartei des Ostens».

21:16 Uhr: Lindner (FDP) enttäuscht

Die FDP hat laut Hochrechnungen den Einzug in die Landtage von Sachsen und Brandenburg verpasst. Entsprechend enttäuscht zeigte sich Parteichef Christian Lindner. Er sei optimistischer gewesen. "Aber die Zahlen heute zeigen, sehr viele werden aus taktischen Gründen, trotz Sympathie für die FDP, anders gewählt haben."

21:00 Uhr: Auszählung dauert länger

Nach Einschätzung von Landeswahlleiterin Carolin Schreck könnte die Auszählung der Stimmzettel in Sachsen länger als bei vorangegangenen Wahlen dauern. Das liege vor allem an der sich abzeichnenden höheren Wahlbeteiligung und an dem großen Anteil von Briefwählern, sagte Schreck der Deutschen Presse-Agentur. Auch die per Briefwahl abgegebenen Stimmen dürfen erst nach dem Schließen der Wahllokale ausgezählt werden. Dafür müssen die Wahlhelfer aber erst die Umschläge öffnen.

20:21 Uhr: Wahlbeteiligung macht großen Sprung

Annähernd zwei von drei Wahlberechtigten sind in Sachsen an die Urne gegangen. Das entspricht einem Plus von 16 Prozent im Vergleich zur letzten Landtagswahl.

19:59 Uhr: AfD-Chef Urban strebt Neuwahl an

Sachsens AfD-Chef Jörg Urban strebt wegen der gerichtlich auferlegten Beschränkung der Listenplätze eine Neuwahl an, sollte seine Partei mehr Sitze erreicht haben, als sie Kandidaten aufstellen durfte. "Wir werden über das Verfassungsgericht am Ende eine Neuwahl erstreiten", so Urban. "Weil, die Benachteiligung ist nicht nur ein Signal im Wahlkampf gewesen. Wenn sie sich jetzt im Parlament abzeichnet, ist dies ein nicht abgebildeter Wählerwille im Parlament. Und das ist aus unserer Sicht auf alle Fälle ein zwingender Grund für Neuwahlen."

19:40 Uhr: Ergebnis "schmerzt" Linke

"Solche Zahlen schmerzen, das ist ganz klar", hat Linke-Chefin Katja Kipping die massiven Verluste ihrer Partei in Sachsen kommentiert. Auf die Frage, ob die Linke die Position als Partei des Ostens an die AfD verloren habe, antwortete Kipping: "Nein, das haben wir nicht." Im Osten habe sich 30 Jahre etwas "in besonderer Art und Weise" ausgetobt, was den Rechten den Boden bereitet habe, das sei der Marktradikalismus. Dieser erziehe Menschen dazu, den Ellenbogen einzusetzen. "Und von dieser Saat profitiert jetzt leider die AfD."

Die Linke hat ihr Ergebnis laut Hochrechnungen nahezu halbiert.

19:08 Uhr: Kretschmer: "Freundliches Sachsen hat gewonnen"

Nach Ansicht von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist das Ergebnis der Landtagswahl mit einer Botschaft verbunden. "Das freundliche Sachsen hat gewonnen", sagte er der ARD. "Nun geht es darum, eine Regierung zu bilden, die gut für unser Land ist." Die Gespräche und Koalitionsverhandlungen dazu brauchten etwas Zeit. "Wir gehen mit Demut an die Arbeit."

18:43 Uhr: Direktmandate entscheidend

Unklar blieb zunächst, ob die der AfD auferlegte Beschränkung der Listenplätze Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Landtags haben wird. Der sächsische Verfassungsgerichtshof hatte wegen Formfehlern entschieden, dass die Partei nur mit 30 Listenkandidaten antreten darf. Rechnerisch stünden ihr gemäß Hochrechnung jedoch acht weitere Mandate zu. Diese Mandate kann die AfD nur besetzen, wenn Direktkandidaten, die nicht auf der Liste stehen, das Direktmandat gewinnen.

18:27 Uhr: Schwarz-Grün laut erster Hochrechnung möglich

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schließt eine Koalition mit den Grünen zumindest nicht aus. "Es ist möglich, eine Regierung mit positiven Kräften zu bilden", sagte er der ARD.

18:11 Uhr: CDU schließt Koalition mit AfD aus

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz hat in ARD eine Koalition mit der AfD erneut ausgeschlossen. "Es bleibt dabei, dass wir mit den Rändern nicht koalieren."

18:00 Uhr: CDU gewinnt laut erster Prognose

Die CDU kommt nach den Prognosen von ARD und ZDF um 18.00 Uhr auf 32 bis 33,5 Prozent (2014: 39,4), die AfD mit Spitzenkandidat Jörg Urban auf 27,5 Prozent (2014: 9,7). Die Linke erreicht 10,5 Prozent (2014: 18,9), die Grünen steigern sich auf 8,0 bis 9,0 Prozent (2014: 5,7). Die SPD fällt auf 8,0 Prozent (2014: 12,4), die FDP verbessert sich auf 4,5 bis 4,8 Prozent (2014: 3,8)

17:22 Uhr: Schwierige Regierungsbildung erwartet

Glaubt man den jüngsten Umfragen, wird die Regierungsbildung nach der Wahl schwierig. Für die absolute Mehrheit könnte die CDU zwei Koalitionspartner brauchen - wobei Spitzenkandidat Michael Kretschmer ein Bündnis mit der AfD ebenso ausgeschlossen hat wie eines mit der Linkspartei. Karikaturist Harm Bengen drückt es so aus:

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15:06 Uhr: Höhere Wahlbeteiligung in Sachsen bis zum Nachmittag

Bei der Landtagswahl in Sachsen haben bis zum Sonntagnachmittag mehr als ein Drittel aller Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Wie das Statistische Landesamt in Kamenz mitteilte, lag die Wahlbeteiligung um 14:00 Uhr bei 35,1 Prozent. Zum gleichen Zeitpunkt vor fünf Jahren hatten lediglich 23,1 Prozent der Sachsen gewählt. Am Ende lag die Wahlbeteiligung bei 49,1 Prozent.

13:36 Uhr: Hohe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

Bei der Landtagswahl in Sachsen zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung als bei der Abstimmung vor fünf Jahren ab. Bis 12:00 Uhr gab mehr als ein Viertel (26,2 Prozent) der Wahlberechtigten die Stimme ab, wie Landeswahlleiterin Carolin Schreck in Kamenz mitteilte. Bei der Wahl im Jahr 2014 lag die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt nur bei 14,9 Prozent.

Am Sonntag wird auch in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. Zahlen zur Wahlbeteiligung werden dort erst am Nachmittag erwartet.

12:21 Uhr: Stimmabgabe Wolfram Günther

Wolfram Günther, Spitzenkandidat der Grünen, kommt nach seiner Stimmabgabe für die Landtagswahl in Sachsen aus dem Wahllokal.

Wolfram Günther, Spitzenkandidat der Grünen, kommt nach seiner Stimmabgabe für die Landtagswahl in Sachsen aus dem Wahllokal.

11:39 Uhr: Stimmabgabe Martin Dulig

SPD-Spitzenkandidat Martin Dulig hat inzwischen auch gewählt.

Martin Dulig, Spitzenkandidat der SPD, steht mit seiner Frau Susann bei der Stimmabgabe zur Landtagswahl in Sachsen im Wahllokal an einer Wahlurne.

11:15 Uhr: Stimmabgabe Rico Gebhardt

Der Spitzenkandidat der Linken, Rico Gebhardt, hat seine Stimme bei der Landtagswahl in Sachsen abgegeben.

Rico Gebhardt (Die Linke), Spitzenkandidat der Linken, gibt seine Stimme für die Landtagswahl ab, rechts Barbara Zimmermann, stellvertretende Wahlvorsteherin im Wahllokal.

9:15 Uhr: Stimmabgabe Michael Kretschmer

Sachsens amtierender Ministerpräsident Michael Kretschmer hat seine Stimme inzwischen abgegeben. Seine CDU liegt in Umfragen stabil über 30 Prozent.

Michael Kretschmer (CDU,r), Ministerpräsident von Sachsen, steht mit seiner Partnerin Annett Hofmann bei der Stimmabgabe zur Landtagswahl in Sachsen im Wahllokal an einer Wahlurne.

8:00 Uhr: Wahllokale haben geöffnet

Mit der Öffnung der Wahllokale haben am Sonntagmorgen in Sachsen die Landtagswahlen begonnen. Rund 3,3 Millionen Wahlnberechtigte sind aufgerufen, das Parlament für die nächsten fünf Jahre zu wählen.

7:00 Uhr: Umfrage sieht CDU vorn

Im ZDF-Politbarometer vom 29. August lag die CDU bei 32 Prozent - im Vergleich zur Vorwoche war das ein Prozentpunkt mehr. Die Rechtspopulisten der Alternative für Deutschland kamen auf 24,5 Prozent und hatten damit ein Minus von 0,5 Punkten zu verzeichnen.

Auf den weiteren Plätzen in Sachsen liegen die Linke (14 Prozent, unverändert), Grüne (11 Prozent, plus 2) und SPD (8,5 Prozent, minus 0,5). Die FDP muss mit unverändert 5 Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. 33 Prozent der Befragten waren sich der Umfrage zufolge noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen.

Bei der Frage nach dem Wunsch-Ministerpräsidenten liegt Michael Kretschmer (CDU) sowohl gegenüber dem AfD-Spitzenkandidaten Jörg Urban (67 zu 9 Prozent) als auch gegenüber dem Linken-Spitzenkandidaten Rico Gebhardt (62 zu 9) deutlich vorne.

Mit Material von dpa und afp