Empörung über ein Plakat der Satirepartei "Die Partei": Es zeigt das Bild des toten Flüchtlingsjungen Alan, welches 2015 um die Welt ging. Das Plakat soll ein Schuss gegen die aus der Sicht der Partei weichgespülten Werbekampagnen der anderen Parteien sein – vor allem gegen die CDU. Inzwischen hat "Die Partei" das Plakat jedoch entschärft.

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"Für einen Strand, an dem wir gut und gerne liegen", steht auf dem Plakat von "Die Partei". Das Bild zeigt den syrischen Jungen Alan Kurdi, der im September 2015 tot an der türkischen Mittelmeerküste angeschwemmt wurde.

Die Geschichte seines Schicksals und das Foto gingen um die Welt. Es wurde zum Symbolbild der Flüchtlingskrise in Europa.

Der Slogan auf dem Plakat von "Die Partei" soll ein Seitenhieb auf die aktuelle CDU-Kampagne sein. Diese trägt den Titel "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben."

Das Logo der Partei von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auf dem Plakat oben rechts angedeutet, aber durch ein Eselsohr bedeckt. "Es sieht so aus, als hätte die CDU eines unserer Plakate überklebt", erklärt die Satirepartei in einer Pressemitteilung.

"Das Strandbild mit den meisten Klicks gesucht"

Das umstrittene Plakat soll die Flüchtlingspolitik und Wahlwerbung der CDU kritisieren. "Beim Erstellen des Plakats haben wir uns an der Feelgood-Kampagne der CDU orientiert und das Strandbild mit den meisten Klicks gesucht", heißt es in der Pressemitteilung.

Aber auch andere Parteien bekommen Kritik ab: "Das Ergebnis hat uns auch überrascht, aber wie Grüne, AfD und Co. zeigen: Kinder machen sich immer gut."

Laut der Medienseite "meedia.de" hat Facebook alle Kopien des Plakates gelöscht, mittlerweile haben es aber einige wieder in das soziale Netzwerk geschafft.

Die Reaktionen auf das Plakat fallen gemischt aus. Manche stören sich daran, dass über den Tod eines Flüchtlingsjungen Witze gemacht werden, andere sehen hingegen die verzwickte Flüchtlingssituation auf den Punkt gebracht.

Alans Kurdis Vater äußert sich

Für den Vater des verstorbenen Alan, Abdullah Kurdi, ist das Plakat hingegen alles andere als lustig: "Es macht mich traurig, wenn ich das Foto in einem solchen Zusammenhang sehen muss", sagt er zur "Bild". "Angela Merkel war 2015 die einzige Politikerin auf der Welt, die wirklich Verantwortung übernommen hat."

Weiter sagt Kurdi: "Ich bin ihr trotz unseres Dramas bis heute dankbar, dass Deutschland so viele Menschen aufgenommen hat. Ich finde es schlimm, dass ihr mit dem Foto jetzt solche Vorwürfe gemacht werden."

"Die Partei" entschärft Wahlplakat

Inzwischen hat "Die Partei" das Wahlplakat entschärft. Statt dem ursprünglichen Slogan ist nun "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne wegschauen".

Auf Facebook hält "Die Partei" jedoch noch einmal fest, "Dass die PARTEI (im Gegensatz zu SPD und CDU) die Mittelmeertoten nur abbildet, im Gegensatz zu SPD und CDU aber nicht selbst herstellt." (am)

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Umstrittenes Wahlplakat von "Die Partei" Was halten Sie von dem Satire-Plakat?
  • A
    Geschmacklos. Darüber macht man keine Scherze.
  • B
    Das Plakat legt schonungslos offen, was in der Flüchtlingspolitik falsch läuft.
  • C
    Ist mir egal.