Die Wahl in Hessen ist vorbei, 4,4 Millionen Bürger waren aufgerufen, ihre Kandidaten für den neuen Landtag zu wählen. Hier finden Sie die Ergebnisse nach Stimmkreisen und den Koalitionsrechner.

Und wieder eine Ohrfeige für die Große Koalition: Auch bei der Hessen-Wahl verlieren CDU und SPD heftig. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Volker Bouffier kommen nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf ihr schlechtestes Ergebnis in dem Bundesland seit mehr als 50 Jahren, bleiben aber stärkste Kraft. Die SPD steht in Hessen sogar so schlecht da wie noch nie.

Erneut sind die Grünen der große Wahlgewinner. Rein prozentual sind sie mit 19,8 Prozent zwar gleichauf mit der SPD, werden jedoch mit einem hauchdünnen Vorsprung von 94 Stimmen gegenüber den Sozialdemokraten zweitstärkste Kraft in Hessen.

Die AfD zieht in das 16. Landesparlament ein. Auch FDP und Linke gewinnen dazu. Damit bekommt Hessen erstmals ein Sechs-Parteien-Parlament. Die Ergebnisse der Hessen-Wahl im Detail.

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Koalitionsrechner

Aus dem vorläufigen amtlichen Ergebnis ergeben sich gleich mehrere Koalitionsmöglichkeiten. Ministerpräsident Volker Bouffier von der CDU kündigte Gespräche mit allen Parteien außer Linken und AfD über eine Regierung an. Er hatte sich zuletzt offen für Jamaika gezeigt, die Grünen waren zurückhaltender, die Liberalen warben offen dafür.

Grüne und FDP in Hessen haben allerdings unter anderem in der Energiepolitik und beim Ökolandbau Differenzen. FDP-Chef Christian Lindner hatte mit Blick auf eine Ampel ein Bündnis seiner Partei mit Grünen und SPD als "inhaltlich vollkommen abwegig" bezeichnet.

Die Parteien haben keinen Zeitdruck, um ein Regierungsbündnis zu schmieden. Die Wahlperiode des bisherigen Landtags endet erst am 17. Januar 2019, einen Tag später tritt laut Landesverfassung der neue Landtag zu seiner ersten Sitzung zusammen. Üblicherweise wählen die Abgeordneten dann den Ministerpräsidenten.

Ergebnisse in den Wahlkreisen

Forscher machten für den Einbruch von CDU und SPD sowohl landes- als auch bundespolitische Gründe verantwortlich. Nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen konnten die Parteien vor Ort nur bedingt mit politischen Leistungen, Spitzenpersonal oder Sachkompetenz überzeugen.

Hinzu sei eine starke Konkurrenz durch die Grünen gekommen, für die sich zahlreiche Wähler kurzfristig entschieden hätten. Laut Infratest dimap verlor die CDU besonders an den bisherigen Grünen-Koalitionspartner viele Stimmen.

Mit Material der dpa

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