Die CDU wird in Sachsen stärkste Kraft, die SPD in Brandenburg. Ein maßgeblicher Grund dafür: ältere Wähler. Bei den Jungen ist das Ergebnis überraschend.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Mit Slogans wie "Wende 2.0" oder "Vollende die Wende!" hat die AfD Wahlkampf gemacht. Bei der Landtagswahl in Sachsen punkteten die Rechtspopulisten aber auch bei Wählern einer Altersgruppe, die DDR und Wende nicht oder nicht bewusst miterlebte.

Bei den 18- bis 24-Jährigen in Sachsen holten die Rechtspopulisten 21 Prozent der Stimmen, bei den 25- bis 34-Jährigen gar 26 Prozent: In beiden Kategorien das beste Ergebnis aller Parteien im Freistaat. Das geht aus einer Analyse der vorläufigen Wählerwanderung von Infratest dimap für die ARD hervor. Ihre besten Ergebnisse holte die AfD dort aber unter Menschen mittleren Alters: 29 Prozent bei den 35- bis 44-Jährigen und 33 Prozent bei den 45- bis 59-Jährigen.

Unter den ganz Jungen erzielten allein die Grünen ein annähernd gutes Ergebnis: 20 Prozent der 18- bis 24-Jährigen stimmten für sie. Bei den 25- bis 34-Jährigen kam die CDU auf immerhin 19 Prozent.

Die Christdemokraten überzeugten vor allem ältere Wähler: Bei den 60- bis 69-Jährigen kamen sie auf 38 Prozent, bei den über 70-Jährigen auf 45 Prozent. In beiden Gruppen war das der Spitzenwert unter den Parteien. Bei den 45- bis 59-Jährigen lag die CDU beinahe gleichauf mit der AfD (32 Prozent).

Eine Analyse der Berufsgruppen zeigt entsprechend, dass die CDU vor allem bei Rentnern gut abschneidet. Mit 42 Prozent ist sie stärkste Kraft in dieser Gruppe. Auch unter Selbstständigen (32 Prozent) und Angestellten (30 Prozent) ist die CDU im Freistaat stärker als alle anderen Parteien. Allerdings folgt in beiden Gruppen schnell die AfD. Unter Arbeitern holen die Rechtspopulisten mit 41 Prozent das beste Ergebnis aller Parteien.

SPD schneidet in Brandenburg unter Älteren am besten ab

Was die Union in Sachsen ist, ist die SPD in Brandenburg: die Partei der älteren Wähler. In der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen holen die Sozialdemokraten 30 Prozent, bei den über 70-Jährigen kommen sie auf 42 Prozent. In beiden Gruppen verzeichneten sie damit gegenüber der Landtagswahl 2014 Einbußen. Es ist dennoch das beste Ergebnis aller Parteien in dieser Altersklasse.

Unter den ganz Jungen sind die Grünen stärkste Kraft: Sie holen 27 Prozent bei den 16- bis 24-Jährigen. In dieser Gruppe belegt die AfD den zweiten Platz mit 18 Prozent. Ihre besten Ergebnisse holen die Rechtspopulisten aber bei den 25- bis 34-Jährigen (30 Prozent), den 35- bis 44-Jährigen (30 Prozent) und den 45- bis 59-Jährigen (27 Prozent). In allen drei Gruppen belegen sie den ersten Platz.

Die Sozialdemokraten sind mit 39 Prozent die Partei der Rentner, aber nicht mehr die Partei der Arbeiter. In dieser Berufsgruppe büßen sie zehn Prozentpunkte ein und kommen nur auf 20 Prozent.

Damit liegen sie deutlich hinter der AfD, die unter Arbeitern 44 Prozent der Stimmen holt. Auch bei den Selbstständigen und Angestellten liegen die Rechtpopulisten vorn.

In beiden Gruppen büßt die Union deutlich ein. Die Grünen hingegen legen bei Selbstständigen und Angestellten ebenso zu wie unter Rentnern.  © SPIEGEL ONLINE

Bildergalerie starten

Karikaturen

Nachrichten aus der Politik sind langweilig und dröge? Unsere aktuellen Karikaturen beweisen das Gegenteil - jeden Tag aufs Neue.
Teaserbild: © Peter Endig/dpa-Zentralbild/ZB